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Alle Rezensionen zu Otto A. Totland
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

The Lost
(2017, Sonic Pieces 026)

»Crafted«, also »gefertigt in Zusammenarbeit mit Nils Frahm, Monique Recknagel und Erik K Skodvin« steht in den Detailangaben dieses Albums. Das ist ungewöhnlich, gerade für ein Album, das im Grunde nichts anderes bietet als solistische Klavierminiaturen. Das Album wurde an drei Julitagen im Sommer 2016 in Nils Frahms »Durton Studio« in Kreuzberg aufgenommen; und man kann mit einiger Sicherheit annehmen, dass der international erfolgreiche und beschäftigte Frahm dem norwegischen Kollegen, der nur sporadisch als Musiker in Erscheinung tritt, hier viele wertvolle Ratschläge gegeben hat, zumal Frahm selbst mehrere Soloalben auf dem (teils präparierten) Klavier eingespielt hat, bei denen die Grenze zur Stille und der intime Raum der solistischen Klavierpoesie wesentliche Aspekte sind.

Man kann über »THE LOST« darüber hinaus nicht viel anderes sagen als bereits über Totlands drei Jahre zuvor beim selben Label erschienenes Debüt, ebenfalls bei »Durton« eingespielt. Die zarte, vollkommen unprätentiöse, schmucklose (all diese Attribute werden noch weitaus markanter, wenn man nur mal Nils Frahms eigene Platten der letzten Jahre – virtuell – danebenlegt) Klaviermusik passt eigentlich besser als (fast) jede andere zu den unprätentiösen, minimalistischen CD- und LP-Hüllen, die die Inhaberin von Sonic Pieces, Monique Recknagel für jedes Album individuell fertigt (also »crafted«), eine Handwerksarbeit (»craft«) mit reduzierten Designs und haptischen Anmutung, wo die Oberflächen der Materialen ebenso wichtig sind. Hier wird jedem Album im ansonsten auf Aufmerksamkeit drängenden Musikbusiness eine seltene Wertigkeit geschenkt, und Otto Totlands Musik, in der jede Note sparsam und bedacht gespielt wird. Man nenne es nur bitte nicht »New Age«. (ijb)



Siehe auch:
Nils Frahm
Erik K. Skodvin aka Svarte Greiner
Hildur Guðnadóttir & Hauschka

Otto A. Totland: The Lost

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://sonicpieces.com

   

Pinô
(2014, Sonic Pieces 019)

Während Erik Skodvin, die eine Hälfte von Deaf Center, bereits eine beachtliche Liste an Alben vorzuweisen hat, solo, als Svarte Greiner und in Bands wie B/B/S oder in Jóhann Jóhannssons »Prisoners«-Ensemble, ist Otto Totland, der Pianist des dunkel-cinematischen »Modern Composition«-Duos bislang nahezu unsichtbar und (als Solo-Interpret) stumm geblieben, von den fünf Minuten der A-Seite der 7-Inch »Harmony from the Past« abgesehen, einer gemeinsamen Veröffentlichung mit Skodvin Ende 2012. Wenig überraschend schreibt er mit »PINÔ« fort, was dort begonnen worden war: 18 fast ätherische, immer wieder zart dahingleitende oder sich unaufdringlich gebende, bald entwindende Pianominiaturen, weitaus näher an Harold Budds flüchtigem Ambient oder Nils Frahms Poesie als an Deaf Centers manchmal harscher Direktheit.

Totlands winterliche, zeitlos schimmernde Traumstimmung in teils verhallten, teils brüchigen Klavierfiguren erweist sich selbstredend als eben jener Kontrapunkt, der Skodvins rauhe Gitarrenskulpturen raffiniert ergänzen kann — aber auch solo fasziniert. Die phasenweise ineinander gleitenden Stücke von »PINÔ« sind getragen von einer beruhigenden Anmut, die weniger (und weniger gefühlig) Aufmerksamkeit erbittet als die gefühlsgeladenen Ambientstücke Nils Frahms, dessen Einfluss als Tonmeister beispielsweise im dumpfen »jonas« oder im Bewusstsein für normalerweise vernachlässigte Klangdetails durchscheint. Totlands Kompositionen sind einfach da. Wer möchte, kann sie zu sich einladen. (ijb)



Siehe auch:
Deaf Center
Harold Budd

Video-Link



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