Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Heikki Laitinen & Kimmo Pohjonen
(Genre »Avantgarde«, Land »Finnland«)

 

Murhaballadeja / Murder Ballads
(SACD, 2012, SIBA Records SACD-1010)

Mit Mord ist das ja so eine Sache: einerseits faszinieren sich Tag für Tag Millionen Menschen vor dem Fernseher an Krimis, auch der Mörder kann sich eventuell an seiner Tat erfreuen, bis er an Galgen oder im Kerker endet. Weniger erfreulich ist der Mord für das Opfer, das sein Leben aushaucht, und dessen Angehörige und Freunde, die darob trauern und weinen.

Diese Ambivalenz fanden auch zwei große Künstler aus Finnland inspirierend: Selbstverständlich sind die beiden Delinquenten auf dem Cover nicht Heikki Laitinen (emeritierter Philosophie- und Volksmusik-Professor) und Kimmo Pohjonen (höchst ambitionierter Akkordeonvirtuose und Avantgardist) – die sieht man erst nach Aufklappen des Pappschubers, der zudem mit finnisch/englischen Texten und anderen Infos aufwartet.

Laitinen und Pohjonen beschäftigen sich mehr mit den Mördern. Die Texte sind fast alle überliefert, die Kompositionen teilweise. Wo nicht, haben Laitinen und Pohjonen dies übernommen. »Keisari Aleksanteri« berichtet vom Attentat auf Zar Alexander II., in »Rekilauluja Murhamiehistä« berichtet ein Inhaftierter von Raufereien samt Gemetzel zwischen Finnen und Schweden – zwei der Täter zieren das Cover. Live improvisiert wurde bei der Aufnahme der »Murha Musikkitalossa« - Mord im Musikhaus.

Grandios »Katriina«, ein Dialog zwischen dem König und dem schönen Dienstmädchen, das er zu sich locken möchte und goldene Ringe, Krone, das halbe Königreich verspricht: sie lehnt das alles ab. Laitinen singt diesen Text als ganz einfaches Volkslied, das Akkordeon von Pohjonen begleitet zunächst brav, entfernt sich aber immer weiter von Melodie und Tonalität. Kein Wunder: kommt sie nicht mit, steckt er sie in ein mit Nägeln gespicktes Fass und lässt es rollen! So geschieht es, ein Engel führt sie schließlich in den Himmel. Pohjonen orchestriert das Drama unglaublich beeindruckend.

Ähnlich ergreifend die Geschichte von Kaarlo und Kerttu, ähnlich fulminant auch Pohjonens Spiel und Laitinens Gesang, besonders gegen Ende, wenn Kaarlo das gerechte Schicksal ereilt. Eine grandiose, faszinierende CD! (tjk)



Siehe auch:
Kimmo Pohjonen

Heikki Laitinen: Murhaballadeja / Murder Ballads



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel