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Alle Rezensionen zu Erik K. Skodvin
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Flame
(2014, Sonic Pieces/Morr Music / Anost sonicpieces020)

Vier Jahre sind seit dem ersten Album »Flare« ins Land gegangen, doch endlich erscheint Erik Knive Skodvins zweites Album, und er nannte es »FLAME«. Beide Alben sind nun auch als Doppel-Vinyl in der edlen, handgemachten Sonic-Pieces-Labeledition erhältlich, was ihre enge Verbindung noch unterstreicht. Dabei war ja schon »Flare« eigentlich die Fortsetzung vom vier Jahre zuvor erschienen Solodebüt »Knive« (unter dem Pseudonym Svarte Greiner). Damals allerdings gab es Sonic Pieces noch nicht; sonst hätte der erste Teil der Trilogie bestimmt ein ähnliches Cover erhalten, und es gäbe nun zur Feier des Tages ein Re-Release als Dreifachvinyl.

Doch Skodvin, Südnorweger mit Wahlheimat Berlin, war alles andere als untätig. Nicht nur führt er nach wie vor sein eigenes, erfolgreiches Label Miasmah, das in Kürze die Nummer 30 des innovativen paneuropäischen Labelkatalogs feiern wird; neben internationalen Tourneen mit Alexander Rishaug (inkl. Tour-CD und -Film) und im Trio B/B/S, zwei B/B/S-Alben, zwei als Svarte Greiner und diversen Musiken für Filme und Installationen kommt mit »FLAME« nun nicht nur sein wohl persönlichstes, sondern am Ende gar sein bislang reifstes und konzentriertestes Album.

Er erreicht diese Qualität erstaunlicher Weise durch Öffnung seiner Klangpalette, indem er erstklassige Mitmusiker eingeladen hat: Anne Müller (Cello) und Mika Posen (Viola) begeisterten zuletzt als zwei Drittel von Agnes Obels Live-Band, und Klarinettist Gareth Davis konnte jüngst zwei exzellente Improv-Alben auf Miasmah vorlegen. Trotz allem bleibt »FLAME« ein intimes Werk; das Quartett ist kaum als solches zu erkennen, tritt vielmehr phasenweise als so unterschwellige wie raffinierte Erweiterung von Skodvins subtilen Bildern aus Gitarre, Klavier, Percussion und sonstigen Instrumenten auf. Da jeder Ton so klug und intuitiv erzählt, ist es fast schade, dass das Album nicht mal 40 Minuten lang ist. Hoffentlich dauert es nicht weitere vier Jahre bis zur Fortsetzung.

Auf CD weist »FLAME« ein glänzendes Klangbild auf (Mastering wie gewohnt durch Nils Frahm); das Vinyl, so darf vermutet werden, klingt womöglich überwältigend. (ijb)



Siehe auch:
Svarte Greiner
Alexander Rishaug
Anne Müller & Mika Posen
Hauschka & Hildur Guðnadóttir

Erik K. Skodvin: Flame

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.miasmah.com

   

Flare
(2010, Sonic Pieces/Morr Music / Anost SP009)

»Kappe« und »Penpals« waren exzessiv dröhnende, teils überwältigende Berge aus Lärm, Alpträume für jeden Liebhaber zarter Klänge. Die Drone- und Noise-Freunde, die sich im Dunkel dieser CDs begeistert verloren, werden dagegen womöglich von Erik Skodvins neuestem Album verstört, zumindest überrascht sein. Nur leise akustische Instrumente, Kammermusik gar, bietet der Norweger auf »FLARE«, für das er das Pseudonym Svarte Greiner ruhen lässt. Ob diese Entscheidung darauf hinweist, dass dies ein intimeres, persönlicheres Album geworden ist? Oder hat er einfach Selbstvertrauen als Musiker gewonnen? Schon das Album »Knive« (der Titel ist Eriks zweiter Vorname) war ein merklich ruhigeres Ereignis, und auch seine Beteiligung als eine Hälfte des Duos Deaf Center brachte einige akustische, zartere Momente mit sich.

Dennoch: diese relative Stille ist dann doch ein Schritt, den man so nicht vorausahnte. Piano, Gitarre, Percussion und Streichinstrumente sind das Klangarsenal der zehn Stücke, wobei die Titel (»Pitch Dark«, »Graves«, »Stuck in burning Dreams«) mehr Düsternis und Schwärze versprechen als die sensiblen Kompositionen bieten. Der Albumtitel deutet es an: »FLARE« (Fackel, Lichtschimmer) ist kein Werk der Depression (was man bei »Kappe« ja durchaus vermuten konnte). Keine Klaustrophobie und aufgetürmte Klangberge mehr, allenfalls punktuell Dissoanzen, stattdessen atmende, teils weite Räume, die oft eine filmische Qualität auszeichnet wie schon Deaf Centers »Owl Splinters«. (ijb)



Siehe auch:
Otto A. Totland
Deaf Center
Jóhann Jóhannsson
Juv



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