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Alle Rezensionen zu Martin Tingvall
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

The Rocket
(2019, Skip Records/Soulfood SKP 9167-2)

Wer das Tingvall Trio kennt und schätzt, bewundert womöglich des Schweden leichtfüßige leichthändige Art des Klavierspiels, wobei er sich im Trio immer als waschechter, dynamischer Jazzer beweist. Auf seinen Soloalben geht er gerne einen etwas anderen Weg, so auch hier: Die sphärischen Melodien weisen eher nur Spuren von Jazz auf, bringen hingegen viele andere Genreelemente mit ein, klingen mal wie heitere Popsongs, mal nach unaufdringlicher Filmmusik, zumeist jedoch passen die sehr eingängigen, fluffig-warmen Stücke gut in die sogenannte »Neo-Klassik«-Schublade, in der sich vor Jahrzehnten Klavierkollegen wie der Franzose Richard Clayderman oder in jüngerer Vergangenheit der Italiener Ludovico Einaudi eine zuverlässige Mainstream-Hörerschaft erspielt und auf internationalen Tourneen zu romantischen Abenden verführt haben.

Martin Tingvall scheint ähnliche Bestrebungen zu haben, wenn auch mit weniger anbiedernder Emotionalisierung als die genannten Kollegen. Sein sanftes, introvertiertes drittes Soloalbum will vielmehr Ruhe im Alltag bieten und zum erholsamen Eintauchen in ein Klavierpoesieabum einladen, wie Titel à la »Floating«, »No Gravity« und »Lost in Space« vermitteln. Wer packenden Jazz erwartet, ist hier indes falsch und ist besser mit den wunderbaren Alben des Tingvall Trios aufgehoben. (ijb)



Siehe auch:
Tingvall Trio

Martin Tingvall: The Rocket

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.martin-tingvall.com

   

En ny dag
(2012, Skip Records/Soulfood SKP9117-2)

Fans von Ludovico Einaudi seien herzlich eingeladen, Martin Tingvalls Solo-Debüt zu erwerben. Der schwedische Pianist nimmt eine kleine Auszeit von seinem Trio und lehnt sich entspannt zurück. Gleiches dürften die Hörer dieser CD tun, dazu vielleicht bei einem gemütlichen Abendessen ein Glas Wein genießen. Schon mit dem Tingvall Trio geht es oftmals nahe an die Popmusik heran, und diese Heimeligkeit und Gefühligkeit baut der Pianist auf seinen 14 Solo-Piano-Nummern aus.

Ein Hauch Melancholie, ein fröhlicher Tanz, das Hissen der schwedischen Flagge zu Mittsommer, ein Blick an den Himmel zum Großen Wagen, eine Mücke, die nicht sterben wollte — oder ganz einfach »Ein neuer Tag« (»EN NY DAG«): Tingvall macht zu bzw. aus allem ein Liedchen. Was andere als Skizzen beiseite legen oder mal für die Familie zu Hause spielen, möchte Martin Tingvall uns nicht vorenthalten, inklusive englischer Übersetzungen seiner poesiealbumsmäßigen Songtitel, die ihre Inspirationen vor sich her tragen. Dass im Pressetext obendrein Einflüsse skandinavischer Volksmusik und Referenzen an klassische Komponisten wie Grieg, Bach oder Chopin bemüht werden, wirkt letztlich völlig deplatziert und eher peinlich. (ijb)



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