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Alle Rezensionen zu Hydra's Dream (Anna von Hausswolff & Matti Bye)
(Genre »Avantgarde«, Land »Schweden«)

 

The Little Match Girl
(2014, Denovali Records/Cargo LC-27117/DEN196)

Eigentlich muss man so ambitionierte kleine Labels wie Denovali allein schon deshalb unterstützen, weil sie in der heutigen Zeit den steinigen »klassischen« Weg von Plattenveröffentlichungen mit tollen Gestaltungen und anstrengendem Selbstvertrieb gehen, wo doch alle anderen sagen, dass sich das Geschäft nicht mehr lohne, der Markt sogar »tot« sei, und mit Musik ja keinen Cent Geld mehr zu machen ist. Da stellen diese jungen Leute sich nicht nur selbstbewusst hin und sagen: wir machen Platten; sondern sie machen zudem ausschließlich Platten, die kaum ein anderes Label einer Veröffentlichung würdig empfindet. Denovali bringen nur heraus, was ihnen gefällt, und erst einmal ungeachtet irgendwelcher Publikumsnachfrage. So jedoch haben sie in wenigen Jahren eine beachtliche internationale Fangemeinde gewonnen; parallel organisieren sie auch noch ein ebenso ehrgeziges Festival mit »ihren« Künstlern, das »Denovali Swingfest«. Es ist also nicht ausschließlich Hopfen und Malz verloren...

Nun verbietet es sich ja fast, so eine engagierte und auch kompromisslose Arbeit mit schnöder Musikkritk zu entwerten. Neugierig wird man aber doch, wenn ein schwedisches Duo aus der innovativen, exzentrischen Songwriterin Anna von Hausswolff und dem preisgekrönten Filmkomponisten Matti Bye mit einer Interpretation von Hans-Christian Andersens Märchen »Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern« aufwartet. Ein dunkles, alptraumhaftes Flair prägt das vierzigminütige, vorrangig textfreie Album vom ersten Ton an, was der Vorlage durchaus entspricht. Leider jedoch bleibt es vor allem in Stimmungsmalerei verhaftet; jedes der neun Stücke variiert die verhängnisvolle Atmosphäre weiter, mit streckenweise arg bekannten und daher auch bald vorhersehbaren Mitteln, ohne dass das Drama mal in Gang käme. Immerhin sticht die anachronistische Verwendung diverser Gruselfilm-Klangeinfälle wie Kinderliedmelodien im »Rosemary's Baby«-Stil, Giallo-Synthesizer oder Cembalo-Improvisation mit schattenhaftem Raunen ins Auge bzw. Ohr.

Als Film- oder Theatermusik kann man sich »THE LITTLE MATCH GIRL« frostig und beängstigend vorstellen; als Programmmusik erfüllt es die Ankündigung, Geschichten und Mythen zu interpretieren, nur eingeschränkt, wird nicht zu einer tragisch-schönen Erzählung. (ijb)



Siehe auch:
Anna von Hausswolff
Matti Bye & Matthias Olsson
Alvaret Ensemble

 Hydra

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/hydrasdream



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