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Alle Rezensionen zu Kari Ikonen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Wind, Frost & Radiation
(2018, Ozella Music/Galileo OZ087 CD)

Über einer kreiselnden Bass-Figur beginnt das Kari Ikonen Trio den Opener »Harmattan«, um diese dann mit gestrichenem Bass aufzubrechen – der leicht nervöse Rhythmus von Drums und Piano läuft weiter, bis dieses wieder übernimmt und das Stück richtig Fahrt aufnimmt. Sehr spannend also schon das erste von insgesamt sieben Stücken, fast alle aus der Feder des Pianisten Kari Ikonen.

Es geht bei »WIND, FROST & RADIATION« um genau diese drei Dinge – Ikonen will hier gar nicht optimistisch klingen, sondern kratzt an der Kälte als Bestandteil des Lebens im Norden. »Pripyat« ist gar inspiriert von der gleichnamigen Geisterstadt nahe Tschernobyl – leichte Kost ist das nicht. Ikonen scheut auch vor skurrilen Überraschungen nicht zurück: In »Levoton« singen er und Rantala – das ist nicht wirklich nötig!

Olli Rantala am Kontrabass ist noch nicht allzu bekannt, er setzt aber einige Akzente, sowohl als harmonisches Zentrum wie auch als Solist. Dritter im Bunde ist einer der Star-Drummer Nordeuropas: Markku Ounaskari passt mit seiner phantasievollen, ebenso rhythmus- wie klangorientierten Spielweise sehr gut zu den offenen Kompositionen von Ikonen. Im vorletzten Stück, »The Roaring Frost« ist die Sängerin Mia Simanainen mit von der Partie, sie singt ein Gedicht von Alice Meynell. Zu guter Letzt bearbeitet das Trio noch den Walzer aus der Maskeraden-Suite von Adam Khachaturian – auch der klingt eher dunkel als leicht. Wie die gesamte CD. (tjk)



Siehe auch:
Kari Ikonen solo
Markku Ounaskari

Kari Ikonen: Wind, Frost & Radiation

Offizielle Website

Offizielle Website      www.kariikonen.com/kari-ikonen-trio

   

Beauteous Tales and Offbeat Stories
(2015, Ozella Music OZ 060 CD)

Die Aufnahme in Helsinki liegt bereits ein Jahr zurück. Seltsam, diese heute übliche Praxis, Veröffentlichungen allerorts so auf die lange Bank zu schieben; wie mag das für die Musiker sein? Das finnisch-armenische Trio nahm den Ball auf und entschied sich für ein Covermotiv aus dem 16. Jahrhundert: Hieronymus Bosch. Ein ziemlicher Kontrast zum etwas lauen Motiv des Debüts »BRIGHT« vor drei Jahren. Schön. Und das Kari Ikonen Trio, das genau betrachtet doch aus drei gleichrangigen Mitgliedern besteht, kann sich fraglos als Erzeuger zeitloser Musik in Hancock-Tradition sehen hören lassen.

Nicht nur gibt es wieder eine tolle Interpretation eines Coltrane-Klassikers (hier: »Countdown«), auch bauen die drei Herren stärker als zuvor auf faszinierende Kontraste und zwei, drei große Erzählbögen sowie auf Einflüsse aus dem Armenischen, also der Herkunft des Bassisten Ara Yaralyan. Dadurch gelingt es ihnen, ihre eigene Identität in der skandinavischen Jazzszene deutlich und eindrucksvoll auszubauen. Das Album mit dem Titel, den man mühsam auswendig lernen muss, hätte es absolut verdient, dass ihm auf lange »Sicht« mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als dem schon gelungenen Vorgänger. (ijb)

   

Bright
(2013, Ozella Music OZ 049 CD)

Nach vier Alben mit seinem ersten Trio Gnomus, drei mit dem Sextett Karikko und einigen weiteren in diversen Formationen ist es etwas irreführend, dass »BRIGHT« als ein Debüt angekündigt wird. Gleichwohl hat der finnische Pianist und Komponist mit dem überaus versierten und vielgerühmten Schlagzeuger Markku Ounaskari und dem in Tallinn lebenden Armenier Ara Yaralyan am Kontrabass ein auf den ersten Blick konventionelles Pianotrio ins Leben gerufen, das einen Neuanfang markiert; und dessen Debütalbum gleich nach Erscheinen der »Yrjö«-Preis des finnischen Jazzverbands als »Musiker des Jahres« folgte.

Mit »BRIGHT« greift das Trio mehr die lebendige moderne US-Jazztradition auf als finnische Lakonie oder 70er-Jahre-Fusion, glanzvoll unterstrichen durch frische Einspielungen von Coltranes »Giant Steps« und Styne/Cahns »I fall in Love too easily«. Bereichert wird das Set von Anfang an, auch in Ikonens Kompositionen, durch Yaralyans orientalische Farben. So gelingt es den dreien, das klassische Klaviertrio durch eine eigenständige neue Stimme zu bereichern, die gleichzeitig quicklebendig klingt wie von einer starken inneren Ruhe und Fokussierung getragen. Fantasievoll, strahlend und geistreich: ein formvollendetes Debüt, »bright« in vielerlei Hinsicht! (ijb)

Video-Link



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