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Alle Rezensionen zu Megalodon Collective
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

The Triumph
(2019, Jazzland/Edel 377 921 0)

Der größte aller Haifische, der in den urzeitlichen Weltmeeren gelebt hat, musste es als Bandnamen sein. Drunter mochten es die sieben jungen Norweger, von denen immerhin zwei Schlagzeuger und drei Saxofonisten sind, wohl nicht machen. Und man muss sich wahrlich in Acht nehmen, wenn das Megalodon Collective in tiefen Gewässern auf Jagd geht. Schon für ihr Album-Debüt nahmen sie dafür eine Grammy-Nominierung in Norwegen im Jahre 2015 als Beute mit.
 
Fast möchte man meinen, sie hätten für ihre nun dritte Veröffentlichung (der zweiten auf dem renommierten Jazzland-Label) die Zahnreihen nochmals geschärft. Denn sie zerhäckseln mit großer Geste alles, was in ihre Fänge gerät: Big-Band-Riffs, bierselige Blues-Attitüden, feurige Bossa-Rhythmen, rockige Stakkato-Passagen und derlei Dinge mehr. Vorhersehbar ist da nichts, selbst im noch am ehesten zugänglichen »When will we meet again« (was im Übrigen auch keiner so genau weiß), in dem ein fast Steve-Reich‘sches Saxophon-Pattern von einem Fünfer- fast unmerklich in einen Dreiertakt wechselt. Auf strenge Ordnung und wiederkehrende Strukturen also legt das Septett eher weniger Wert. Viel eher feiert das Kollektiv die offene Form und die Saxofonisten-Protagonisten überbieten sich in dieser Gemengelage häufiger in exaltierten Ausbrüchen und seltener in einem sinfonisch-lyrischen Zusammenspiel. All das ist in der Haltung und im Sound sehr nah am Wesenskern des Jazz und es ist – nebenbei bemerkt – durchaus interessant, dass sich Teile gerade der jungen (und jüngsten) Generation im norwegischen Jazz stark darauf zurückzubesinnen scheinen. Ambitioniert ist das allemal und technisch perfekt ohnehin. Aber durchaus auch anstrengend, sowohl was die Harmonik, die Rhythmik, aber auch die gesamte Architektur der Songs betrifft. Wer Refrains nachpfeifen möchte ist hier gänzlich falsch. All jene aber, die sich mit offen Ohren darauf einlassen können, bekommen hier wahrlich einen großen Fisch an die Angel. (stv)



Siehe auch:
Bangkok Lingo
Kjetil Mulelid Trio
Rohey
MMO-Ensemble

 Megalodon Collective: The Triumph

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/megalodoncollective

   

Megalodon
(2015, Gigafon/Musikkoperatørene GIGA014)

Sie machen streckenweise ordentlich Dampf: Bei drei Saxophonisten, zwei Drummern sowie E-Gitarre und Bass darf das aber auch so sein. Zudem sind die Norweger getreu dem Kollektiv eher offenen Strukturen zugetan.

Martin Myhre Olsen, Karl Hjalmar Nyberg und Petter Kraft sind Saxer und treibenden Kräfte hier. Die Stücke sind gar nicht so lang, aber haben es in sich: »Mu« eine einzige Hymne, die sich ins Unermessliche steigert, obwohl nur knapp über vier Minuten lang. Das Titelstück beginnt mit schräger Melodie über einem Gitarrenriff, darunter tobt der Drummer. Dann beruhigt sich das Megalodon und Olsen übernimmt am Sopransax. Macht in jedem Fall Spaß, dieses Kollektiv. (tjk)



Siehe auch:
Rønnings Jazzmaskin
Arne Torvik

Video-Link



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