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Alle Rezensionen zu Postyr Project
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

My Future Self
(2013, Postyr Project/Intergroove)

Dass es sich hier um Chormusik auf hohem Niveau handelt, begreift man erst nach dem dritten Hören. Denn »MY FUTURE SELF«, das Debütalbum des Postyr Project, ist nur in zweiter Linie eleganter Elektronikpop. Zuallerst sind die fünf Dänen erfahrene Vokalartisten, die zuvor allesamt in renommierten Ensembles wie Vocal Line und Vox 11 gesungen und mit den schwedischen Branchengrößen Real Group gearbeitet haben. Die Musiker aus Århus beschreiben sich launig als »fünf Stimmen, ein Laptop und ein Sofa« und wollen partout nicht einsehen, warum dancefloor-affine Beats und A-Capella-Gesang nicht bestens miteinander harmonieren sollen. Die coole, aufregend atemlose Disco-Hymne »Go! Don´t Stop« würde das Tanzvolk in Edelclubs weltweit zum Tanzen bringen, bevor auch nur einer merkt, dass hier die menschliche Stimme das Hauptinstrument ist. Von wegen, dass Chorgesang zwingend ernsthaft und hochkulturig sein muss!

Dass die Fünf auch ein Faible für Singer-Songwriterballaden haben, beweisen mit ruhigeren Tracks wie »I Can´t Sleep«, wo sie zwischenzeitlich samtig schwelgen können. Genrestandards bricht das Postyr Project auch mit dem lateinisch gesungenen Song »In Vernalis« auf, der so gar nichts mit abgestandener Mittelalter Ästhetik zu tun hat. Und ohne elektronisches Gefrickel und triphoppige Anspielungen geht hier gar nichts! Zu bemängeln gäbe es allerhöchstens, dass die Sänger sich in ihrem Bemühen um Vielseitigkeit fast schon zu viel vorgenommen haben. Denn der Elektronikpop ist doch als Genre vielseitig genug, um auf diesem »E-Capella«-Album noch ausgedehnter gepflegt zu werden! (emv)



Siehe auch:
The Real Group

 Postyr Project: My Future Self

Offizielle Website

Offizielle Website      http://postyrproject.com/

   

Paper Tiger
(2016, Iceberg)

Fünf Stimmen stehen auf »PAPER TIGER« im Mittelpunkt: Vier menschliche und ein Computer! Postyr haben das Project inzwischen aus ihrem Bandnamen gestrichen, am Konzept der A-Capella-Rebellen aus Århus hat sich nichts verändert: Sie erkunden mutig die Grenzlande zwischen Vokal- und Elektronikmusik und erfinden ihren ganz eigenen Sound. Analog und digital muss überhaupt kein Gegensatz sein! Die Songs sind während der ausgedehnten Tourneen in den vergangenen Jahren entstanden. Die Mär vom titelgebenden Papiertiger schnappte man in Taiwan auf: Sie handelt vom fauchenden Ungetüm, das sich bei näherem Hinsehen als zerbrechliches Konstrukt entpuppt!

Zart und fragil kommen auch die Songs des dritten Albums bisweilen daher, die unbedingt dreampoppig ausgefallen sind. Man muss die Ohren schon sehr spitzen, bis man begreift, dass es sich hier bisweilen um kundig arrangierte Hymnen handelt. Und das komplizierte Loops Teil des Gesamtkunstwerkes sind! Postyr leben aber keineswegs im Feenland, wie sie mit dem fast schon souligen, sehr tanzbaren »Dance With Me Now« beweisen. Sehr viel mehr ans Herz geht das reduzierte Through The Rain«, wo eine Stimme kleine Stimme einsam durch den Regen wandelt. Hach! (emv)



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