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Alle Rezensionen zu Hilde Marie Holsen
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Ask
(LP, 2015, Hubro/Grappa HUBROLP3562)

Bewegt man sich ein wenig in der gegenwärtigen Musikszene in Oslo, stößt man allenthalben auf Leute, die in den höchsten Tönen von Hilde Marie Holsen sprechen oder auch gleich mit ihr arbeiten wollen. Mit Kjetil Husebø wird sie demnächst das Experimentalfestival Tape To Zero kuratieren, nachdem Terje Evensen als Co-Leiter aufgehört hat. Möglich, dass der Absolventin der Norwegischen Musikakademie diese große Aufmerksamkeit bald ein wenig »zu viel« wird. Jedenfalls hat sie gerade ihr erstes Album veröffentlicht, das wiederum in einer auf nur 200 Stück limitierten Auflage als White-Label-LP erscheint, bei Hubro, wo doch ein CD-Release zwischen ähnlichen experimentellen Solodebüts erfahrener Musikerkollegen wie Morten Qvenild, Erland Dahlen oder Christian Wallumrød eine gute Gesellschaft bilden würde.

Koproduziert, gemischt und gemastert von Maja S.K. Ratkje, präsentiert »ASK« die 25-jährige Trompeterin als neue Stimme zwischen Jazz, Ambient und Noise. In lyrischeren, wärmeren Passagen erinnert man sich an (den frühen) Arve Henriksen, doch klingt sie spröder und karger; die schrofferen Teile hingegen lassen an das exzellente Solowerk von Hornistin Hild Sofie Tafjord denken, doch nicht so virtuos und lautstark. Ansonsten denkt man auch einfach mal nur an eine Gewitterfront. Immerhin ist die junge Dame im Dörfchen Vassenden, weit abgelegen von allen größeren Städten, in der Mitte zwischen Sognefjord und Nordfjord, aufgewachsen, also wie Henriksen wird die intensive Verbindung zur norwegischen Natur ihr Leben geprägt haben. Nicht auszuschließen, dass Hilde eine ähnliche Karriere wie dem älteren Kollegen bevorsteht. Die LP ist natürlich längst vergriffen, und so bleibt nur der Klick auf Soundcloud oder der Kauf der Soundfiles via Hubro-Webshop. (ijb)



Siehe auch:
Maja S. K. Ratkje
Kjetil Husebø
Arve Henriksen
Hild Sofie Tafjord

Hilde Marie Holsen: Ask

Audio-Link Offizielle Website

Offizielle Website      hubromusic.com/hilde-marie-holsen-ask/

   

Lazuli
(2018, Hubro/Grappa HUBROCD/LP2572)

Schon mit ihrem Debüt zeigte Hilde Marie Holsen vor drei Jahren, dass sie einen sehr eigenen stilistischen Ansatz verfolgt. Auf dem Nachfolger verdichtet die Trompeterin diese überaus beeindruckende individualistische Welt weiter. »LAZULI« begann improvisiert aus einer Zusammenarbeit mit der Malerin Tyra Fure Brandsæter, die beiden inspirierten sich gegenseitig im Gestaltungsprozess. Später wurde das Material editiert und im Detail weiter bearbeitet; produziert hat Holsen das Album diesmal zwar selbst, Mischung und Mastering fanden indes wieder mit Maja S.K. Ratkje in deren eigenem Studio in Svartskog, südlich von Oslo, statt.

Der gedämpft-elegische Ton mag latent an Arve Henriksen erinnern, doch wie Holsen aus elektronisch verfremdeten Trompetenklängen erzeugte Geräusche auf eine irisierende, geheimnisvolle Weise einflicht, phasenweise die Oberhand gewinnen lässt, wie sie aus verschiedenen Schichten von (Klang-)Farben und Texturen eine enigmatische Atmosphäre um ihre schwebende Erzählung kreiert, das weist sie als ganz eigene Stimme in der norwegischen Musikszene aus. Passenderweise tragen die Stücke der vierteiligen Suite Namen von Mineralien, die als Farbpigmente in der Malerei verwendet werden. Das grandiose 17-minütige Titelstück zeigt Holsens akustische, ja haptische Klangmalerei auf eindrucksvolle, sehr organische Weise. Schön, dass Andreas Meland, der früher selbst auf ähnliche Weise musizierte (»Music for Tinguely«), mit seinem Hubro-Label dieser innovativen Neuen Musik eine Plattform gibt. (ijb)



Siehe auch:
Jon Hassell
Andreas Meland »Music for Tinguely«

Audio-Link



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