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Alle Rezensionen zu T C F (The Contemporary Future)
(Genre »Beats«, Land »Norwegen«)

 

E4 15 C4 71 97 F7 8E 81 1F EE B7 86 22 88 30 6E C4 13 7F D4 EC 3D ED 8B
(EP, 2014, Liberation Technologies LTECH008 / 12”)

Geht das noch in die Schublade »Beats« oder lieber gleich ins etwas undankbare »Avantgarde«-Fach? TCF ist das Alias des Künstlers und Computermusikers Lars Holdhus, der sich mit Codes, Kryptografie und Privatsphäre befasst. Dazu nutzt der Norweger visuelle, akustische, gebaute und geschriebene Mittel. Seine Titel sind entsprechend ebenfalls verschlüsselt, und man muss die Stücke selbst analysieren, um die Codes zu knacken. Wenn man dies denn möchte. Laut Presseinfo gehört zu dieser Platte neben den physischen Tonträgern auch »digital content«, um die Bedeutung des Werks wirklich zu erschließen. Da uns diese nicht vorliegen, halten wir uns (vorerst) an eine eher faktisch-oberflächliche Beurteilung von TCFs faszinierender EP:

7 Tracks, 22 Minuten, der kürzeste (»D7 08 2A 8D 2A 37 FA FE 17 0E 62 39 06 81 C8 A1 49 30 6F ED 56 AD 5E 04«) nur 29 Sekunden lang, d.h. man braucht länger, um den Titel zu lesen als dazu, ihn anzuhören. Er besteht allerdings auch aus wenig mehr als einem fünf mal wiederholten, verfremdeten, langsamer werdenden Sample einer Stimme, die »slow« sagt, begleitet von R2D2-Sounds. Dieser kleine Epilog ergibt freilich nur Sinn, wenn man das erste Stück der EP kennt und erinnert, denn dort wird das »slow« schon einmal in anderem Kontext durchgespielt.

Nach mehreren Wochen des Musikgenusses beißt sich der Rezensent noch immer die Zähne nach den richtigen Worten aus, die spannende Musik des Städelschülers zu beschreiben und beurteilen. Club-Referenzen sind da, ja, auch hat Holdhus zuvor als Cracksmurf eine ordentliche Menge »direkterer« Clubmusik herausgebracht, und als TCF gab es bislang zwei limitierte Platten (Vinyl/MC), die leider nicht mehr erhältlich sind. Viele spannendere und auch weitaus längere Tracks als diese sieben findet man über TCFs Soundcloud, satte zwei Dutzend, größtenteils kostenfrei herunterladbar.

Also abschließend noch einmal zurück zur Anfangsfrage: Diese EP ist eher Kunstwerk als Beats, experimentelle Dancemusik vage in der Richtung (und der Qualität) von Arca, Lee Gamble und Tim Hecker. Große Namen, denen Holdhus durchaus das Wasser reichen kann. Er beweist, allerdings mehr als hier noch, wenn man durch seine Soundcloud stöbert, dass er ein nahezu genialer, extrem produktiver und sehr innovativer elektronischer Musiker ist, von dem wir hoffentlich noch lange und viel hören werden. (ijb)



Siehe auch:
Mika Vainio
Pixel
Thomas Köner
Ø

 T C F (The Contemporary Future): E4 15 C4 71 97 F7 8E 81 1F EE B7 86 22 88 30 6E C4 13 7F D4 EC 3D ED 8B

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.larsholdhus.com



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