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Alle Rezensionen zu Broken Twin
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

May
(2014, Anti Records/Indigo EPIT27322-2)

Einfachheit kann manchmal ganz schön trügerisch sein. Aber wer sich aufs Wesentliche beschränkt, macht sich auch angreifbar. Doch ist es kokett oder poetisch, sich dann ausgerechnet den Künstlernamen Broken Twin zu geben, romantisch introspektives Schwarzweißporträt auf dem Cover inklusive? Maijke Voss Romme, Mitte zwanzig, aus irgendeiner Kleinstadt im Norden Jütlands über die Zwischenstation Århus in die Hauptstadt gezogen, hat sich voll und ganz dem Leben als Musikerin verschrieben, ausgelöst durchs frühe Klavierspiel mit ihrem Vater. Dabei hatte sie lange hinterm Berg mit ihren Ambitionen gehalten: Songwriterin am Piano — kann man das ernst nehmen?

Man kann, sagten Intuition und Willen. Nun präsentiert sie also ihr erstes Album mit persönlichen Songs, größtenteils spartanisch am Klavier, manchmal mit Streichern, und dass sie erstmal keine großen Themen anpackt, sondern ganz bei sich bleibt, mag man nicht grandios finden — sensible Texte à la »I'll be in the dead leaves dancing, the wind in your hair / And the echo of departure resounding in the air / Do you care« oder »I know the silence of a room / From vast nights consumed in sheets and skin« hört man wahrlich nicht zum ersten Mal, vorgetragen mit stetigem Vibrato zu melancholischen Pianomelodien... Doch Maikes zehn ausgewählte Gedichtlieder sind gleichwohl ein offenes Angebot, eine emotionale Einladung, und sie wollen auch gar nicht mehr sein. Da darf man gerne mal ein paar Schritte mitgehen und ganz vorsichtig ein bisschen Freundschaft schließen. (ijb)

 Broken Twin: May

   

Sun Has Gone
(EP, 2013, Anti Records/Indigo)

Um Eindruck zu hinterlassen, benötigt Majke Voss Romme nicht viel. Dahingetupfte Pianoklänge, sparsam eingesetzte Loops und eine bewusst zurückgenommene Stimme, durch die eine leise Traurigkeit schwingt. Die junge dänische Musikerin tritt unter dem Bühnennamen Broken Twin an und zelebriert die Kunst der sanften Melancholie. Hält die Dinge dabei bewusst in der Schwebe und lässt somit die Möglichkeit des Glücks implizit zu. Als erste skandinavische Künstlerin ist sie beim renommierten US-Label Anti-Records untergekommen, wo auch Künstler wie Beth Orton, Tom Waits und Wilco beheimatet sind. Mit ihree klugen kleinen Ballade, die sie auf der EP »SUN HAS GONE« vorlegt, muss sie sich vor den großen Kollegen keineswegs verstecken.

Schwärmerisch sind diese Tracks, aber beschwören keineswegs eine heile Welt. Bleiben bewusst mit einem Bein in der Singer-Songwriter-Ecke, denn dick auftragen ist die Sache von Broken Twin nicht. Mit ihrem reduzierten Kammerpop schleicht sich Frau Voss Romme langsam, aber nachdrücklich in unser Herz. Mit stiller, aber intensiver Schönheit. Man denkt bisweilen an Mazzy Star. Hier erklingt die bescheidene, aber nicht weniger an die Seele gehende Variante. Das Cover von Johnny Thunders »You Can´t Put Your Arms Around A Memory« versetzt uns endgültig in wunderbar taubengraue Gefühlszustände. (emv)



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