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Alle Rezensionen zu Stein Torleif Bjella
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Heim for å døy
(2013, Oh Yeah!/Sony BMG 88843004712)

Miley Cyrus zieht sich aus, Bushido provoziert – noch immer greifen Musiker auf bewährte Strategien zurück, um die Charts zu entern. Marketingexperten sollten mal den Blick nach Norwegen richten, denn dort wurde ein neues Erfolgsmodell entwickelt, das den Liedermachern eine Renaissance beschert, die hierzulande undenkbar erscheint, weil der Begriff das Bild eines politisch engagierten Alt-68ers mit Fans im Rentenalter hervorruft. Den Anfang machte Odd Nordstoga, als er 2004 mit einem Lied über ein quiekendes Schwein auf der Bildfläche erschien. Es folgten Roy Lønhøiden und Tønes. Ihre Erfolgsgeheimnisse: durchschnittliches Aussehen, mittleres Alter, ehrliches Handwerk, Bodenständigkeit und Volksnähe.

Zu den Nutznießern dieser Entwicklung zählte außerdem Stein Torleif Bjella, der mit der Band Tolv Volt die großartigen Alben »AURASPRAY« (1999) und »KALAS« (2003) veröffentlicht hatte, nach denen damals allerdings kein Hahn krähte. In Schwung kam Bjellas Karriere erst, als er von Oslo zurück nach Hallingdal gezogen war und im regionalen Dialekt über das Leben einfacher Leute auf dem Land zu singen begann. Mit »HEIDERSMENN« (2009) und »VONDE VISU« (2011) entwickelte er sich vom Kritikerliebling zu einem Hitparaden-Aspiranten. Kennzeichen seiner Musik sind die Textlastigkeit, die einfache Instrumentierung und der unterschwellige Humor.

»HEIM FOR Å DØY« entspricht der erprobten Formel. Kjartan Kristiansen, der erneut auf dem Produzentenstuhl Platz nehmen durfte, ist bewusst kein Risiko eingegangen. Um Bjellas sonore Stimme und seine Akustikgitarre gruppieren sich ein Kontrabass, ein Schlagzeug und vielleicht auch mal ein Banjo, eine Geige oder ein Klavier. Wenn alles stimmt, zum Beispiel bei »Separate sinn« und »Modningsangst«, klingt das nach wie vor grandios. In anderen Momenten wäre etwas mehr Wagemut das richtige Rezept gegen den sich andeutenden Stillstand gewesen. Bjella muss sich langsam entscheiden, ob er in Reinhard Meys Fußstapfen treten will mit Texten auf hohem Niveau und überraschungsarmer Musik oder doch lieber Haken schlägt wie der junge Bob Dylan. (mau)



Siehe auch:
Odd Nordstoga

Stein Torleif Bjella: Heim for å døy

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.steintorleifbjella.no



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