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Alle Rezensionen zu Geir Sundstøl
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Brødløs
(2018, Hubro/Grappa HUBROCD 2603)

Ach ja, es ist ein Kreuz heutzutage, man kann sich auf nichts mehr verlassen: Orange ist das neue Schwarz, eine selbsternannte »Alternative für Deutschland« ist eher ein Freiflug in die Hölle, Frauen sind die besseren Männer, Jazzer sind die besseren Rocker und jetzt auch noch: Norweger machen das bessere Americana!

Frag nach bei Geir Sundstøl! Die neue CD des norwegischen Gitarristen beginnt zumindest, als wären irgendwo im amerikanischen Mittelwesten ein paar norwegische Musiker als Hobos vom Zug gefallen: Schüttere Gitarren und staubige Slide-Linien treiben wie im Western Büsche vor sich her, man muss nur die Augen zumachen. Beim nächsten Stück macht man sie wieder auf, wenn ein sphäriger Chor sich halb erhebt – und was ist das? Eine Trompete! Wie kommt die dahin? Mit »Hurtigruten« sicher nicht, dafür ist das alles viel zu gemächlich hier. Egal: Augen wieder zu, lieber Hörer, Sundstøl schickt Dich wieder in eine Traumwelt. Once upon a time in the west?

Nein, der Harmonika-Spieler kommt nicht, Charles Bronson war nicht mehr verfügbar. Dafür Erland Dahlen, David Wallumrød, Mats Eilertsen, Jo Berger Myhre und Nils-Petter Molvær sowie eine namens Sanskriti Shrestha, die hat sich u.U. sogar aus Indien nach Nevada-Norge verirrt. Dort geistern sie mit 36 Instrumenten 36 Minuten durch die Halbwüste, mit lauwarmem Kaffee und abgemagerten Rössern – Verzeihung: halbgaren Ideen und knorrigen Stücken. Auch egal: Die Stimmung macht’s! (tjk)



Siehe auch:
Mats Eilertsen Trio
Erland Dahlen
Jo Berger Myhre
David Bowie

Geir Sundstøl: Brødløs

Offizielle Website

Offizielle Website      http://hubromusic.com/geir-sundstol

   

Langen Ro
(2016, Hubro/Broken Silence HUBROCD2576)

Ähnlich wie Kim Myhr (»BLOOM«) entwirft Geir Sundstøl auch auf seinem zweiten Soloalbum seine ganz eigene Variante von verträumter Americana und cineastischer Roadtrip-Stimmungsmusik. Während Myhr alles komplett alleine mit Gitarren und Elektronik ausarbeitet, setzt Sundstøl auf einen (etwas) typischeren Bandsound, wozu auch Erland Dahlen, Martin Langlie und Martin Windstad mit ihren vielfarbigen perkussiven Sounds und David Wallumrød mit Piano und analogen Synths maßgeblich beitragen.

Sundstøl selbst kennt man, schon von seinem ersten Album sowie seit »SWITCH« in Nils Petter Molværs Band, für seine Ry-Cooder-mäßigen Steelgitarren und Banjos, doch auch zu ungewohnten Saiten- und Tasteninstrumenten wie Cümbüş, Moog Minitaur, Pianochordia und Marxophone greift er hier. »LANGEN RO« bleibt auf der gleichen Wellenlänge wie zuletzt »FURULAND«, doch die acht Instrumentals (darunter sogar eines von Giorgio Moroder) sind verfeinerter und sanfter, fügen sich zu einem harmonischen, vielschichtigen Klangbild, in dem jeder Mitmusiker elegant seinen Platz findet. (ijb)



Siehe auch:
Kim Myhr
Martin Langlie
Nikolai Hængsle Eilertsen
Martin Windstad

   

Furulund
(2015, Hubro/Grappa HUBROCD2533/LP3553)

Geir Sundstøl, 1969 geboren, soll auf bereits über 250 Alben mitgewirkt haben, und doch war er bislang für die meisten ein unbeschriebenes Blatt. Sein einziges eigenes Album war »SWEETHEARTS«, ein Country-Duo mit der amerikanisch-norwegischen Sängerin Lynni Treekrem. Zuletzt trat er international ins Rampenlicht, als er Nils Petter Molværs Album »SWITCH« und im Anschluss zahlreiche Konzerte der NPM-Band mit dem unerwarteten Klang von Steel-Gitarren und Banjo auffrischte. Ob dieser Erfolg ein Einfluss auf das späte Solodebüt war...? Hubro hat sich in letzter Zeit ein besonderes Renommee mit der Veröffentlichung etlicher vergleichbarer Solowerke musikalisch mehr oder weniger verwandter und vor allem längst etablierter Norweger erarbeitet, ob nun Christian Wallumrød, Morten Qvenild, Frode Haltli, Ivar Grydeland, Erland Dahlen, Erik Honoré... allesamt zu Recht geliebt und gepriesen.

Im Unterschied zu den meisten der genannten ist Sundstøls »FURULUND« keine reine Solo-CD, sondern entstand mit den Gästen David Wallumrød (keys), Erland Dahlen und Michael Blair (beide dr). Dennoch steht Sundstøl mit dem erfrischend unorthodoxen Countrysound seiner diversen akustischen Gitarren (und deren Verwandten) im Zentrum des Geschehens. Sofort kommt Ry Cooders Wüstenmusik in den Sinn, weniger Norwegen. Dies ist das »besondere Etwas« von »FURULUND«, und der Platte gelingt, was Ivar Grydelands zu skizzenhaftes Debüt nicht wurde: eine starke, frische und wahrlich unnachahmliche, zumeist heiter-entspannte neue Gitarrenmusik mit individueller Note. Nur einen Mangel hat sie: Die 35 Minuten sind einfach jedes mal zu schnell vorbei. (ijb)



Siehe auch:
Nils Petter Molvær
Stein Torleif Bjella
David Wallumrød
Erland Dahlen

Audio-Link Video-Link



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