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Alle Rezensionen zu Emil Brandqvist Trio
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Entering The Woods
(2020, Skip Records/Soulfood SKP 9149-2)

Kein Wunder, dass Emil Brandqvist so viel Erfolg hat: Sein Trio groovt lässig auf dem Mittelstreifen zwischen Jazz und Pop, pflückt hier etwas Elektro- und da ein paar Dancefloor-Blumen und trifft damit ziemlich in das gleiche Geschmackszentrum wie sein Landsmann Martin Tingvall. Im Gegensatz zu diesem lädt der schwedische Drummer gerne Gäste ein, die auf »ENTERING THE WOODS« das Klangbild gelegentlich erweitern: Lisa Långbacka (Akkordeon), Martin Brandqvist (Flöte und Bassklarinette) und Johan Asplund (Trompete) haben geschmackvolle Nebenrollen.

Die Hauptrollen kommen freilich dem Trio zu: Tuomas A. Turunen lässt das Piano perlen und spielt Soli, mit denen er die allesamt von Brandqvist geschriebenen Kompositionen zum Strahlen bringt und weniger sich selbst. Auch Bassist Max Thornberg geht fast völlig in seiner Begleiterrolle auf. Brandqvist ist präsent ohne Aufdringlichkeit, sein Hauptaugenmerk liegt auf Melodien und Rhythmus - hier wird eindeutig nach dem Prinzip »It’s the song, not the singer« agiert. Manchen Stücken kann man sich kaum entziehen: »The Clouds Are Clearing« ist so ein unwiderstehlicher Song, mit einem hypnotisierenden Piano-Pling, den man zunächst weghaben will, aber ohne den das Stück ein anderes wäre. »Downhill« packt auch, mit nervösen Drumbeats und einer eingängigen Melodie. Andererseits schrammen ein paar der Stücke nur knapp an der Leitplanke der Banalität vorbei. (tjk)



Siehe auch:
Tuomas A. Turunen
Tingvall Trio

Emil Brandqvist: Entering The Woods

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.emilbrandqvisttrio.com

   

Within A Dream
(2018, Skip Records/Soulfood SKP 9141-2)

Ein wiederkehrendes Element bei den Alben des Trios um den schwedischen Schlagzeuger Emil Brandqvist ist die Erweiterung des Kernensembles um einige Gastmusiker. Mal war dies ein Streichquartett, mal eine Reihe von (Holz-)Bläsern. Diese zusätzlichen Koloraturen vermochten bisher – gerade durch ihren sparsamen und prägnanten Einsatz – die Musik zu bereichern und ihr eine schöne Eleganz zu verleihen.

Bei dieser Aufnahme gibt es nur noch einen Gast, nämlich den Bruder des Leaders, der im wesentlichen Flöten und Klarinetten beisteuert, doch mit der Eleganz mag es hier nicht mehr so recht gelingen. Da wird an einer Stelle eine Basslinie von einer Bassklarinette gedoppelt, an einer anderen zwitschern Bert-Kaempfert-mäßig einige Flöten. Das wirkt insgesamt recht beliebig und ist diesmal weit davon entfernt, diese Musik auf eine zusätzliche Ebene zu hieven – nicht zuletzt, weil diese Einsätze im Mix sehr weit in den Hintergrund gemischt sind. Emil Brandqvist selbst greift hin und wieder zum Synthesizer, was aber sehr klischeehaft gerät. Das klingt dann schon sehr in (Zucker-)Watte gepackt und man wird das Gefühl nicht los, dass hier eine gewisse kompositorische oder dramaturgische Einfallslosigkeit überspielt werden soll.

Am ehesten gefallen die rein akustischen Momente, von denen es glücklicherweise einige gibt, auch wenn die Soli des Pianisten Tuomas Turunen stets etwas zerfahren klingen. Insgesamt würde man sich sehr wünschen, dass das Trio zumindest da und dort mal so richtig ins Risiko ginge. (stv)



Siehe auch:
Phronesis
Espen Eriksen Trio

   

Falling Crystals
(2016, Skip Records/Soulfood SKP 9135-2 | LC10482)

Auch mit seinem dritten Album geht Emil Brandqvists Trio sehr eigene Wege und baut seine Alleinstellung im weiten Feld der Jazztrios aus. Als Gäste sind diesmal wieder (wie schon beim Debüt) die Damen des Sjöströmska String Quartet und Perkussionist Martin Brandqvist beteiligt. Der Göteborger Schlagzeuger ist ein beeindruckend melodischer Komponist (auch Musiken für Filme schrieb er zuletzt), der zwar ein »klassisches« Jazztrio ins Leben rief, das starke, fokussierte Livekonzerte spielt, auf CD jedoch eher eine stilvoll und -sicher arrangierte Kreuzung aus Pop-Jazz und eingängiger Kammermusik bietet.

Die zwölf Stücke auf »FALLING CRYSTALS« überzeugen zwischen Melancholie und charmanter Hochstimmung, wobei die Streicher nie dominant und selten in voller Quartettgröße zum Einsatz kommen, sondern eher punktuell Akzente setzen, ebenso wie mal eine eine Celesta oder geschickt gesetzte elektronische Sounds im Arrangement zu entdecken sind. Wahrscheinlich ist es gerade Brandqvists Hauptaugenmerk auf Schlagzeug und Perkussion geschuldet, dass die Songs, selbst wenn sie eher lyrischer Natur sind, zu jedem Zeitpunkt mitreißend und rhythmisch vertrackt bleiben und somit nie Langeweile aufkommt. (ijb)

   

Seascapes
(2015, Skip Records/Soulfood SKP 9128-2)

Emil Brandqvist ist uns bislang entgangen. Dabei bekamen sein Debütalbum »BREATHE OUT« und seine Konzerte auch hierzulande viel positive Resonanz. Ungewöhnlich beim Emil Brandqvist Trio ist, dass nicht wie üblich der Pianist, sondern der Schlagzeuger und Perkussionist der Band den Namen gibt und fast alle Stücke schreibt. Zudem hebt sich das Trio, dem Pianist Tuomas Turunen und Bassist Max Thornberg angehören, durch ein besonderes Konzept von der – zumal im nordischen Raum – Vielzahl der Konkurrenten ab: Zwar spielen auch sie lyrische Songs, so melodie- wie emotionsbetont, mit einer souveränen Unaufgeregtheit und einem sehr weichen, warmen Klangbild; doch wie schon beim Debüt, das mit dem Sjöströmska Streichquartett eingespielt wurde, besticht »SEASCAPES« durch ein frisches Bekenntnis zum offenen Ensemble: ein Jazztrio mit Gästen.

Diesmal wirken drei Bläser mit – Johan Asplund (flh), Martin Brandqvist (fl, cl, bcl) und Nils Bören (cl) – und sorgen dafür, dass die abwechslungsreiche Platte zu einer farbenfrohen Kreuzung aus Jazzkonvention und Pop wird. Brandqvists dynamische Kompositionen erinnern vage ans Neo-Jazztrio In The Country, gehen aber nicht ganz so weit in Popmusik. Auch sind die Stücke niemals banal oder austauschbar, wie man das von nicht wenigen Trios kennt, oft sogar erfrischend heiter. So wäre Brandqvist und seinen Kollegen sehr zu wünschen, dass sie mindestens so bekannt werden, wie es etwa das beim gleichen Label veröffentlichte, aber zumindest auf ihren Studioalben kaum einmal so originell in Erscheinung tretende Tingvall Trio. (ijb)



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