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Alle Rezensionen zu Wolfgang Haffner
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Kind of Cool
(2015, ACT/Edel ACT 9576-2)

Die Fans atmeten auf, als Wolfgang Haffner nach seinem schweren Herzinfarkt und der anschließenden Reha wieder putzmunter auf der Bühne stand. Und es folgten nicht nur umjubelte und gelobte Konzertauftritte, sondern im November 2014 gleich noch der seit 1952 vergebene »Preis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Nürnberg«. Und so darf ein vielseitiger deutscher Jazzstar wie Wolfgang Haffner durchaus sein neues Album »KIND OF COOL« betiteln und auch mal hier bei uns geehrt werden.

Nun ist der Jazz dafür bekannt, dass er ebenso einer der progressivsten wie einer der rückwärtsgewandtesten aller Musikstile sein kann, und im letzteren Fall sind die CDs der Musiker quasi das akustische Pendant zum gerahmten IKEA-Druck berühmter Gemälde. Es mag abschätzig klingen, Wolfgang Haffners Sextett in diese Ecke zu stellen, doch auf der anderen Seite ist es auch eine echte Qualität, klassische Melodien aus früheren Jahrzehnten des Jazz so zeitlos und elegant zu interpretieren, dass man ihnen ihr Alter nicht anhört. Und nicht zuletzt darf man Haffner für seine Liebe zur Tradition loben und dafür bewundern, dass er mit »KIND OF COOL« tatsächlich etliche Wohnzimmer veredeln wird.

Klar ist es fast ein Sakrileg, eigene Stücke direkt neben eine Neuaufnahme von »So What« (1959) zu stellen, zumal wenn beim großen Miles letztlich kein neuer Blickwinkel zutage gefördert wird. »COOL« ist also nicht nur der Bezug auf den »Cool Jazz« jener Zeit, sondern auch Haffners Haltung, sich nicht beirren zu lassen, Gershwin (»Summertime«), Adderley (»One for Daddy O«) oder Rodgers & Hart (»My Funny Valentine«) als Schlager zu betrachten und nicht als Material für Neuinterpretation. In Mono abgespielt, könnte »KIND OF COOL« ebenso gut eine gut remasterte 50 Jahre alte Aufnahme sein. Haffners Sextett ist übrigens zu 50% skandinavisch, mit Pianist Jan Lundgren, e.s.t.-Bassist Dan Berglund und Altsaxofonist Jukka Perko. Als Gast tritt zudem Starposaunist Nils Landgren in Erscheinung. (ijb)



Siehe auch:
Jan Lundgren
Dan Berglund's Tonbruket
Jukka Perko
Nils Landgren

Wolfgang Haffner: Kind of Cool

Offizielle Website

Offizielle Website      wolfganghaffner.com

   

Kind of Spain
(2018, ACT/Edel ACT9848-2)

Sie müssen sich dieses Album so vorstellen: Wolfgang Haffner hat ein altes Cabriolet ergattert. Vor der Fahrt hat er sehr darauf geachtet, dass keine Kratzer im Lack sind und noch mal das Chrom poliert, damit alles schön glänzt. So fährt er mit der ganzen Combo, die mit Lars Danielsson und Jan Lundgren auch zwei Schweden auf den Rücksitzen beherbergt, bei bestem Wetter durch die andalusische Landschaft. Mal ziehen rechts die Sonnenblumen und links die weißen Dörfer an uns vorbei, mal rechts die Dörfer und links.... na Sie wissen schon.

Aber der Chauffeur führt uns mit solch einer entspannten Lässigkeit an allen »places to be« (= songs to be listened to) vorbei, dass es eine wahre Freude ist und gerade die größten Gassenhauer wie das traditionelle »El Vito« gereichen hier zur größten Freude, auch wenn er gegen Ende des Albums vielleicht eine Ausfahrt früher hätte nehmen können. Wenn Sie also dringend einen solchen Urlaub nötig hätten, das Geld aber nur bis zum Frankfurter Kreuz reicht - probieren Sie's mit diesem Album! Nicht zuletzt durch den bestechenden, aber furztrockenen, direkten Sound fühlen Sie sich sofort wie mittendrin unter den Passagieren, die Sie stilsicher und bestens unterhalten. Sichern Sie sich auf jeden Fall einen Platz beim Gitarristen (Daniel Stelter), denn er ist der heimliche Star des Albums! (stv)



Siehe auch:
Lars Danielsson
Manu Katché



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