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Alle Rezensionen zu Vassvik
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Gákti
(2019, Heilo/Grappa HCD 7345)

Diese CD ist unfassbar gut, das muss gleich zu Beginn so klar gesagt sein! Torgeir Vassvik, der hinter dem Bandnamen steckt, katapultiert den archaischen Joik in die Zukunft. Dieses Projekt betreibt er schon seit über 20 Jahren, in unterschiedlichen Ausrichtungen und Besetzungen. Torgeir Vassvik joikt – aber nicht nur: Sein Joik ist ganz nah am Chöömei der Tuviner, ist ganz nah an archaischem Blues. Und entwickelt dabei eine so unbändige Intensität, dass man glaubt, er springt im nächsten Moment aus den Boxen!

An seiner Seite sind drei wichtige Mitgestalter: Hans Kjorstad spielt Violine, sein jüngerer Bruder Rasmus Oktav-Violine, die exakt eine Oktave tiefer gestimmt ist. Das gibt reizvolle Reibungen, die Brüder tragen sehr viel melodisch wie rhythmisch bei, lassen die Saiten sanft, rau oder kratzig klingen – Überschreiten der Grenzen mitteleuropäischer Wohlfühl-Harmonie inklusive. Dazu kommt der Sound-Tüftler Audun Strype, der schon seit fast zehn Jahren mit Vassvik unterwegs und im Studio arbeitet.

Vassvik katapultiert den Joik in die Zukunft – das haben andere auch schon getan, man denke an Wimme oder Ulla Pirttijärvi. Vassviks Ansatz ist jedoch ein gänzlich anderer, er verzichtet auf modernes Instrumentarium und heftige Beats, beschränkt den Klang seiner Musik vordergründig auf Joik bzw. Stimme, Gitarre und Violinen – somit ist er viel näher an der Natur als die genannten Kollegen. Freilich passiert hier viel im Hintergrund, aber das ist alles sehr stimmig und ergibt ein wirklich großes Ganzes. Darum nochmal, zum Mitschreiben: »GÁKTI« ist unfassbar gut! (tjk)



Siehe auch:
Wimme
Ulla Pirttijärvi
Audun Strype
Hans Kjorstad mit Frode Haltli

 Vassvik: Gákti

Offizielle Website

Die CD »Gákti« war »CD des Monats« im Monat 7 / 2019.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

Tim, da hast Du einen wahren Schatz gehoben! Mit seinem samischen Joik-Gesang führt uns Torgeir Vassvik tief in den inneren Kern der nordischen Musik. Gemeinsam mit seiner sehr direkt aufgenommenen Stimme machen die rauen, repetitiven Gitarren und die oftmals »darüber fliegenden« Geigenlinien dieses Album zu einem archaischen Klangerlebnis. Ergreifend.
Stefan Vinaricky

Ich hab mich ja ebenfalls für diese CD stark gemacht, auch wenn ich wirklich nicht allzu oft Joik-Gesang anhöre(n kann). Bei Vassvik aber haut mich die phänomenale Klangwelt von Anfang an komplett um. Dass Meister-Tonmeister Strype hier als viertes Bandmitglied für »Sound Design« verzeichnet ist, freut mich als Fan seiner Arbeit sehr.
(In wenigen Wochen darf ich ihn sogar mit der Kamera bei der Arbeit in der nordnorwegischen Natur begleiten.)
Ingo J. Biermann

Mitteleuropäische Wohlfühl-Harmonie, fick Dich ins Knie, um es drastisch, aber in Reimform zu sagen!
Eva-Maria Vochazer


Peter Bickel

Offizielle Website      http://vassvik.com

   

Sapmi
(2015, Nordic Notes/Broken Silence NN065)

Von archaischer, roher Kraft: Einfache musikalische Kost ist es nicht, die uns Torgeir Vassvik auf seinen zweiten Album »SAPMI« bietet. Diese rauhen Tracks sind bis aufs bare Knochengerüst reduziert. Instrumentierung wird sparsam eingesetzt und dient nur dazu, den Gesang Vassviks noch deutlicher in den Mittelpunkt zu stellen. Der samische Musiker zelebriert hier den traditionellen Joik, den gutturalen Gesang seines Volkes. Und setzt auf die hypnotische Wirkung der schamanischen Trommel! Dass Joik-Gesänge und kathartische Kraft des Blues im Grunde nahe Verwandte sind, ist nur eine der Entdeckungen, die es hier zu machen gibt.

Klingt das mitunter brachial und geradezu furchterregend? Unbedingt! Diese wilden, ungezähmten Töne können zartbesaiteten Naturen durchaus Angst einjagen. Aber ungemein aufregend und absolut ungewohnt klingen sie auch! Seine Landsfrau, die Musikerin Jenny Hval, mit der Vassvik schon mehrfach zusammengearbeitet hat, beschreibt »SAPMI« mit folgenden Worten: Seine Musik ist dunkel wie Asphalt und geht uns mitten ins Herz«. Dem ist nichts hinzuzufügen. (emv)



Siehe auch:
Jenny Hval



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