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Alle Rezensionen zu Ø
(Genre »Avantgarde«, Land »Finnland«)

 

Konstellaatio
(2014, Sähkö/Boomkat Sähkö-028 2LP/CD)

Er ist eben immer noch der Meister. Trotz zahlloser Veröffentlichungen unter seinem bürgerlichen Namen und in sonstigen Ensembles nutzt Mika Vainio sein Alias »Ø« in eher weiten Abständen. In gut 20 Jahren erscheint mit »KONSTELLATIO« nun das fünfte Ø-Album (neben einer Duo-CD mit Alva Noto und sieben z.T. kurzen EPs), wie gewohnt treu und konsequent unter dem Sähkö-Label, das er 1993 mit Tommi Grönlund gründete und mit der EP »Röntgen« startete. Nach wie vor pflegt Vainio als »Ø« seine vorwiegend reduzierte, oft minimalistische Seite (Darf man das guten Gewissen »Ambient« nennen? Eher nein.). Während das Kinderfoto auf dem Cover ein persönliches, introspektives Album verspricht, ist der Titel »Konstellation« gar im kosmischen Sinne gemeint, ganz im Kontrast zu Vainios gesamten letzten, eher »irdischen« Alben. Hier weisen bereits die Titel in eine Richtung Naturmystik und Kosmos.

Man darf sich auf eine recht unnahbar kühle Klangwelt einstellen; erst im letzten Track »Takaisin« (»Zurück«) tritt dann doch noch ein überraschend warmer, gleichförmig pulsierender Beat auf. Davor, zwischen licht und zart funkelnden Tönen und radikal tiefen Bässen, brillant in etwa »Elämän puu« (»Baum des Lebens«), lotet Vainio eine extreme Dynamik aus, oder bleibt, wie in »Talvipäivä, Vanha Motelli« (»Winter, altes Motel«) und »Metsän sydän« (»Herz des Waldes«) schemenhaft und in streckenweise verhaltener Stille. Klar, das ist nicht mehr die Neuerfindung elektronischer Musik. Eine überragende Platte ist Vainio dennoch gelungen — zweifellos eine seiner besten. (ijb)



Siehe auch:
Mika Vainio
Pan Sonic
Vainio/Deforce
Björk

 Ø: Konstellaatio

   

Oleva
(2008, Sähkö SÄHKÖ-023)

Ohne den Pioniergeist, den Mika Vaino an den Tag legt, wäre dieses Album nicht zu denken. Es ist die Lust am Entdecken, Forschen und Treiben, die dieses akustische Mapping zu dem geschliffen hat, was es ist: eine klangliche Kopfhörer-Reise in Mikrokosmen und entdeckenswertes Terrain. Mika saugt seine Umgebung auf, dekonstruiert sie und spuckt sie in neuer Form wieder aus. Das hört sich komplex an, und ganz sicher stimmt das auch.

Es perlt zwischen den übereinandergerankten Ideen und Klängen, es knisterst, dröhnt und atmet. »OLEVA« ist ein Album organischer Verstrickungen, aufgefüllt mir allerlei analogem Gerät und digitaler Ornamentik. Man meint verwegen schaukelnde Wipfel zu vernehmen, den langen Nachhall einer U-Bahn und den Saft, der durch die Stängel der Grashalme fließt. Absurde Assoziationen werden heraufbeschworen – ein Abenteuer, dem sich sicherlich nicht jeder hinzugeben bereit ist. Zu sehr sind dabei diese Kompositionen mit raumschaffenden Installationen gleichzusetzen: sehr abstrakt und verkopft. Nur wenige Tracks verlaufen entlang erkennbarer Strukturen und atmen die frische Luft von Beats oder statischen Flächen. Vieles ist im Fluss – diffus, abgewandt und vorsichtig wuchernd. Aus »Set The Controls For The Heart Of The Sun« von Pink Floyd wird so eine Hommage an die Ästhetik des Verzichts, obwohl dieser Titel im Albumkontext gar ausladend und reichhaltig wirkt. Der Rest verliert sich in ganz andere Untiefen. Versponnen, minimalistisch, gravitätisch und jederzeit extrem spannend. (maw)



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