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Alle Rezensionen zu Kent
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

En Plats I Solen
(2010, RCA/Sony Music 88697726672)

Kent sind auf ihrem neunten Studioalbum »EN PLATS I SOLEN« (Ein Platz an der Sonne) endgültig zu Zeitreisenden in die Ära frühen 80er geworden. Über der Welt der vier sentimentalen Melancholiker dreht sich die Discokugel als Fixstern. In dieser sorgsam aus Ohren schmeichelnden Versatzstücken zusammengesetzten Glitzerwelt hat alles Hässliche Hausverbot auf Lebenszeit. Kent geben die sanften Überwältiger, die hingebungsvollen Romantiker. Schmachten ungehemmt. Synthies locken, Geigen schmeicheln, und die sehnsüchtige Stimme von Joakim Berg gibt uns den Rest. Sind wir hier im Pophimmel angekommen und die Pet Shop Boys, Giorgio Moroder und OMD herzen und küssen uns ohne Ende?

Nein, sind wir nicht. Denn die elektronisch aufgehübschte Welt von Kent ist ein Ort der Selbstversicherung, an dem wir es uns allzu gemütlich machen können. Ist eine Welt, aus der alles Eckige, Sperrige verbannt ist. Ist eine Welt, in der alle Dinge in Schönheit enden und selbst die Traurigkeit in die prächtigsten Gewänder gehüllt ist. Ist eine Welt, in der die Schweden letztendlich auf der Stelle treten, weil es nichts Störendes gibt, an dem sie sich reiben können. Ist eine auf Dauer ermüdende, langweilig und bis zum Überdruss harmonische Welt. (emv)



Siehe auch:
Verschiedene: Åtömström

 Kent: En Plats I Solen

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.kent.nu

   

Röd
(2009, RCA/Sony 88697607472)

Widerstrebende Bewunderung. Kent klingen auf »RÖD« so perfekt am Reißbrett mit dem Ziel »kommerzieller Erfolg!« durchgeplant, dass es einem vor so viel Berechnung eigentlich grausen müsste. Dumm nur: Da die Musiker zwischendurch zu Hochform auflaufen, kann man sich nicht leichten Herzens von ihnen abwenden. Es ist vertrackt! Denn obwohl das ehrliche Indiepopherz hier nie so richtig heiß pocht, verbeugt es sich doch vor der Hybris von Kent. Die wagen die große Geste!

Die Schweden spielen stadiontauglichen, selbstverliebten, überlebensgroßen Synthiepop. Großes Manko: Geringes Innovationspotenzial. Stagnation auf hohem Niveau. Gleichwohl grummelnde Anerkennung. Kent, die schwedischen Dorian Grays, kriegen uns doch immer wieder zu fassen. Kapitulation, also, trotz mancher innerer Widerstände. Wegen unwiderstehlich sehnsüchtiger Songs wie »Hjärta« etwa, die einem nicht mehr aus dem Kopf gehen, tagelang. Kent bleiben popmusikalisch aber an der Stelle stecken, wo Hänsel und Gretel noch suchend durch den Wald irren, bevor die böse Hexe kommt. Dann erst wird es aber erst richtig spannend. (emv)

   

Tillbaka Till Samtiden
(2007, RCA/Sony BMG 88697160302)

Während Kent eine kleine Ewigkeit kein Album mehr in Deutschland veröffentlicht haben, eroberten sie in ihrem Heimatland den Superstar-Status. Nach sieben Jahren kommen wir nun auch wieder in den Genuss einer regulären Veröffentlichung. Für den siebten Longplayer hat sich das Quartett beim lokalen Instrumentenverleih eine Synthesizer-Armada geordert und dehnt nun unter dem gewohnt melancholisch auslandenden Gesang Elektronik. Mal flächig, mal treibend und nur selten so unauffällig wie beim bezaubernden »Våga Vara Rädd«. Gar penetrant wirkt die musikalische Neuorientierung bei der aktuellen, fast diskolastigen Single »Ingenting«.

