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Alle Rezensionen zu Peter Bruun
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Unintended Consequences
(LP, 2014, ILK/New Arts International ILK212LP)

Unser Kopenhagener Lieblingsjazzlabel (naja, eines unserer favorisierten zumindest) ILK Music trat mit einem besonderen kleinen Angebot an uns heran: Zum Start einer neuen, ausschließlich auf Vinyl veröffentlichten Serie von sogenannten »White Labels« (d.h. LPs in sehr kleiner Auflage - in diesem Fall 100 Stück - und ohne individuelles Cover und Labelaufkleber) möchten wir doch gerne mal »blind« rezensieren, also ohne Kenntnis der mitwirkenden Musiker — und damit ohne Voreingenommenheit ihnen gegenüber — nur die Musik beurteilen. Kein schlechter Vorschlag. Wobei bei einem derart konstanten Niveau wie ILK ein auch nur halbwegs negatives Urteil recht unwahrscheinlich sein dürfte.

Das Schöne bei ILK ist unter anderem, dass der Zusammenschluss Kopenhagener Jazzmusiker sich im Lauf der bislang zehn Jahre immer mehr öffnete und das Programm stilistisch in Richtung Rock (Travelling Tribes, Eggs Laid by Tigers), Pop (Kostcirkeln) und sogar Film (Sekten) weitete. Mit dieser LP geht die Reise erst einmal stark in »Neue Klassik«; im ersten, langen Stück spielt allein ein Pianist, eine leise, fast impressionistisch hingetupfte Komposition, gleichwohl dunkel und schmucklos gebrochen. Erst im zweiten, nur unwesentlich fröhlicheren Stück tritt als Duettpartner eine Klarinette hinzu. Die LP spielt also auf der ILK-typischen Avantgarde-Kompositions-Linie, die uns mit Alben wie Springs »Slides« oder den Ensemblewerken von Mark Solborg, The White Nothing oder Stork (Simon Toldam Orkester) zu begeistern vermochte. Und die einzelnen Stücke sind, trotz variierender Besetzung, nur schwer voneinander zu trennen, gehen fließend ineinander über.

Erst spät erklingen ein vorsichtiges Schlagzeug und ein unaufdringlicher Bass, schließlich auch eine Trompete, und in energischen Momenten brechen diese Musiker auch mal in eindeutigen (Free-)Jazz aus, doch der Grundton des Albums bleibt ein gedämpfter, das Piano zumeist Zentrum des Geschehens. Und der/die Pianist/in ist in jedem Fall ein Meister seines Fachs, vermutlich ebenso im Improvisierten wie in zeitgenössischer Komposition verankert, was diese überaus eindrucksvolle Platte wunderbar zusammenhält. Ganz egal also, wer hier spielt: Auf ILK kann man sich blind verlassen; die »White Label«-Serie können wir von Herzen empfehlen — und den Rest des Labelkatalogs sowieso, wie zahlreiche Rezensionen auf diesen Seiten belegen.

Nachtrag: Info hier (ijb)



Siehe auch:
Søren Kjærgaard
Mark Solborg
Torben Snekkestad
Spring

Peter Bruun: Unintended Consequences

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.whitelabelseries.dk



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