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Alle Rezensionen zu Nils Bo Davidsen
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Noget at glæde sig til — Solooutbursts in various frames Part 1
(2014, ILK/VME ILK217CD)

Erstaunlicherweise erfreut sich ausgerechnet ein unhandliches und wenn solistisch gespielt wenig einnehmendes Instrument wie der Kontrabass großer Beliebtheit im Bereich Solo-Jazzalben. Dabei hat als Solo-Instrument das Cello eine längere Tradition (siehe Bach), ist die Violine im Allgemeinen weitaus populärer, lässt sich der Bratsche mehr melodische Attraktion entlocken. Vielleicht hat der Kontrabass von allen Streichinstrumenten noch das stärkste Potenzial im Jazz, weil es ihm gerade dort erlaubt ist, endlich mal sein volles Vermögen zu entfalten, während Geige, Bratsche und Cello in Klassik und Pop die Massen begeistern.

Insofern darf man Jazz-Bassisten nur (beglück-)wünschen, im Alleingang ganz zu sich zu finden. Nils Davidsen hat sich für seine erste Soloscheibe mit dem auf verspielte, unvollendete Form verweisenden Titel »Etwas, worauf man sich freuen kann — Soloausbrüche in verschiedenen Rahmen, Teil 1« eine ganz eigene Note erdacht: Er kombiniert seinen Bass mit Gongs, mal im Duo, mal solo und lässt einmal, beim »Außerirdischen Frühstück« gleich drei — an Tierschreie im Wald erinnernde — Bass-Stimmen in assoziative Dialoge treten. Viele spannende Ideen entstehen aus diesem Projekt, das der Kopenhagener Musiker quer durch 2013 »gesammelt« hat. Dabei erzeugt Davidsen aus der Einfachheit und im Fokus auf beeindruckend wenige Klangbilder und Melodien eine streckenweise spektakuläre Vielschichtigkeit, die mehr Instrumente vermuten lässt als de facto im Spiel waren. Manchmal ist weniger tatsächlich mehr.

Ergänzt wird die aus elf Stücken bestehende CD um drei weitere, die nur als Videos zu erleben sind. Doch sowohl die beiden Aufnahmen, die in der imposanten Kopenhagener Grundtvigskirche aufgenommen wurden als auch das »Artvideo« von Sara Lubich schwächen den Gesamteindruck des bemerkenswert konzentrierten Albums eher als dass sie ihm etwas hinzufügen. Hier wäre wiederum weniger mehr gewesen... (ijb)



Siehe auch:
Nils Davidsen & Kasper Tranberg
Michael Francis Duch
Kasper Tranberg
Tom Trio

Nils Bo Davidsen: Noget at glæde sig til — Solooutbursts in various frames Part 1

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ilkmusic.com/artist/artist/nils-bo-davidsen

   

Hverdagsforvandling
(LP, 2019, ILK/VME ILK291CD/LP)

Fünf Jahre nach seinem vorigen Soloalbum kehrt der dänische Improv-Kontrabassist Nils Davidsen mit einem neuen, komplett im Alleingang eingespielten Album wieder zum Label ILK zurück. Doch diesmal ist alles anders – denn Davidsen spielt hier keinen Bass mehr. 2015 begann der 1966 Geborene mit dem Cello, und da es für ihn eine aufregende Reise voller Entdeckungen und kontinuierlicher Aufnahmen war, heißt diese LP übersetzt so viel wie »Tagtägliche Verwandlung«.

Manches klingt, als habe Davidsen direkt zuvor Werke von György Ligeti gehört, dann wieder ist die Platte von einem skizzenbuchartigen Charakter geprägt, da darf auch mal ein Faden ins Leere führen. Das Cello erklingt vor allem in gestrichener Weise, manchmal tritt es in Dialog mit einem geisterhaften Klavier (mit viel Hall) oder wird elektronisch erweitert, könnte auch eine Filmmusik sein. Ein durchaus sympathisches Album, sehr stimmungsvoll, teils düster und getragen, durchaus von einer gewissen Eleganz gezeichnet. (ijb)



Siehe auch:
Deaf Center
Erik K. Skodvin

Video-Link



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