Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Lana Trio
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Lana Trio with Sofia Jernberg
(2016, Clean Feed Records / Trem Azul CF469CD)

Es geht gleich richtig zur Sache mit allen vier Beteiligten, doch nach dem expressiven Aufgalopp mit wortloser Melodie bzw. -sprengseln von Sofia Jernberg hat zunächst noch Posaunist Henrik Munkeby Nørstebø einen Soloauftritt, bis auch dieser verebbt – und dann passiert erstmal gar nichts, oder nur ganz ganz wenig. Nach und nach schleicht sich Pianist Kjetil Jerve ein und schält eine Zweiton-Figur aus seinem Flügel. Nørstebø erweitert diese, und Jernberg legt Töne darüber. Untendrunter rumpeln Andreas Wildhagens Trommeln, etablieren einen Rhythmus. Über diesen und die immer noch beherrschenden zwei Töne des Pianos improvisieren dann alle vier Beteiligten. »Ears Anciens« heißt dieses erste, knapp 14-minütige Stück.

Das Lana Trio existiert seit 2007 und machte bereits mit zwei Veröffentlichungen auf sich aufmerksam, die in Free Jazz-Kreisen viel Lob einheimsten. Für diese dritte haben sich die drei Norweger nun mit Sofia Jernberg verstärkt: Die schwedische Vokalistin ist gleichermaßen in Klassik wie Jazz zuhause und schwimmt sehr gerne in freien Wassern. Beim Lana hat sie beste Gelegenheit, alles aus ihrer Stimme herauszuholen: Das Trio experimentiert bevorzugt mit Dynamik, aber ohne Tonalität und ist ständig auf der Suche nach neuen Klängen. Jernberg findet Zugang dazu, insbesondere mit Posaunist Nørstebø entsteht öfters sehr spannende Kommunikation. Generell ist diese Aufnahme ein Wechselbad aus hoch intensiven Ausbrüchen und geradezu kontemplativen Passagen, die den Musikern neue Pfade ermöglichen. Man muss sich halt drauf einlassen, sonst hat man verloren – aber das ist bei Free Jazz auch nicht anders als bei Schlager. (tjk)



Siehe auch:
Sofia Jernberg
Henrik Munkeby Nørstebø
Kjetil Jerve
Andreas Wildhagen

 Lana Trio: Lana Trio with Sofia Jernberg

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.lanatrio.com

   

ライブ イン ジャパン (Live in Japan)
(2014, Va Fongool VAFCD012)

Für uns oft schwer vorzustellen, doch viele norwegische Musiker, sei es im Experimentelleren, im Elektronischen, in der freieren Szene oder im mainsteamigen Jazz, werden gerne und oft nach Japan eingeladen. Die Hingabe der Japaner an die »nordische Musik« muss wohl größer noch sein als die in mitteleuropäischen Ländern. Warum also nicht mal den begeisterten Fans im fernen Osten zuliebe ein besonderes Schmankerl veröffentlichen..? Und so erscheint, kaum ein Jahr nach ihrem selbstbetitelten Debüt, Lana Trios »LIVE IN JAPAN«. Und natürlich muss der Titel korrekterweise in der Landessprache geschrieben werden.

Pianist Kjetil Jerve, Posaunist Henrik Nørstebø und Andreas Wildhagen am Schlagzeug aus der Trondheimer Free-Jazz-Szene spielten diese drei frei improvisierten Stücke im Februar 2014 im traditionsreichen Tokioter Club Jazzspot Candy im Stadtteil Chiba. Lost in Translation? Ja und nein. Gerade im ersten Stück »Candyism« wirbeln die Norweger etliche Einflüsse und Ideen umher, so bunt und rasant wie die Megacity, in der sie sich wiederfanden. »Meanwhile, Somewhere« dagegen setzt auf fragilen Minimalismus und Stille, fast wie eine Hommage an John Cage und seine Kollegen der Avantgarde der Moderne, d.h. sozusagen ein geschickter Kreis zurück zu einem japanischen Steingarten. Kein leichter Trip, aber so gesehen angemessen – und eben darum ein intensives, überaus faszinierendes und eigentlich auch überfälliges Stück musikalischen Brückenschlags zwischen der Norwegen und Ostasien. (ijb)



Siehe auch:
Nørstebø, Lercher & Julie Rokseth
Nakama 仲間
Lercher/Norstebø
Akmee

Audio-Link Video-Link



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2020, Design & Programmierung: Polarpixel