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Alle Rezensionen zu Paal Nilssen-Love | Large Unit
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Fluku
(2017, PNL Records PNL038)

Gerade mal ein Jahr nach »ANA« legt Paal Nilssen-Loves zeitgenössische Big Band ihr drittes Album (bzw. ihre fünfte CD) vor. Die kompakt aufspielende Truppe hat, als Ersatz für Tubist Børre Mølstad, nun den Saxofonisten Kristoffer Berre Alberts als Neuzugang zu verbuchen, der nach einem Bachelor an der Trondheimer NTNU erst kürzlich seinen Abschluss an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo gemacht hat und in den letzten beiden Jahren etliche Alben mit den Gruppen Cortex, Damana, Snik und Starlite Motel beim FreeJazzlabel Clean Feed sowie eine Kollab-LP mit dem Trio SAKA und Maja S. K. Ratkje veröffentlicht hat.

Die vier Stücke von »FLUKU« wurden diesmal wieder nicht im Studio, sondern im April im Osloer Jazzclub Victoria aufgenommen, wahrscheinlich allerdings nicht um eine Konzertsituation einzufangen, sondern eher, um einen raueren Sound einzufangen. Auch diesmal gibt es wieder ein fast halbstündiges Stück, allerdings weniger ein monströses Tutti als vielmehr ein verschachtelt orchestriertes Ensemble-Opus. Auch die folgenden drei Stücke zeigen Large Unit von einer etwas ruhigeren, vertrackteren Seite; sechs Bläser changieren in einem stetig verschlungenen Dialog raffiniert mit den je zwei Bassisten und Schlagwerkern; wobei die Perkussionssektion nach dem Intermezzo mit den beiden Brasilianern beim Album »ANA« nun wieder auf den Chef PNL und den vielseitigen Nakama-Drummer Andreas Wildhagen konzentriert wurde. Gitarrist Ketil Gutvik und Elektroniker Tommi Keränen sind hingegen nicht immer klar zu identifizieren. (ijb)



Siehe auch:
Pan-Scan Ensemble
Fire! Orchestra
Paal Nilssen-Love & James Plotkin
Andreas Wildhagen

Paal Nilssen-Love | Large Unit: Fluku

Offizielle Website

Offizielle Website      www.paalnilssen-love.com

   

Extra Large Unit - More Fun Please
(2018, PNL Records PNL040)

Nach fünf CDs mit der Large Unit bringt Paal Nilssen-Love auf seinem Label PNL Records nun eine Art EP mit nur einem Track heraus, der dafür eine gute halbe Stunde lang ist und zahlreiche unterschiedliche Teile hat, man kann sagen wie eine Suite, komponiert von Nilssen-Love, jedoch hat er dazu auch sein FreeJazz-Ensemble, das hier in einer abgespeckten Version mit nur acht Mitgliedern auftritt, noch einmal ordentlich erweitert um 20 junge Musiker, Studenten der Musikhochschule, die er »Intuitive People« nennt und mit denen er diese Komposition somit als »extra Large Unit« live am 20. Mai 2017 in Oslos »Sentralen« (Ist damit wirklich das Restaurant in der Øvre Slottsgate gemeint?) spielte.

Accordion – Kalle Moberg, Mykola Sheremeta, Ásta Soffia Thorrgeirsdóttir
Acoustic Bass – Håkon Bjørgo, Torstein Johansen
Acoustic Bass [Large Unit] – Christian Meaas Svendsen, Jon Rune Strøm
Alto Saxophone [Large Unit], Clarinet [Bb Clarinet] [Large Unit] – Klaus Holm*
Cello [Intuitive People] – Maria Quevedo Meloni, Rebekka Eikefet
Drums [Large Unit] – Andreas Wildhagen
Drums [Large Unit], Conductor [Conduction] [Large Unit] – Paal Nilssen-Love
Electronics [Large Unit], Conductor [Conduction] [Large Unit] – Tommi Keránen*
Engineer [Live Sound] – Christian Brynildsen Obermayer*
Euphonium [Intuitive People] – Eirik Sanner
Flute [Intuitive People], Piccolo Flute [Intuitive People] – Julie Helgeland Davidsen
French Horn [Intuitive People] – Edo Hayek
Guitar [Intuitive People] – Markus Dvergastein
Percussion [Intuitive People] – Torgrim Halse
Piano [Intuitive People] – Joao Grilo, Shayila Mahestuti, Tatia Chikovani
Tenor Saxophone [Intuitive People] – Reindert Spanhove
Trombone [Intuitive People] – Mats Hägerlind
Trombone [Large Unit] – Mats Äleklint
Trumpet [Intuitive People], Conductor [Conduction] [Intuitive People] – Richard Köster
Tuba [Intuitive People] – Magnus Breivik Løvseth
Tuba [Large Unit] – Per Åke Holmlander
Violin [Intuitive People] – Torfinn Hofstad (ijb)



