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Alle Rezensionen zu Lars Bygdén
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

LB
(2013, Westpark/Indigo)

Lars Bygdén macht Musik für Erwachsene. Reflektiert, lebenserfahren, fast schon weise. Klingt zunächst so aufregend wie Kamillentee. Das täuscht! Stille Wasser sind immer noch tief. Der Gitarrist und Sänger aus dem nordschwedischen Sundsvall ist offenkundig ein Freund des nachdenklichen Americana-Pop und verlangsamten Alternative-Country-Rock. Auf seinem dritten Longplayer »LB«, mit dem sich Bygdén sich erstmals einem deutschen Publikum vorstellt, liegt der Schwerpunkt auf dem klassischen Songwriting in der Tradition eines Townes Van Zandt. Der Schwede schreibt Tracks für die späten Nachtstunden. Der Zeit der ungeschminkten Reflektion darüber, wie die Dinge im Leben bislang gelaufen sind. Macht in Songs wie dem selbstbewusst verlangsamten »My Visitor« deutlich, dass er sich viele emotionale Blessuren geholt hat. Einem nur sparsam eingesetzten Piano kommt hier die Rolle des einzigen leuchtenden Sterns am Nachthimmel zu: Nein, die Hoffnung aufgeben wird dieser Mann noch lange nicht.

Vielleicht auch deshalb nicht, weil er Freunde um sich weiß: Im Opener »The Hole« ist der Landsmann (und seelenverwandte?) Singer-Songwriter Christian Kjellvander als Gastvokalist zu hören. Großes melancholisches Gefühlskino! Als weiblicher Gegenpart zur männlichen Lonely-Wolf-Attitüde ist die renommierte Nashville-Sängerin Sharon Vaughn zu hören, die den schwedischen Schmerzensmann in zwei Duetten wie selbstverständlich ergänzt. Wärme in einer mitunter kalten Welt aber erzeugt Bygdén schon ganz alleine, dazu benötigt er keine weibliche Unterstützung: Nicht zuletzt durch seine Coverversion des Syd-Barrett-Klampfenklassikers »Dark Globe«: Des flehentlichen Appells des trotzigen Einzelgängers, als er selbst respektiert zu werden. Der Schwede bringt diesen reduzierten Song aus dem Jahr 1970 in Form einer kleinen Hymne in die Gegenwart und stellt klar: Er hat nichts an Dringlichkeit eingebüßt. (emv)



Siehe auch:
Christian Kjellvander

Lars Bygdén: LB

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.larsbygden.com/

   

Dark Companion
(2018, Westpark/Indigo)

Einen schweren persönlichen Verlust erleiden. Und sich vom Schmerz nicht überwältigen lassen, sondern diesen in dunkel schimmernde Schönheit zu verwandeln: Das ist Lars Bygden auf »DARK COMPANION« gelungen. Der schwedische Americana-Aficionado verarbeitet auf seinem vierten Solo-Album den Tod seiner Frau Ulrika, die während der Aufnahmen nach langer Krankheit verstarb. Wer aber nun glaubt, dass es sich hier um düster-depressive Klänge handelt, täuscht sich sehr: Denn Bygdén ist hier ein sehr zärtliches, lebensbejahendes Album gelungen, dass bei aller Trauer ein Zeichen setzt: Wie schön, dass Du da warst! Und Du lebst in mir weiter!

Bygdén, der bislang eher auf sparsame Instrumentierung gesetzt hat, holt hier zur großen Geste aus und entdeckt selbstbewusst den Kammerpop für sich: Mit einfühlsamen Streicher-und Bläser-Arrangements wie im schmerzhaft ehrlichen »We Are Not About To Fall Apart«. Mit Klassik Light hat das rein gar nichts zu tun. Dass er auch ein Händchen für hymnenhafte Balladen hat, beweist der Schwede mit einem Track mit hohem Wiedererkennungswert: »Skandinavia« ist ein bittersüßes Stück melancholisch-schwärmerischen Indierocks, das hier genau ins Gesamtbild passt. Wie kann man nach dem Tod eines geliebten Menschen weiterleben? Lars Bygdén zeigt uns seinen ganz persönlichen Weg. (emv)

Video-Link



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