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Alle Rezensionen zu Jaakko Eino Kalevi
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Jaakko Eino Kalevi
(2015, Domino Records)

Die Straßenbahnen in Helsinki müssen künftig ohne ihren traumverlorensten Chauffeur auskommen: Jaakko Eino Kalevi hat seinen Teilzeitjob bei den Verkehrsbetrieben gekündigt und ist ins ferne Berlin gezogen. Der sympathische Spinner experimentiert auf seinem selbst betitelten Debütalbum mit tanzbaren elektronischen Klängen. Bricht zu einer entspannten Bildungsreise in musikalische Grenzgebiete auf. Wobei sich der Finne viel Zeit für unerwartete Schlenker nimmt. Ganz klar: Kalevi outet sich als Fan des gehobenen Disco-Dancefloors mit Vorliebe für üppige Synthie-Sounds. Es bliept und knuspert zärtlich im Album-Highlight »Night At The Field«. Aber sicher ist hier gar nichts: In »Mind Like Muscle« lässt Kalevi zwischenzeitlich die E-Gitarre majestätisch aufheulen. Oder experimentiert in der reduzierten Hymne »Don´t Ask Me Why« mit finnischem Sprechgesang und geschmeidigem Piano-Jazz. Hier leuchtet ein warmes Licht!

Angst vor Genregrenzen? Nichts da! Der Autodidakt zelebriert losgelöste Töne von funkelnder Schönheit. Man könnte fast schwören, dass Jaakko Eino Kalevi bei den Aufnahmen, die noch in Helsinki stattfanden, die ganze Zeit über verschmitzt gelächelt hat. Abgemischt wurde der Erstling dann in New York von Mastermind Nicolas Vernhes, der schon den Alben von The War On Drugs den letzten Schliff verpasste. Der Soundtrack für laue Sommerabende: Jaakko Eino Kalevi liefert ihn ausgerechnet auf Finnisch mit dem epischen und dandyhaften Track »Ikuinen Purkautumaton Jännite«, wo Gastsängerin Sonja Immonen glänzen darf und der Saxofonist Jorja Renn zu Hochform aufläuft. Letzterer hat bereits mehrfach mit Bryan Ferry gearbeitet. Passt irgendwie (emv)

Jaakko Eino Kalevi: Jaakko Eino Kalevi

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jaakkoeinokalevi.com

   

Dissolution
(2019, Domino Records)

Schrullig lebt es sich besser! Auf »DISSOLUTION«, dem Minialbum des finnischen Querkopfes Jaakko Eino Kalevi, geht es gewohnt eigenwillig zu. Der Mann aus Helsinki mit derzeitigem Wohnsitz in Berlin nimmt uns mit auf eine wilde Fahrt durch die Disco-Geisterbahn. Er dreht die Synthies auf und punktet mit einer unberechenbaren Mischung aus finnischen und englischen Texten. Und da man in der deutschen Hauptstadt jede Menge Menschen aus anderen Ländern trifft, tritt die Taiwanerin Yu-Ching Huang bei drei Tracks als Gastsängerin auf. Die Glitzerkugel dreht sich über diesen Songs, die sich erfreulicherweise nicht zwischen 80er-Hedonismus, 70er Raumschiff-Verliebtheit und 60er-Psychedelik-Kifferwolken entscheiden können.

Schon im Opener »Out Of Touch« entführt uns der Meister in bester Weirdpop-Tradition mit schön schiefen Walzerklängen gekonnt auf Abwege und somit in geheimnisvolle Gegenwelten, in denen ie Gewissheiten schwinden. »Das Leben auf der Erde ist ein Geheimnis: Es ist eine Geschichte der Auflösung«, erläutert der Mann mit den straßenköterfabenen Haaren den intellektuellen Überbau seines Werkes. Diese Erkenntnis ist zwar nicht ganz neu, aber im erfreulich durchgeknallten Titelstück halten Tanzbarkeit, Überkandideltsein und Verschwurbeltheit entscheiden können. Wird wohl noch dauern, bis der Meister »The Source Of Absolute Knowledge« (wunderbare Hommage übrigens an Kraftwerk-Sounds!) entdecken wird! (emv)

Video-Link



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