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Alle Rezensionen zu Eivind Austad Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Moving
(2016, Ozella Music/Galileo OZ 061 CD)

Pianist Eivind Austad und sein Trio sollen in Norwegen schon seit 15 Jahren zur »jungen Jazz-Szene« (Zitat Presseinfo) zählen – eigentlich ein bisschen widersprüchlich, und so ganz jung sehen die drei auch nicht mehr aus, mit ihren kahlen Köpfen. Schätzen wir Austad, Bassist Magne Thormodsæter und den vor allem aus mehreren, auf Bolage veröffentlichten Bands bekannten Schlagzeuger Håkon Mjåset Johansen mal auf Anfang bis Mitte vierzig. Doch immerhin erscheint nun das Debüt des Trios, mit sechs Stücken aus der Feder des Leaders und zwei hübschen Fremdkompositonen.

»MOVING« ist vielleicht nicht der fantasievollste Titel (manch einer denkt direkt an Bugge Wesseltofts Album), und der traditionelle »Nordic« Jazz, mit dem sich die jungen Herren international vorstellen, birgt weitgehend auch keine besonderen Überraschungen, sondern reiht sich grundsolide in die Reihe vieler ähnlicher Trios ein. Zwar spielen die drei sehr gekonnt, nutzen manche feine kompositorische Finesse versiert, man hört die sichere Hand – hier sind keine Neulinge am Werk, schon schön, wie manches Stück bis über sieben, acht Minuten die Spannung hält und auch mal andere Stile durchscheinen lässt – doch ist auch etwas schade, dass die eigenen Nummern trotz ihrer Gewandtheit so wenig memorabel ausgefallen sind.

Als Dreingabe hören wir, als Abschluss der CD, Cole Porters »All of you« und David Bowies »Life on Mars?« Da die Aufnahmen bereits im Dezember 2015 eingespielt wurden, ist eine Reaktion auf den Tod des Urhebers auszuschließen, und doch kann man festhalten, dass ihnen in diesem letzten Stück eine schöne eigene Interpretation gelingt, die zudem auf sanfte Art anrührt. (ijb)



Siehe auch:
Håvard Stubø Quartet
Stubø, Franck & Johansen
IPA

Eivind Austad: Moving

   

Northbound
(2019, Losen Records/In-Akustik LOS-211-2)

Eigentlich kann man alles, was der Kollege zur Debut-CD geschrieben hatte, hier wiederholen – die größte Veränderung betrifft das Label. Das Eivind Austad Trio kann viel, streift durch einige Stile und pflegt eher die kultivierte Variante des Piano-Trios aus nordeuropäischen Gefilden.

Austads Stücke klingen etwas impressionistisch und werden vom Trio sehr geschmackvoll in Szene gesetzt bzw. manchmal nur hingetupft. Magne Thormodsæther am Bass und Håkon Mjåset Johansen am Schlagzeug sind nach wie vor mit von der Partie, die drei kennen sich seit über 20 Jahren. Thormodsæther und Johansen begleiten grundsolide und enttäuschen auch solistisch keineswegs, Austad betont in den Liner Notes, mit wieviel Input sie zum Sound beitragen. Mit »7 Souls« beginnt die CD auch gleich recht lyrisch, der Titeltrack ist auch gelungen mit einem klugen Piano-Solo – in der Ruhe liegt die Kraft? Nicht immer, denn manchmal übertreiben es die drei Norweger mit der Schön- und Pausenspielerei, etwas mehr Energie wie zwischendurch in »Open Minded« täte durchaus gut. »NORTHBOUND« gerät somit zu einer ziemlich langsamen Reise, wobei die Stimmung nicht gerade fröhlich wirkt. Noch eine Parallele zum Erstling: Ein Bowie-Song ist auch wieder dabei: »Space Oddity« ist in seiner Langsamkeit wirklich so schön, wie es der Song an sich niemals war – hier bleibt buchstäblich die Zeit im Weltraum stehen. (tjk)



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