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Alle Rezensionen zu Sans Parade
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Artefacts
(2015, Stargazer Records/Broken Silence)

Aus Bruchstücken, Andeutungen und Zitaten eine anspruchsvolle Collage erstellen, in denen Momente großer Klarheit aufblitzen: Sans Parade haben auf ihrem zweiten Album »ARTEFACTS« den schwierigen Weg gewählt, um komplizierte Gefühle auszudrücken. Das Trio aus Turku hat sich bei seinem zweiten Album von Fetzen eines zerrissenen Liebesbriefes inpirieren lassen, die man beim Videodreh am Rande eines Wasserfalls fand. Die Wortfetzen, letzte Zeugnisse einer großen Liebe, waren für Sans Parade Anlass, der freien Assoziation bei der Entstehung des Zweitlings das Szepter zu übergeben. Das klingt kompliziert und ist es auch ein wenig. Aber vor allem bewegt sich »ARTEFACTS« mit traumwandlerischer Sicherheit zwischen sanftem Experimentalpop, ausufernden Postrock, leidenschaftlichem Melodram und himmelhohen Gefühlen. Mitunter fühlt man sich hier so, als höre man zu Falsett-Vocals die verlorenen finnischen Cousins von Sigur Rós singen.

Den mit digitalen Störgeräuschen gespickten Achtminüter »Fenland Tenebrae« an den Anfang zu stellen, das könnte durchaus erzieherischen Wert haben: Denn so sind unsere Ohren danach um so aufnahmebereiter für die dunkle Schönheit experimenteller Piano-Tracks wie »A Farmer´s Tale For A Prepared Piano«. Hier geistern geheimnisvolle Schatten auf schönste Weise durch das Unbewusste. Heimlicher Höhepunkt dieser Bildungsreise in die Gefilde der schwarzen Romantik ist die feine Ballade »A Ballet In The Sea«, wo Herzen zu flehentlichen Streicherklängen ganz wunderbar brechen. Hach!

(emv)



Siehe auch:
Sigur Rós

 Sans Parade: Artefacts

Offizielle Website

Offizielle Website      http://sansparade.com

   

Fugue State
(2019, Stargazer Records/Broken Silence)

Schwärmerisch und dennoch unterkühlt: Die finnischen Elektropop-Ästheten Sans Parade schaffen es auf ihrem dritten Album »FUGUE STATE« scheinbar spielend, Gegensätze zu vereinen. Hinter all den schwelgerischen Synthie-Sounds und den eleganten Arrangements pulst eine nervöse Energie. Und lauern die Schatten. Den dem Trio um Sänger Markus Perttula ist sich der Tatsache bewusst, dass die Welt um uns herum immer mehr aus den Fugen gerät. Umweltkatastrophen, Vereinzelung und Entfremdung: Wenn wir genau hinschauen, dann bewegen wir uns bereits heute in einem Niemandsland, wie die Finnen im Opener »We´re The Ones« deutlich machen. Doch die aufdringlichen moralischen Mahner wollen Sans Parade nicht geben: Sie äußern ihre Kultur- und Gesellschaftskritik mit den Waffen der Poesie.

Ein zutiefst pessimistisches Album aber hört sich anders an! Denn in episch ausufernden, mit großen Gefühlen prunkenden Tracks wie »1989« machen Sans Parade deutlich: Wir lieben dieses wunderbare Leben, und zwar leidenschaftlich! Und das ist nur ein Aspekt dieses vielschichtigen Albums, in dem sich immer wieder neue Facetten entdecken lassen: Denn mit Songs wie dem ruhigeren Tracks wie Laws Of The Sea« können wir die Nachdenklichkeit wieder neu entdecken. Einfach innehalten und die Gedanken schweifen lassen: In unruhigen Zeiten fühlt sich das seltsam tröstlich an! (emv)

Audio-Link



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