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Alle Rezensionen zu Iiro Rantala, Viktoria Tolstoy, Ulf Wakenius, Lars Danielsson, Morten Lund
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Jazz at Berlin Philharmonic V
Lost Hero - Tears for Esbjörn
(2016, ACT/Edel ACT 9815-2)

Da der Hommage-Abend »Lost Heroes« für Esbjörn Svensson und John Lennon in der »Jazz at Berlin Philharmonic«-Reihe im Oktober 2015 ein so großer Erfolg war, ließ Siggi Loch nicht lange auf die CD zum Konzert warten. Allein, aus »Lost Heroes« wurde nur noch ein »Held«, der 2008 tödlich verunglückte Pianist, steht doch Iiro Rantalas famoses Lennon-Tribut weiterhin in den Albumcharts. So verzichtet die Silberscheibe auf vier der fünf Lennon- bzw. Beatles-Hits und beginnt mit der Svensson-Hommage »Tears for Esbjörn« von Rantalas »Lost Heroes«-Platte, nun nicht mehr solo am Flügel, sondern bewegend im Trio mit den beiden Schweden Ulf Wakenius und Lars Danielsson, mit dem der Finne an diesem Abend angeblich erstmals spielte, wie er fälschlicherweise erwähnte.

Nach zwei hinreißenden Darbietungen von e.s.t.-Hits, »Seven Days of Falling« und »Elevation of Love« mit dem noch immer zu wenig als Meister seines Fachs wertgeschätzten Schlagzeuger Morten Lund (siehe u.a. Adam Bałdych & the Baltic Gang, Stefano Bollani) gesellte sich die Sängerin Viktoria Tolstoy zum Quartett. Für die CD wurde die Reihenfolge unwesentlich umgestellt. Während aber die Instrumentals durch Sensibilität und Präsenz als schöne Hommage einnehmen und bewegen, auf der CD fast noch ebenso stark wie im Konzert, zog die Schwedin bedauerlicher Weise zu viel Aufmerksamkeit weg von den Musikern auf sich selbst. Svensson hatte ihr 1997 mit dem Album »White Russian« zum Durchbruch verholfen und 2003 auch »Shining On You – Viktoria Tolstoy sings the Music of Esbjörn Svensson« produziert, von dem sie hier den Titelsong und zwei weitere Stücke mit der ihr eigenen Emphasis interpretiert. Ihr forcierter Gesang hat oft einen Hauch von Schlager, doch zu viel Nachdruck macht die Lieder nicht emotionaler – im Gegenteil, eher flacher.

Geradezu misslungen wurde es allerdings beim hier abschließenden »Imagine«. Schon im Konzert konnte man sehen, wie einige Zuschauer peinlich berührt zur Seite blickten. Lennons Klassiker wird nach wie vor viel zu häufig unangemessen, überdeutlich schlagermäßig gesungen, so auch hier. Man kann es nicht anders sagen: Hier wurde das Lied gründlich falsch verstanden. Dass die Aufnahme es auch noch auf die CD geschafft hat, anders als das Schlussstück des Konzerts, »All you need is Love«, die einzige Nummer, bei der Tolstoy nicht gar so sehr auf die Tube drückte, ist doppelt schade. Immerhin wurde in »Imagine« ihr Gesang – streckenweise begleitet sie die Musiker noch mit langgezogenen »Uuh-uuhs« – im Mix etwas herunter gepegelt.

Ein wenig schade ist auch, dass Rantalas und Danielssons eindringliches »Working Class Hero«-Duett nicht den Weg auf die CD gefunden hat. Doch die beiden meisterlichen Höhepunkte sind die e.s.t.-Songs »Dodge the Dodo« und »From Gagarin's Point of View«, welche sehr auf ein komplettes Album von Rantala, Wakenius, Danielsson und Lund mit Stücken des nach wie vor sehr vermissten Trios hoffen lassen. Das würde garantiert eine superbe Hommage an den »Lost Hero« Esbjörn. (ijb)



Siehe auch:
Iiro Rantala
Viktoria Tolstoy
Ulf Wakenius
Lars Danielsson

Iiro Rantala: Jazz at Berlin Philharmonic V<br>Lost Hero - Tears for Esbjörn

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.actmusic.com



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