Der dichte und dunkle Sound lässt zwar nicht die Melodieseligkeit vermissen, nur die typischen Verstiegenheiten setzen dieses Mal qualitativ keine Ausrufezeichen. Das Gros ist gefälliger, manchmal wunderschöner, aber immer folgenloser Taumel. (maw)

   

Du & Jag Döden
(2005, RCA/BMG 82876682062)

Kent hat mit »DU & JAG DÖDEN« eine 180 Grad-Wendung vollzogen. Verschwunden ist der stadionkompatible Singalong-Pop. Stattdessen präsentiert sich Kent melancholisch, düster, nachdenklich. Das legendäre Album »ISOLA« endete seinerzeit mit einem ungewissen Flug in den Tod. »DU & JAG DÖDEN« legt die vergangenen beiden Erfolgsalben ad acta und schließt ganz und gar an »ISOLA« an – nicht nur musikalisch, sondern auch inhaltlich: Die Brüche zwischen Jugend und Erwachsensein, zwischen Leben und Tod sind allgegenwärtig auf diesem neuen Album. Davon zeugt bereits das düstere und durchaus gewöhnungsbedürftige Artwork auf dem Cover.

Kent hat sich von den Erfolgsstrategien der letzten Alben gelöst. »DU & JAG DÖDEN« wird möglicherweise in Schweden auch nicht die enormen Absatzzahlen der Vorgänger erreichen. Die Musik – und damit die Hörer – profitieren jedoch davon. (hew)

   

Max 500
(EP, 2005, RCA/BMG 82876.68209.2)

Endlich ist es soweit. Kent sind endlich, endlich mit neuem Material zurück und besser denn je. Mit ihrer Vorab-Single »Max 500« beweisen die Schweden, dass sie das Songschreiben noch im Blut haben und geben wieder Hoffnung, dass ihr zurückliegendes Album nur ausnahmsweise in einer musikalischen Dürreperiode geschrieben wurde.

Mit »Max 500« und den B-Seiten »M« sowie »Välgärningar Och Illdöd« präsentieren Kent also nach langer Zeit wieder drei Stücke, die die wohlbekannte, bombastische Hit-Qualität besitzen, die schön schwermütig sind, sich sofort im Gehör festfressen und tagelang im CD-Player rotieren wollen. Ein schöner Vorbote auf das Album. (lic)

   

Hjärta & Smärta
(EP, 2005, RCA 8287675-6522)

Fünf neue Stücke präsentieren sie auf ihrer EP »Hjärta & Smärta« – Fünf großspurige Herzschmerzballaden, die den Hörer in einen fantastisch bittersüßen Gefühlsrausch ziehen und einen leicht schnulzigen Nachgeschmack hinterlassen. Jeder dieser Tracks, klingt dabei wie ein göttlicher Aufguss ihrer aktuellen Songs, nur noch ein wenig himmlischer und düsterer als zuvor.

In knapp 20 Minuten wird das Herz wird mit ausreichend textlich episch-philosophischem Liebesschmerz gepeinigt, und die forciert bedrückende Stimmung schraubt sich schnell in schwindelerregende Höhen, so dass es schwer fällt, den Boden unter den Füßen wiederzugewinnen, wenn es an der Zeit ist, die Platte aus dem Player zu nehmen. So sind Kent heute: groß und äußerst erfolgreich. (lic)

   

Vapen & Ammunition
(2002, BMG 74321.93119.2)

Zwar trugen sie 2002 noch jubelnd den schwedischen Grammy für »VAPEN & AMMUNITION« nach Hause, doch ist es um Kent seit ihrem »HAGNESTA HILL« im Ausland verdächtig still geworden. Und fast möchte man meinen, dass die mittlerweile stadionfüllende Arenarock-Band auch genau dort bleiben soll. Dort, wo sie die Klatschpresse mit kleinen Eskapaden in Trab hält - dort, in ihrer Heimat. Denn nach Eigensinn und Charakter schreit dieses Album um keinen Cent mehr.

Vielmehr aber schreien Jocke Berg & Co offensichtlich nach dem dicken Geldbeutel, der sich am Massengeschmack orientiert. Am Mainstream, einem Duett mit Tityo, an schalen Texten und verträglichem Songwriting. Für Kent sicherlich der Weg in die richtige Richtung, selbst wenn sie immer auch den weltweiten Erfolg im Auge hatten. Dennoch: Dieses Album verdient seine Lorbeeren für seine Professionalität und tatsächliche Chartstauglichkeit. (lic)

   

Hagnesta Hill
(2000, RCA/BMG 74321-73009-2)

Jahrelang hatten Kent in dem Vorort der Kleinstadt Eskilstuna ihren Proberaum; seit Frühjahr 2000 ziert der Name des Ortes ihr zweites englischsprachiges Erfolgsalbum – Hagnesta Hill. Bereits die erste Auskopplung »Music Non Stop« wurde in ihrem Heimatland zu einer Hitsingle und zeigte, dass Kent ihren unvergleichlichen Sound gefunden hatten. Zwei
Grammy- und zwei Rockbjörn-Awards katapultierten »HAGNESTA HILL« daraufhin auf Platz eins der schwedischen Album-Charts.