Siehe auch:
Mathisen / Svendsen / Wildhagen
Christian Meaas Svendsen
Lana Trio
Jonas Cambien Trio

   

Ana
(2016, PNL Records/Bandcamp PNL033 CD/DL)

Beim zweiten Album gibt es einige Änderungen: Large Unit ist jetzt nicht nur eine noch größere Truppe (=Unit): 14 statt vormals 11 Leute. Erfreulicherweise spielt nun auch eine Frau mit – ja, eine nur, aber immerhin... ein Anfang. Die dänische Saxofonistin Julie Kjær gesellte sich zur Bläser-
sektion mit Thomas Johansson (tr), Mats Äleklint (trb), Klaus Holm (sax), Per Åke Holmlander und Børre Mølstad (tb). Elektroniker Tommi Keränen ersetzte den frischgebackenen Vater Lasse Marhaug, und Celio de Carvalho und Paulinho Bicolor, zwei brasilianische Perkussionisten, traten der Band vorübergehend bei, da Nilssen-Love an südamerikanischer Musik schätzt, dass sie laut, rhythmisch und intensiv das Leben feiert.

Das passt natürlich bestens zu Large Unit, die der Chef für die Aufnahme des zweiten Albums im Rainbow Studio in Oslo zusammentrommelte, wo an einem Tag im August 2015 diese Stunde mitreißender Musik eingespielt wurde. »ANA« setzt den ungebremsten (und bereits sehr guten) Debüt-CDs eine fokussiertere und noch bessere Version entgegen: Dynamischer, eingängiger, melodischer, komplexer, vielseitiger – und das alles auf dem »kleineren Raum« von drei epischen Stücken. Kann diese Band noch besser werden? Kaum vorstellbar. (ijb)



Siehe auch:
Julie Kjær Kvartet
Fire! Orchestra
Slugfield
Mats Äleklint: Je Suis!

Video-Link

   

Erta Ale
(3 CDs, 2014, PNL Records PNL025CD/LP/DL)

Wie kann Big-Band-Jazz im 21. Jahrhundert noch innovativ und frisch sein? Wer das Dreifach-Debütalbum des panskandinavischen Ensembles Large Unit hört, bekommt eine hervorragende Antwort darauf. Und das norwegische Kulturfördersystem macht es möglich: Paal Nilssen-Love, Schlagzeug-Wizard sondergleichen, konnte mit der finanziellen Unterstützung seine Wunschband zwischen Free Jazz, Noise und komponierter Ensemblemusik aufstellen. 2013 traten die elf Herren erstmals als Large Unit beim Molde Jazz Festival auf; eine EP namens »BLOW« folgte.

Der Arts Council Norway und der Fund for Performing Artists ermöglichten schließlich die Aufnahmen dieses 3-CD/LP-Sets, Anfang 2014 an verschiedenen Orten in Oslo, Bergen und Trondheim sowie beim Moers Festival kurz darauf mitgeschnitten. Man hört gerade in den lauten, expressiven Stücken die Klassiker des Genres hin und wieder heraus – Brötzmann oder Vandermark, energiegeladene Kraftmusik, doch Large Unit können auch anders: einige Nummern sind eher reduziert, dräuend, raffinierter in der Zurückhaltung. (ijb)



Siehe auch:
Nakama 仲間
Lasse Marhaug
Klaus Ellerhusen Holm
Lana Trio



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