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Alle Rezensionen zu Emilíana Torrini
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Tookah
(2013, Rough Trade/Beggars Group BMD-RTRADCD-685)

Cäsar und Mussolini sind gescheitert, aber mit ihrer Küche haben die Italiener die Welt am Ende doch noch erobert. Pionier in Reykjavik war Salvatore Torrini mit seinem Restaurant Ítalía. Dort hat einst Torrinis Tochter Emilíana ausgeholfen, bevor sie sich ausschließlich ihrer Musikkarriere widmete, die 2009 im überraschenden Nummer-eins-Hit »Jungle Drum« gipfelte. Seitdem ist schon wieder viel Wasser die isländischen Gletscherflüsse hinabgeflossen.

Dennoch knüpft »TOOKAH« genau da an, wo »ME AND ARMINI« aufhörte. Erneut entstanden die meisten Lieder in enger Zusammenarbeit mit Dan Carey, der die melancholischen Melodien mit behutsamen Gitarrenakkorden vermengte und eine Prise Elektronik hinzufügte. Doch so wie die Popularität von Pizza und Pasta den Gaumen an bestimmte Geschmackserlebnisse gewöhnt hat, stellt sich auch beim Hören der zehn neuen Lieder allmählich ein Sättigungsgefühl ein, weil stur nach Rezept gekocht worden ist. Ein paar exotische Gewürze und außergewöhnliche Zutaten hätten vermutlich nicht geschadet. (mau)

Emilíana Torrini: Tookah

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.emilianatorrini.com

   

Me And Armini
(2008, Rough Trade 883870028523)

Die leichten Offbeats, die verspielten Effekte, die lebensbejahenden Gitarren – es tut sich etwas im Torrini-Klangkosmos. So fröhliche Übermüter wie »Jungle Drum« sind im Grundton zuversichtlich und erwartungsfroh, weniger verzweifelt-betrübt. Das mag überraschen und den ein oder anderen betrüblich stimmen, da die Hinwendung zur Popmusik sicherlich Tiefenräume zuschichtet. Intime akustische Begegnungen, die noch der Vorgänger ermöglichte, sind etwas ins Hintertreffen geraten – auch wenn der Opener das Gegenteil suggeriert.

Aber auch die weniger sparsamen Songs offenbaren ihren Sinn für die Stimmigkeit der Kompositionen, auch wenn schnell aus raumgreifender Harmonie betäubende Langeweile werden kann. Der Niedlichkeitsfaktor ihrer Stimme rettet das Album zwar auf Tracks wie »Big Jumps«, aber eben nicht über die komplette Distanz. (maw)

   

Fisherman's Woman
(2005, Sanctuary/Rough Trade RTRADCD185)

Wer hätte gedacht, dass man von der Italo-Isländerin noch einmal hören würde? Sicher – auch nach ihrem Debüt 1999 schrieb Emiliana Torrini an Kylie Minogues Hit »Slow« mit oder sang für den »Herr der Ringe-Film« den »Gollum Song«. Und doch war sie weitgehend abgetaucht, bis plötzlich sechs Jahre später ein neues, rein akustisches (!) Album auf dem Rezensententisch landet. Und an den Gedanken muss man sich erstmal gewöhnen.

Der »Björk-ige« Trip-Pop vergangener Tage ist einer Vision von sprödem Feenfolk gewichen, der nun eher an die lichtscheue Stina Nordenstam oder an verstaubte Leonard Cohen-Songs erinnert als an lebenslustigen Elektro-Pop. »Bei den Aufnahmen zu diesem Album brannten Kerzen, es gab Lachanfälle, und ich hatte meine Bettdecke dabei«, erzählt Emiliana. Zart hingetupfte Lieder, im Wasser glucksende Boote, Texte über Osteuropa, die Appalachen und mondbeschienene Träume – die Sängerin hat es geschafft, sich glaubwürdig neu zu erfinden. (peb)



Siehe auch:
Stina Nordenstam

   

Love In The Time Of Science
(1999, One Little Indian/EMI 848352-2)

Gerade 22 Jahre war Emiliana Torrini, die Tochter eines Italieners und einer Isländerin, als sie sich vom Tears for Fears-Sänger Roland Orzabal eine mächtige Produktion auf den hübschen Leib schneidern ließ. Mit klarer, manchmal spröder und dann wieder kraftvoller Stimme erinnert sie an Björk ebenso wie an Heather Nova: Die Italo-Isländerin serviert uns zärtlichen bis snobistischen Melancholie-Pop von höher Güte, mit teils sinfonischen Strukturen und ehrlichen Texten.

Ihre eigene Handschrift bleibt stets präsent, obwohl sich Torrini den ehemaligen Sugarcubes-Drummer Sigtryggur Baldursson ins Boot holte, der nicht nur an der Schießbude, sondern auch als Komponist einen essenziellen Beitrag zu diesem Album leistete. Eine musikalische »Lasershow«, mit klaren Konturen, stilistisch variierend und überraschend farbenfroh. (rab)



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