Sozialkritisch sind ihre Disco-Rock-Songs und gefühlvoll ihre Rockballaden. Die Gitarren schreddern, der Beat treibt, und Sänger Jocke Berg singt, als gäbe es kein morgen. Die Stücke werden von atmosphärischer Elektronik unterstützt, die dem Album seinen prägnanten Charakter gibt. (lic)

   

B-Sidor 95 – 00
(2 CDs, 2000, RCA/BMG 74321.82158.2)

B-Seiten-Kompilationen sind meist nur etwas für eingefleischte Fans. Die Skepsis ist im Falle von »B-SIDOR 95 – 00« aber nicht angebracht. Klar: Dieser Sampler ist in sich eher heterogen, was natürlich an der relativ langen Zeitspanne der Songs liegt. Dennoch bewegt sich »B-SIDOR 95-00« auf wirklich hohem Niveau. Beizeiten gelingt es gar – insbesondere auf Disc 1 – einen gewissen Spannungsbogen aufzubauen. Schwachpunkte und Hinlänglichkeiten bleiben rar; die Disc 2 mit älteren B-Seiten kann allerdings das Niveau nicht ganz halten.

Kent beweist mit »B-SIDOR 95 – 00«, dass B-Seiten mehr als Restprodukte sein können. Jeden einzelnen Track hat Kent mit dem gewohnten Feinschliff versehen. Mit einem leichten Überhang an ruhigeren Tracks gehört diese CD zu Kents schönsten und melancholischsten. (hew)

   

Isola
(1998, RCA/BMG 74321–56071-2)

Dieses Werk wird als ein Meilenstein in der schwedischen Musikszene angesehen. Kein Wunder also, dass Kent nach ihrem nationalen Erfolg eine weltweite Karriere anstrebten, und mit »ISOLA« erstmals ein Album in englischer sowie schwedischer Sprache veröffentlichten. Es gab zwar kritische Stimmen, die an einen Erfolg außerhalb des Landes nicht glaubten und recht behalten sollten. Doch dominierte vorerst der Hype um die Band, die musikalisch deutlich gewachsen war.

Kents Stücke klingen auf »ISOLA« abwechslungsreicher, tiefer, berührender und eingängiger als je zuvor. Die Produktion, die Finessen des Songwritings und ihre Texte waren nie so melancholisch und packend wie auf diesem Durchbruchs-Album. Fazit: Wer Kent mag, muss »ISOLA« lieben. (lic)

   

Verkligen
(1996, RCA/BMG 74321-35625-2)

Das Potenzial, das in der Band steckte, hatte man schnell erkannt. Kent veröffentlichten mit »VERKLIGEN« erst ihr zweites Album, konnten aber schon auf einen kometenhaften Karriere-Anstieg zurückblicken. Sie gewannen ihren ersten Grammy in der Rubrik »Beste Band« und spielten bereits eine Konzertreihe vor 10.000 Leuten.

Zu dieser Zeit schrieben sie Songs noch ausschließlich für den nationalen Markt und ernteten für »VERKLIGEN« durchgängig Lobeshymnen. Ihr komplexer Rocksound wirkte erfrischend und ihre Balladen bewegend, selbst wenn ihrem opulentem Songwriting etwas mehr Variation nicht geschadet hätte. Bemerkenswert ist, dass Jocke Bergs sich zerreißender Gesangsstil schon '96 deutlich ausgeprägt war und später noch an Tiefe gewinnen konnte. (lic)

   

Kent
(1995, RCA/BMG 74321.26507.2)

Kaum etwas von den Discosound-Versatzstücken und den melancholischen Britpop-Andeutungen späterer Produktionen auf Kents-Debütplatte von 1995. Stattdessen kommt die CD mit einem erstaunlich geradlinigen, leider streckenweise auch recht austauschbaren Rocksound daher.

Sicherlich: Selten sollte Kent später nochmal so kraftvoll und rockig klingen wie damals, andererseits muss man aber auch feststellen, dass Kent 1995 auf der Suche nach dem eigenen Stil noch nicht sonderlich weit gediehen war. Die Gratwanderung zwischen Pop und Rock geht nur gelegentlich auf, so zum Beispiel in »Ingenting någonsin«. (hew)



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