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Alle Rezensionen zu Hey Elbow
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Every Other
(2015, Adrian Recordings/Broken Silence)

Von Klein-Klein halten Hey Elbow nichts. Von simplen Strukturen und lauwarmen Botschaften noch weniger. Das schwedische Trio erzählt auf seinem Debütalbum »EVERY OTHER« lieber die großen Geschichten. Mit Intro, Höhepunkten und Outro, wie sich das für ein (fast schon) symphonisches Konzept gehört. Denn die drei aus Malmö klingen auf dem ambitionierten Erstling mitunter wie ein experimentelles Orchester. Bitte an den Sitzen festhalten, sonst könnte man wegen dieser unerhörten Töne fast aus der Bahn fliegen! Hey Elbow erschaffen in Tracks wie dem episch ausufernden »Blanca« dunkel dräuende Soundlandschaften, über denen die Stimme von Julia Ringdahl die schwarzen Schwingen ausbreitet wie die Nazgûl-Ringgeister. Nur um in »Naksno« ein pastorales Idyll mit Kinderchor und tribalen Marimbas zu entwerfen. Und darin gekommt jazzige Einsprengsel einzuweben. Was gute Assoziationen an die fabelhaften Landsleute Wildbirds & Peacedrums weckt.

»EVERY OTHER« ist Bildungsreise und Abenteuerfahrt gleichermaßen. Ist Disco und Geisterbahn. Was uns im Dschungel der Zitate um die nächste Ecke erwartet - das ist erfreulicherweise völlig unvorhersehbar. Altmeisterin Grace Slick könnte in der jungen Schwedin Ringdahl durchaus eine experimentierfreudige Wiedergängerin entdecken. Und dass Ellen Petersson hier klassisches Horn und Synthies gleichermaßen souverän beherrscht, lässt aufhorchen. Nein, einfach zu goutierende musikalische Kost bieten die Schweden nicht. Aber dafür blasen sie uns mit bedingungsloser Hingabe an die Erkundung wilder Soundlandschaften gehörig die Ohren frei! (emv)



Siehe auch:
Wildbirds & Peacedrums

 Hey Elbow: Every Other

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/heyelbowmusic

   

C0C0C0
(2018, Adrian Recordings/Broken Silence)

Vangelis Noir. So könnte man die Stimmung auf »C0C0C0« beschreiben, dem zweiten Album von Hey Elbow. Sängerin Julia Ringdahl singt mit solch düsterer Intensität, als sei die Position der führenden Dark Lady im anspruchsvollen Pop vakant. Die Schweden wenden sich hier den ausufernden Strukturen des Postrock zu. Flirten mit gehobener Filmmusik. Den anspruchsvollen, poetischen Weltschmerz jenseits allen Kitsches beherrschen sie sowieso. In einer Welt, in der Wahrheit und Lüge mit größter Penetranz via Kurznachricht herausposaunt werden, geben sich Hey Elbow bewusst geheimnisvoll. Schon allein aus diesem Grund muss man dieses Album mögen.

Vordergründig bewegt sich das Trio in dunkel dräuenden Soundwelten. Aber bei genauem Zuhören spürt man, dass sich hinter all den Gewitterwolken eine lichte Leichtigkeit verbirgt. Das balladige »Ghosts Of Budva« bricht Herzen, weil die Schweden sich bewusst zurücknehmen. Der zunächst getragene Track »Back To Reality« erhebt die Nachdenklichkeit zur Kunstform und überrascht mit synthielastigen Temperamentsausbrüchen. Hach! Wie gerne würden wir Julia Ringdahl in diese funkelnden Grauwelten folgen! (emv)

Video-Link



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