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Alle Rezensionen zu Elisabeth Holmertz & Fredrik Bock
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Sounds, sweet airs and the art of longing
(2013, LAWO Classics LWC 1042)

»Liebliche Lieder und die Kunst der Sehnsucht«, ein absolut treffender Titel für diese einstündige, oft sehr melancholische, manchmal leicht dramatische Zusammenstellung von 19 Liedern quer durch die Jahrhunderte. Im Gegensatz zum letzten gemeinsamen Album »Love Songs Re-Spelled« verzichten die Sopranistin Elisabeth Holmertz und ihr musikalischer Partner Fredrik Bock an der Barockgitarre und der Theorbe, einem Instrument aus der Lautenfamilie, diesmal auf aktuelle Songs von Musikern aus dem Popkontext.

Die jüngste vertretene Komponistin Benedicte Torget (geboren 1971 und aufgewachsen in Oslo) schrieb vier Lieder nach Gedichten von Emily Brontë, die sich fast nahtlos in die getragene Renaissance-Atmosphäre eingliedern. Etwa die Hälfte der »Longing Songs« stammen aus der Feder von Henry Lawes (1595-1662) und Nicholas Lanier (1588-1666), und offenkundig lassen diese einfachen Kompositionen einigen Raum für eigene Ausgestaltung, so dass Holmertz und Bock sie in prägnanter und poetischer Weise ganz in die Gegenwart herüberholen können.

Unter »lieblich« fallen hier wohl vor allem die Lieder von Ralph Vaughan Williams, etwa »Let Beauty Awake«, in dem Fredrik Bock mit der Barockgitarre das Tempo einmal willkommen variieren darf. Bei den fünf Kompositionen des Engländers erweitert Poul Høxbro aus Dänemark das schwedische Duo um eine dritte Stimme mit seiner Flöte, wodurch sich die ansonsten sehr intime Stimmung hin zu einer erfrischenden Weite zu öffnen vermag - fast findet man sich im englischen Hochland wieder. Durch zeitlose Eindringlichkeit bestechen auch diese Trios. Elisabeth Holmertz und Fredrik Bock haben sich gesucht und gefunden. (ijb)



Siehe auch:
E. Holmertz, Anders Røine, Harald Skullerud, Elisabeth Vatn
Cikada Duo mit Elisabeth Homertz

Elisabeth Holmertz: Sounds, sweet airs and the art of longing

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.holmertz-bock.com

 

Love Songs Re-Spelled
(2010, LAWO Classics LWC 1018)

Wie weit kann man ein Lied der italienischen Komponistin und Sopranistin Barbara Strozzi aus dem 17. Jahrhundert verändern, bevor es alle historische Authentizität verliert? Diese Frage stellte sich Elisabeth Holmertz im Jahre 2010, als sie mit Barockmusiker Fredrik Bock die Arbeit an diesem Duoalbum aufnahm. Engstirnigkeit kann man der Schwedin, die in Oslo und Köln studierte, ohnehin nicht vorwerfen, sang sie doch bereits die Rollen leidenschaftlicher Frauenrollen in Opern, aber auch alles andere zwischen mittelalterlichen und zeitgenössischen Komponisten, sei es Barock, Volkslieder, experimentelles Musiktheater oder romantisches Liedgut, seien es Schönberg, Pärt oder Nordheim...

Entsprechend rhetorisch scheint die Frage aus ihrem Munde, ob man Arien des 17. Jahrhunderts mit gegenwärtiger Popmusik verbinden könne. Überhaupt kann man Barbara Strozzi eher als Singer-Songwriterin jener Zeit betrachten denn als gewöhnliche Komponistin (was damals ohnehin kaum eine Frau ausleben durfte), schrieb sie doch ihre Werke zuallererst für sich selbst. Natürlich ist es daher fast zwingend, die fünf (bis zu einer Viertelstunde langen) Stücke der Italienierin Lautenliedern heutiger Songautorinnen begegnen zu lassen.

Und so bat man Susanna Wallumrød und Ane Brun um entsprechende Beiträge - und gerade im Rückblick lässt sich nicht ignorieren, dass vor allem erstere den Ball liebend gerne aufnahm und nur wenige Monate später ihr wunderbares zehnminütiges »The Forester« zum Ausgangspunkt und Zentrum eines eigenen Barock-Pop-Albums (u.a. mit Harfenistin Giovanna Pessi) machte (und es kurze Zeit später ein zweites Mal einspielte, diesmal als Titelstück eines Albums mit dem Ensemble neoN). Sowohl Holmertz als auch Wallrumrød fügen Lieder von Leonard Cohen in ihr Programm ein, wobei Susanna die Erfahrung als Popmusikerin dabei weitaus mehr zugute kommt als Elisabeth, deren Interpretation von »Hallelujah« als Abschluss ihrer 66 Minuten langen CD leider auch zur einzigen Schwachstelle gerät, da sie keine rechte Haltung zu Cohens Standard findet und zwischen den Stilen ins Straucheln gerät. Davon abgesehen gelangen der Sopranistin und ihrem Begleiter (dem zwei zauberhafte Solos gegönnt sind) ein reiches Album, in dem sich wiederholte Vertiefung stets neue Entdeckungen bereit hält. Das Werk von Barbara Strozzi ist darunter nur die offensichtlichste. (ijb)



Siehe auch:
Susanna Wallumrød & Giovanna Pessi
Ane Brun

Elisabeth Holmertz: Love Songs Re-Spelled

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.holmertz-bock.com



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