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Alle Rezensionen zu Die Glorreichen Sieben
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Keep On Rockin‘ In The Free World
(2013, Boomslang Records LC 09496)

Wer den Titel dieser CD mit Neil Young assoziiert, liegt richtig, doch wer ein Septett vermutet, liegt falsch: Die Glorreichen Sieben ist ein Projekt des Vorarlberger Drummers Alfred Vogel (linker Kanal), des Berliner Drummers Christian Lillinger (rechter Kanal), dazu kommen Bassist Flo Götte und der finnische Gitarrist Kalle Kalima – allesamt Musiker, die offeneren Formen und freierer Improvisation nicht abgeneigt sind. Sie spielen Songs von Neil Young – ohne Gesang, aber mit viel Luft und Liebe.

»Zimtmädchen« ist natürlich »Cinnamon Girl«, wie beim Übervater ausladend und episch. In »Heart Of Gold« schleicht sich sogar eine Mundharmonika kurz ein, ansonsten übernimmt Kalimas Gitarre die Melodie – sein beißender Ton ist hier anfangs direkt zärtlich, es ist schon bemerkenswert, was er aus dem einfachen Song herausholt. Kurios »Are You Ready For The Country«, wobei Götte stoisch die Harmonien zupft, Kalimas Gitarre schneidet und die Drummer anfangs rumpeln, sich dann immer weiter vor und raus wagen, bis gegen Ende Kalima und Götte völlig abdriften. »After The Goldrush« wirkt kalt und verstörend, Kalima bearbeitet seine Gitarre mit Geigenbogen, kommt spät auf die Melodie. Ganz toll ihre Version von »Like A Hurricane«, das sie sanfter anlegen: ohne Gitarrenwände, dafür jazziger. Die Glorreichen Sieben improvisieren viel, entfernen sich aber nur selten wirklich weit vom harmonischen Gerüst und ursprünglichen Rhythmus. Die beiden Drummer harmonieren manchmal und manchmal spielen sie gegeneinander – dennoch fragt man sich gelegentlich, ob ein zweites Melodieinstrument nicht auch sinnvoll gewesen wäre. Trotzdem ist »Keep On Rockin‘ …« (der Song ist übrigens nicht enthalten) ein gelungenes Experiment, nein: es ist mehr als das, ein treffliches Argument für die These, dass Jazzer doch die besseren Musiker sind. Rocker sind sie deswegen noch lange nicht. (tjk)



Siehe auch:
Kalle Kalima
Johnny La Marama

Die Glorreichen Sieben: Keep On Rockin‘ In The Free World

   

Best Of Western
(2011, Boomslang Records LC 09496)

Zuviel Proben schadet – diese gewagte These stellen Die Glorreichen Sieben auf, wenn es um den Entstehungsprozess ihrer Musik geht. Das internationale Quartett entstand aus dem Wunsch des Vorarlberger Drummers Alfred Vogel, mit dem Berliner Drummer Christian Lillinger zu spielen. Vogel kannte den Schweizer Bassisten Flo Götte, Lillinger schlug den Finnen Kalle Kalima vor – schon war die Band komplett.

Brauchte man nur noch ein Programm: Irgendwie kam man auf Songthemen aus Western-Filmen, die kannte jeder. Und weil alle vier freieren und ausladenden Improvisationen absolut nicht abgeneigt sind und Musik als einen dynamischen Prozess mit veränderlichen Strukturen begreifen, sind die Versionen von »Home On The Range«, »Ponderosa« (dem Bonanza-Thema) oder Melodien aus »Winnetou«, »Eine Handvoll Dollars« oder dem Bandnamen gebenden Westernklassiker »Die Glorreichen Sieben« eine spannende Reise durch schroffe, steile Gitarrenberge, wummernde Bässe und trockene Drumkaskaden. Dass sie sich dabei nur selten in improvisatorischen Wüsten verlaufen, spricht nicht nur für das Ausgangsmaterial, sondern vor allem für die Qualität der vier Cowboys. Wenig Proben hat hier also definitiv nicht geschadet. (tjk)



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