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Alle Rezensionen zu Ole Jørn Myklebust
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Gløymde Fotefar - Viser Frå Eidsdal
(2016, Finito Bacalao Records FBCD234)

Die Genrekategorie »Jazz« führt womöglich ein wenig in die Irre bei diesem zarten Liederalbum. Doch Myklebust kennt man vor allem als Trompeter aus dem nordischen Jazz und diversen Bands improvisierender Musiker. Der Untertitel seines zweiten Albums »GLØYMDE FOTEFAR« (in etwa: »Vergessene Vorväter«) heißt denn auch »Lieder aus Eidsdal« (in der mittnorwegischen Region Sunnmøre), wobei der Begriff »Viser« in Norwegen vage mit unseren deutschen »Volksweisen« vergleichbar, zumeist aber für eine Musik verwendet wird, die unserem (stilvolleren) »Schlager« nahesteht. Hier tritt der Trompeter in erster Linie als Sänger in Erscheinung, begleitet von Tore Bruvolls akustischer Gitarre, Banjo und Harmonium und dem sanften Bass von Svein Schultz. Vereinzelt tritt eine weibliche Gaststimme und einmal auch eine Tuba hinzu.

Und Myklebust schrieb für diesen warmen Liederzyklus 13 Stücke nach Texten des 2002 fast 100-jährig verstorbenen Arne O. Storås, der wie der Trompeter selbst aus Eidsdal stammt. Entsprechend wurden die Lieder auf Myklebusts Anwesen »neben einem offenen Kamin aus dem Ende des 19. Jahrhunderts« aufgenommen, der Idee gesungener Volksweisen angemessen. Tja, nun sollte man am besten des Norwegischen mächtig sein, um die Geschichten und Inhalte auch erfassen zu können... Storås selbst war Bauer, und seine Gedichte beschreiben auf wunderbare Weise Natur und Leben auf dem Land. Schon der Rhythmus der Gedichte ist von wunderbarer Musikalität geprägt. Doch auch ohne entsprechende sprachliche Fähigkeiten geht das ebenso intime und charmante wie in Details klug arrangierte und mit großer Klarheit musizierte und aufgenommene Album ins Herz. Hier ist nichts von der Banalität vieler »Schlager« zu spüren, sondern eine große Liebe zu und Vertrautheit mit diesen Gedichten und letztlich der Region Eidsdal. (ijb)



Siehe auch:
Tore Bruvoll & Jon Anders Halvorsen
Nordic Namgar
Svein Schultz, Brynjar Rasmussen & Werner Anderson

Ole Jørn Myklebust: Gløymde Fotefar - Viser Frå Eidsdal

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.olejazz.com

   

Jorba
(2013, Finito Bacalao Records/Musikkoperatørene FBCD220)

Ole Jørn Myklebust wurde 1977 im tiefsten Norwegen, in Eidsdal geboren, keine halbe Stunde nördlich von Geiranger. Nach seinem Studium sammelte er Meriten als Sideman, Komponist und Produzent zahlreicher Größen wie Mari Boine, Unni Wilhelmsen und Geir Lysne, aber auch für Theater, Film und Fernsehen. Seit seinem »OJ Trio«-Debütalbum sind zwölf Jahre vergangen, und so war es nun an der Zeit, dass Myklebust mal (wieder) als Leader in Erscheinung tritt. So viel ist klar: es war keinen Tag zu früh, dass er im August dieses Jahres mit Karl Seglems Sideman Andreas Ulvo am Flügel und Sigurd Hole, mit Ulvo auch im Eple Trio aktiv, am Kontrabass diese sechs exquisiten Jazznummern einspielte.

Die Melodien müssen lange gereift haben, so traumsicher wie sie die drei Jungs darbieten. Und wie souverän, wie bewegend sie die Songs entfalten! Dies ist kein Trompeten-Showcase, sondern ein rundes, sehr dichtes Trioalbum, in dem in fließender Gewandtheit stetig mal der eine, dann der andere den Ton angibt. Wunderbar, wie »Mind Your Step« mit Holes bestimmendem, weichem Bass beginnt, dann laufend Myklebust und Ulvo zwischen sich die Leitung hin und her spielen, bevor am Ende der sechs Minuten wieder die prägnante Bassfigur ausfedert. Überhaupt: Wie schön, dass die drei ohne Schlagzeug spielen; superb können sie ihr tolles, von tiefer norwegischer Klarheit durchdrungenes Spiel entfalten, und alles bleibt ganz elegant und luftig. (ijb)



Siehe auch:
Mari Boine
Eple Trio
Geir Lysne
Andreas Ulvo

Audio-Link



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