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Alle Rezensionen zu Skadedyr
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Culturen
(2016, Hubro/Grappa HUBROCD/LP2560)

Liebhaber von Musik jenseits aller Sparten und Konventionen dürfte es freuen, dass die 12 Damen und Herren von Skadedyr drei Jahre nach dem mitreißenden Debüt einen Nachfolger vorgelegt haben. Bei dem Programm, das die Mitglieder in ihren sonstigen Bands in den letzten Jahren verfolgt haben, ist umso beeindruckender, dass ein zweites Album nicht nur überhaupt zustande kam, sondern auch, dass es die Qualitäten des Debüts in mehrfacher Hinsicht übertrifft und in gereifter, verdichteter Weise darauf aufbaut.

Obwohl hier die Stücke nicht mehr aus »einer« Hand stammen wie zuvor bei der CD »KONGEKRABBE«, sondern von verschiedenen Mitgliedern komponiert wurden, wirkt »CULTUREN« nicht nur kompakter und prägnanter, sondern zugleich auch mitreißender und verspielter. Die sechs Stücke, von denen die Hälfte epische zehn bis elf Minuten lang sind, vermitteln sehr gut, mit welcher Fantasie und Spielfreude die Musiker/innen auch bei ihren beliebten Konzerten auftrumpfen. Stark, wie Skadedyr Avantgarde-Geräuschmusik, fröhliche Folklore, Gedichtvortrag und unorthodoxe, aber charmante Jazzimprovisation miteinander verschwurbeln, als wäre es das Normalste der Welt. Auf der Höhe der Zeit. (ijb)



Siehe auch:
Trondheim Jazz Orchestra
Karokh
Susanna

 Skadedyr: Culturen

Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/pages/Skadedyr/287894161277888

   

Musikk!
(2018, Hubro/Grappa HUBROCD/LP2597)

Da ist sie wieder: Unsere experimentelle Supergroup bei Hubro. Nach lyrischen Avant-Folk-Alben mit Frode Haltli, Nils Økland und Slagr dürfen mit Skadedyr wieder die äußersten Ränder des BigBand-Fachs erforscht werden, Referenzhölle (siehe Presseinfo und Links) inklusive. Mit einem klasse Titelstück legen Skadedyr los, wilder, geräuschhafter und atonaler als je zuvor, und doch ist dieses 12-minütige Mini-Epos zugleich schwelgerisch, melodisch und eingängig.

In der Folge aber verliert sich die Truppe in geräusch- und sprunghaften Spielereien. Es gibt Vogelgeräusche und rohe, rhythmische Passagen, noisige und freie Einfälle - alles steht irgendwie nebeneinander, findet zu keiner packenden oder überzeugenden Einheit, auch klanglich fehlt ein roter Faden. Spannende Ideen fügen sich kaum einmal zur gemeinsamen Stimme. Schön dennoch, dass die 12 Damen und Herren sich mit nur geringfügigen Umbesetzungen seit dem Debüt vor fünf Jahren als Ensemble zusammenhalten und sich gemeinsam weiterentwickeln. Auch mit einem schwächeren Album bleibt Skadedyr eine spannende Stimme in der Avantgarde-Szene Norwegens bzw. Skandinaviens. (ijb)



Siehe auch:
Nakama 仲間, Filosofer, Eyolf Dale Ensemble, Y&#
Alice Coltrane, Carlos Santana, Pharoah Sanders
Willem Breuker Kollektief, Alvaret Ensemble, Sun Ra
Art Ensemble of Chicago, ICP Orchestra, John Zorn

Audio-Link

   

Kongekrabbe
(2013, Hubro/Grappa HUBROCD2536)

Was für ein kompletter Wahnsinn, was für eine verrückte Platte! Selten ist uns ein derart chaotischer Stilmixtur-Zirkus untergekommen. Zwölf junge Jazzer um die Pianistin Anja Lauvdal und die Tubistin Heiða Karine Jóhannesdóttir Mobeck, die den Credits gemäß die Stücke komponiert haben, fanden sich unter dem Bandnamen »Ungeziefer« und mit Produzent Andreas Mjøs (Jaga Jazzist) zusammen, um das Big-Band-Genre neu zu erfinden.

Diese Musik schlägt in der Tat in so viele Richtungen aus, als wolle man einen Sack Flöhe hüten; mit Jazz haben die fünf Schädlings-Stücke (»Königskrabbe«, »Taube«, diverse Läuse) zwar im Kern die Grundhaltung gemein, doch Big-Band-Improvisation, Experimental-Rock, Progressive-Post-Sonstwas und Cut&Paste-Kompositionen mit Fragmenten von allem nur Vorstellbaren zwischen Dylans »Like a Rolling Stone«, Prodigys »Firestarter«, Astor Piazzolla, »Nearer my God to Thee« und New Orleans Jazz werden von den zwölf Verrückten durch den Wolf gedreht, wobei auf der CD nicht einmal die einzelnen Instrumente verzeichnet sind. Streich-, Blas- und Tasteninstrumente sind auf jeden Fall darunter, etwa Henrik M. Nørstebøs Posaune und Lauvdals übrige zwei Co-Drittel aus dem Pianotrio Moskus und Hullyboo-Gitarrist Marius Klovning lassen sich ausmachen. Freiheit (des Ausdrucks) wird hier groß geschrieben; bietet das Studium in Trondheim mittlerweile etwa antiautoritäte Erziehung? Für offene Ohren ein Riesenspaß! (ijb)



Siehe auch:
Moskus
Jaga Jazzist
Henrik Munkeby Nørstebø
Hullyboo



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