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Alle Rezensionen zu Tord Gustavsen, Simin Tander, Jarle Vespestad
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

What was said
(2016, ECM/Universal ECM2465 | 475 8697)

Das einzige, was man an diesem Album kritisieren könnte, ist, dass es in Medien und Vermarktung als »Tord Gustavsen mit Simin Tander und Jarle Vespestad« dargestellt wird. Dabei liegt eine der unzähligen Qualitäten von »WHAT WAS SAID« darin, dass die Lieder so vollwertig vom gemeinsamen Geist der drei Musiker geprägt und belebt werden. Auch wenn Gustavsen als Komponist viele der Stücke und die sicheren Arrangements der norwegischen Volksmelodien zugeschrieben werden, sollte es ebenso wenig geschmälert werden, dass Simin Tander, die fantastische deutsche Sängerin afghanischer Abstammung, hier ihren sublimen ECM-Einstand geben darf, wie dass Manfred Eichers Produzentenhand das einstündige Programm stilsicher verdichtet. Und dass Jarle Vespestad das Impro-Starquartett Supersilent verlassen hat, weil er nicht mehr so viel Lust aufs freie Improviseren gehabt haben soll, kann man sich kaum vorstellen, wenn man ihn hier so zurückhaltend wie in souveräner Brillanz am Schlagzeug erlebt.

Vielleicht ist dieses Projekt für alle drei ein Neubeginn. In jedem Fall ist »WHAT WAS SAID« ohne Frage ein, wenn nicht der meisterliche Höhepunkt ihres jeweiligen Œuvres bis dato. Gustavsen entschied sich, nach sechs ECM-Alben den Flügel um subtile elektronische Elemente zu bereichern, und Simin Tander interpretiert Texte des persischen Sufi-Mystikers Dschalāl ad-Dīn Muhammad ar-Rūmī, kurz Rumi, auf englisch und norwegische Volkslieder in paschtunischer Übersetzung, oft schwermütig, doch bewegend und eindringlich, selbst in textlosen Passagen. Und die Aufnahmen aus dem Rainbow Studio bestechen durch überragende Klarheit, was jedem klanglichen Detail Brillanz verleiht.

Streckenweise ist die 1980 geborene Sängerin der »Star« des Albums, der Reichtum ihrer Stimme in jedem Moment einnehmend, begleitet von Gustavsens fokussiertem Spiel, ein ruhiger Tonfall zieht sich durch, zwischen largo und adagio – und dann schwingen sich Piano und Schlagzeug nach vier Minuten eines Stücks, wenn die Texte der norwegischen Kirchenlieddichter Bernt Støylen oder Elias Blix das jeweilige Lied zu beschließen scheinen, noch einmal zum ausführlichen Duett mit etwas erhöhtem Tempo auf. Mit einem Stück des deutschen Spät-Renaissance-Komponisten Hans Leo Haßler von Roseneck und zwei Gustavsen-Nummern gibt es im Mittelteil der CD auch mal eine längere Jazzpassage, die nur dem organischen Zusammenspiel der beiden Norweger gehört, bevor das Programm zum bewegenden finalen Drittel übergeht; ein stimmiger dramaturgischer Einfall. In seiner Geschlossenheit ein gänzlich makelloses Album. (ijb)



Siehe auch:
Tord Gustavsen Ensemble
Tord Gustavsen Quartet
Tord Gustavsen Trio
Mahsa Vahdat

Tord Gustavsen: What was said

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ecmrecords.com



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