Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Heidi Mortensen
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Tid
(LP, 2016, Voodoo Echo VOEC LP 001)

Die dunkle Stimme und Atmosphäre in den Liedern von Heidi Mortenson erinnert immer wieder ein wenig an Karin Dreijer aka Fever Ray von The Knife. Nicht umsonst hatte die Dänin ihrer vorigen Platte den Titel »MØRK« (skandinavisch für »dunkel«) gegeben, wo sie auf ähnliche Weise manches mal ihre Stimme verfremdete. Auch das elektronische Klangbild von Mortensons Songs erinnert an das schwedische Avant-Pop-Projekt, sie zieht es jedoch in melancholischere Stimmungen, die hin und wieder fast zu einer bizarr-spröden Note neigen, wovon auch das geisterhafte Covermotiv kündet. »Recorded in the forest«, im Wald aufgenommen, ist in den Infos der LP zu lesen, so dass man eine weltentrückte, düstere Fantasie von Songwriting erwarten könnte. »Hope this takes on a trip...!« schrieb sie zur Widmung auf die Platte.

Ganz so schauderhaft sind die zehn Lieder ihres Albums »TID« (»Zeit») dann doch nicht ausgefallen, schreiben vielmehr den introspektiven Gestus von »MØRK« weiter. Mortenson hat die Instrumente zumeist allein eingespielt (Synths, Effekte, Programming, diverse Orgeln und Piano) und gesungen, ein paar Gäste haben hier und dort ausgeholfen, vor allem im opulenten Quasi-Titelsong »Tidsportaler« (»Zeitportale«), das mit mehreren Bläsern und E-Gitarre neben ihren Orgeln zum großen Traumopus anwächst. Fühlt sich Heidi Mortenson so sehr in der Dunkelheit und Einsamkeit skandinavischer Wälder wohl, dass es sie nach 15 Jahren städtischen Lebens in Barcelona und Berlin wieder in den Norden zurückzog, um dort ihrer Innerlichkeit zu frönen und sich nach einigen Jahre Pause einem neuen Album hinzugeben? Wie die Texte und die stetige ungelöste Spannung in ihren Songs verraten, sucht die exzentrische dänische Künstlerin in Form von geradezu philosophischem Elektro-Pop ihren Weg durch die Ambivalenzen der Gegenwart. Das ist ein Trip, fürwahr. (ijb)



Siehe auch:
The Knife
Fever Ray
Under Byen
EMP RMX 333

Heidi Mortensen: Tid

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.nosnetrom.net

   

Mørk
(EP, 2012, Rump Recordings/Morr Music / Anost RUMPEPCD005)

Das dänische Kleinlabel Rump Recordings kennt man eher für elektronische Platten, manchmal mit einem freundlichen Pop-Einschlag. Und auch wenn Heidi Mortensons »MØRK«, ihre erste Veröffentlichung seit vier Jahren, stilistisch als »electronic« angekündigt wird, handelt es sich doch vielmehr um ein »klassisches« Songwriting-Projekt mit Harmonium, Klavier und Gesang sowie in einzelnen Songs dänische Gastmusiker mit Trompeten, Posaunen, Horn und Cello.

Das einzige, was man Heidi Mortensons intensivem Mini-Album vorwerfen könnte, ist, nun ja, dass es leider eben nur ein halbes Album und 22 Minuten kurz ist. Fünf Songs in dänischer Sprache, im Schnitt jeweils dreieinhalb Minuten lang, sowie abschließend ein knapp siebenminütiges LoFi-Klavierstück, das noch am ehesten auf ihre Vergangenheit als Experimentalmusikerin verweist. Ansonsten: Zauberhaft geschriebene, etwas dunkel-poetische (»mørk«) Lieder, in denen elektronische Beats mit traumhaften akustischen Instrumenten verquickt werden und der eigenwilligen Stimme der in ihr Heimatland zurückgekehrten Dänin zu eindringlicher Präsenz verhelfen. (ijb)



Siehe auch:
Rumpistol



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel