Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Anders Lønne Grønseth
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Multiverse
(2018, pling music PLING017)

Anders Lønne Grønseth hat sich in den letzten Jahren nicht mit ambitionierten Albumprojekten zurückgehalten; und so bringt sein Label pling nun, folgend auf das Mini-Macro-Ensemble-Doppelalbum und die unbetitelte, drei Kontinente übergreifende Quartett-Kollaboration mit Ken Wessel und den Bhattacharya-Brüdern, das auf den ersten Blick unscheinbare Album »MULTIVERSE« heraus. Dafür lud der norwegische Saxofonist und Klarinettist drei Landsmänner, Hayden Powell (tr), Espen Berg (p) und Audun Ellingsen (b), sowie aus Island den Schlagzeuger Einar Scheving für eine knappe Woche im Dezember 2017 ins kleine Sparkle Sound Studio in Oppegård bei Oslo ein. Doch dass diese neue CD weniger ambitioniert wäre, lässt sich trotz der konzisen Besetzung keineswegs behaupten: Sechs mehr oder weniger epische Stücke stehen hier auf dem Programm, und schon das eröffnende »Parallelism« dauert elf Minuten und ist eine komplexe Komposition, für die man fast die Bezeichnung Suite heranziehen könnte.

Allerdings sind Grønseths Kompositionen durchaus stringent und werden trotz der Laufzeit von jeweils - mit einer Ausnahme - acht bis elf Minuten nie ausufernd oder geschwätzig. Wie »Parallelism« ist auch das folgende, sympathisch betitelte »Accelerated Expansion« eine hochkomplexe Nummer mit gefühlt hundert Wendungen, Sprüngen und Gedanken, die ein raffiniertes Ganzes ergeben. Grønseths Stücke sind dabei fest im (melodischen) Jazz verankert. Er verzahnt einen unbändigen Ideenreichtum, und seine exzellenten, allesamt als Leader mit eigenen hervorragenden Alben in Erscheinung etablierten Mitmusiker, waren dafür genau die richtige Wahl. Sie nehmen sich Freiheiten heraus, wo sie können - und werden doch vom Chef und seinen Kompositionen zusammengehalten. Classic Jazz with a twist ...lots of twists. (ijb)



Siehe auch:
Hayden Powell
Espen Berg
Anders Lønne Grønseth & David Arthur Skinner
Einar Scheving

Anders Lønne Grønseth: Multiverse

Offizielle Website

Offizielle Website      www.andersgronseth.com

   

Mini Macro Ensemble 2nd Edt Vol2
(2016, pling music PLING 013)

Das angekündigte zweite Album, »Vol2« von Anders Lønne Grønseths Mini Macro Ensemble bleibt keine Qualitäten schuldig, ist nur unwesentlich weniger überzeugend als die erste Folge. Wie zuvor hören wir alle nur möglichen musikalischen Einflüsse mehr oder weniger lautstark in Grønseths Ensemble-Jazz, von traditioneller Musik, etwa aus Nordafrika oder Indien, über Neoklassische Passagen bis hin zu Alter Musik.

Die Oktettbesetzung ist die gleiche wie beim Vorgänger; die Interpreten spielen sogar noch freier und unorthodoxer als beim ersten Album. So wird man unablässig von neuen und ungehörten Ideen, kompositorischer wie interpretatorischer Natur, überrascht. Es dauert seine Zeit, bis man die komplexen Stücke durchschaut und sich in dem Reichtum der Einfälle zurechtfindet. Dann aber staunt man über die Vielfältigkeit dieser Truppe. Wahrhaft Neue Musik! (ijb)

   

Mini Macro Ensemble 2nd Edt Vol1
(2015, pling music PLING012)

Der Albumtitel wirkt vielleicht etwas intellektuell, doch hat das alles Hand und Fuß: Das Oktett des (Sopran, Tenor und Bariton) und Jazzkomponisten Anders Lønne Grønseth ist ein Ensemble im steten Wechsel kleinerer Gruppierungen und dem größeren Organismus. Nachdem das Debüt 2008 noch Pianist Morten Qvenild und ein Streichquartett umfasste, besteht die aktuelle Besetzung (2nd Edt) seit 2011 und setzt auf die Stärken von Klarinettistin/Fagottistin Hanne Rekdal, Tubist Martin Taxt, Cellistin Sigrun Eng, Bassist Audun Ellingsen, Klarinettist Morten Barrikmo, Keyboarder Anders Aarum und an Table und Perkussion Andreas Bratlie.

Diese beeindruckende Mixtur aus Stimmen, Einflüssen und Stilen zeichnet auch aus, was man hier zu Gehör bekommt: Fast Schwindel erregend fantasievoll ist der Genremix vorrangig akustischer Instrumente, gleichwohl immer fokussiert, nie überladen. Grønseth wurde unter anderem inspiriert von Studien indischer und arabischer Musik, doch ebenso finden sich Elemente der europäischen Moderne (Messiaen, Debussy, Bartók) und der asiatischen Offenheit eines Takemitsu – sowie natürlich ein wesentlicher Anteil improvisierter Passagen. Das immer wieder markante Fender Rhodes erinnert an die Tradition des Modern/Fusion Jazz, doch dem Leader gelingt es anscheinend mühelos, die vielen Fäden und Stimmen zum großen, unangestrengten Fluss der Ideen und musikalischen Bilder zu verweben. Mit diesem Ensemble etabliert sich Grønseth mit souveräner Fachkenntnis und kompositorischer Einbildungskraft als ebenso eigen(willig)e wie talentierte Stimme in der gegenwärtigen norwegischen Musikszene. (ijb)



Siehe auch:
Andrés Thor & Nordic Quartet
Dag-Filip Roaldsnes
Slagr
Koboku Senjû



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel