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Alle Rezensionen zu Kirsti, Ola & Erik
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Rags & Silks
(2015, Propeller Recordings/NAME Musik)

Die ewige Leier mit Coveralben (mehr oder weniger) bekannter Popsongs: Entweder sie werden dafür kritisiert, den Originalen und Vorbildern mit zu wenig eigener Haltung zu begegnen bzw. sie schlicht nachzuspielen – oder dafür, gegenüber den Originalen nicht den richtigen Respekt zu haben und ihnen mit der eigenen Lesart nicht gerecht zu werden. Alles schon ungezählte Male gehört und gelesen. Der Sängerin Kirsti Huke (Scent of Soil), dem multiinstrumentalen Streicher Ola Kvernberg (Liarbird, Grand General, Ingebrigt H. Flaten etc.) und dem Perkussionisten Erik Nylander (Kobert, Peloton, Magic Pocket, Monkeybar u.v.a.), allesamt der Trondheimer Musikszene entwachsen, kann man für ihr zauberhaftes Album »RAGS & SILKS« keinen der beiden Vorwürfe machen.

Ihre Einspielung von sieben, zum Teil gassenhauermäßig bekannten Hits der Popkultur bestechen durch geradezu ätherische, überaus fragile Interpretation. Als Vorbilder haben sie sich an ABBA (»The Day Before You Came«), die Beach Boys (»God Only Knows«) und Velvet Underground (»All Tomorrow's Parties«), sowie an Nick Drakes »Riverman« und Tom Waits' »Lonely« (von seinem Debütalbum 1973) gewagt, allesamt sofort erkennbar und doch mit großer Sensibilität und Respekt dargeboten, mit intimer Instrumentierung und fern jeglicher Pop-Attitüde.

Nick Caves »Into my Arms« erweist sich nicht zum ersten Mal als harte Nuss für fremde Stimmen; Kirsti Huke gelingt eine schöne Interpretation, doch die Tiefe des Songs vermag sie nicht auszuloten. Bei »Teardrop« hingegen, seit 1998 ein immer wieder gern gecovertes Stück von Massive Attack und Elizabeth Fraser, wagen Kirsti, Ola und Erik sich am weitesten vor, so dass man das Lied kaum erkennt. Hiermit glückt ihnen wohl der Höhepunkt der leider recht kurzen CD. Nicht einleuchtend ist, warum die drei es bei nur sieben Songs belassen haben. Mit dieser wunderbar eigenen Lesart hätten es gut und gern noch drei oder vier weitere Klassiker sein dürfen, und das Album wäre noch schöner und spannender geworden. (ijb)



Siehe auch:
Scent of Soil
Ola Kvernberg
Kobert
Hilde Hefte

 Kirsti, Ola & Erik: Rags & Silks



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