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Alle Rezensionen zu Natasha Barrett
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Peat + Polymer
(2 CDs, 2014, +3dB 020)

Auch wenn ihr Name anderes vermuten lässt, Natasha Barrett macht nordische Musik. Gewissermaßen. Die 1972 im englischen Norwich geborene Musikerin, Komponistin und Klangkünstlerin lebt in Hvalstad in der Nähe von Oslo. Nach zahlreichen Preisen, Installationen in aller Welt und einigen SoundArt-Alben auf diversen internationalen Labels widmet ihr Bjørnar Habbestads Avantgarde-Output +3dB eine große Werkschau auf zwei CDs. Die leider nicht als SACDs mit Surround-Audio veröffentlicht werden; doch das ist nur ein winziges Manko.

Barretts Kreuzung von Field Recordings mit verfremdeten und massiv neu zusammengesetztem Klangmaterial aus Natur und Instrumenten weist die Komponistin (lat.: componere = zusammensetzen) als wahre Klangforscherin aus. Hintergrund ihrer Stücke ist eine intellektuelle Auseinandersetzung mit Geschichte, Philosophie, Kunst, Natur und Lebensräumen. Daher lassen sich die acht Werke garantiert zur Grundlage von Master- und Doktorarbeiten nutzen. Ihre eigene Promotion erarbeitete Barrett 1998 an der City University London, wie ihr schwedischer Kollege Erik Nyström, zu dessen höchst bezugsreichem Schaffen sich denn auch die eine oder andere Parallele ziehen lässt. Man kann sich dem Œuvre allerdings auch mit schlichter akustischer Neugier widmen, dann lädt uns die Künstlerin auf der CD »PEAT« zu einer Reise durch die Stadtlandschaft Oslos, nach Shanghai oder von Lima über Machu Picchu, über die Anden bis zum Titicaca-See ein. Reichhaltige Trips für offene Ohren.

Die CD »POLYMER« hingegen bietet elektroakustische Kompositionen, auf der Basis von Gesangs-, Orgel- und Celloaufnahmen. Vögelchen zwitschern allerdings auch hier. Die Titel wie »Kernel Expansion Parts I-III« oder »Reality & Secrets no. 2 Parts I-III« deuten schon darauf hin, dass man sich die radikalen Geräusch- und Effekt-Verschachtelungen langsam erschließen muss. Es verbergen sich etliche geheimnisvolle Türchen und Fensterchen in Natasha Barretts ambitionierten »POLYMER«-Klangkonstrukten. Die zu finden und zu durchschauen, fordert in jedem Fall Geduld. Nichts weniger als das fordert die Künstlerin freilich von uns. (ijb)



Siehe auch:
Kåre Nordstoga
Tanja Orning / Håkon Stene
Angélica Castelló
Erik Nyström

Natasha Barrett: Peat + Polymer



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