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Alle Rezensionen zu Ayumi Tanaka Trio
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Memento
(2016, AMP Music & Records AT006)

Der in vielen Bands aktive Per Oddvar Johansen ist unlängst fest ins Helge Lien Trio eingestiegen, den langjährigen Schlagzeuger der Band, Knut Aalefjær ersetzend. Zudem spielt er in Vigleik Storaas' Trio, ebenso wie in The Source. Doch das scheint ihn noch immer nicht auszulasten, denn auch dem Trio der japanischen Pianistin Ayumi Tanaka gehört er nun an. Die junge Musikerin (geb. 1986) zog der skandinavischen Musik wegen 2011 nach Oslo, um dort an der Norwegischen Musikhochschule (NMH) Jazzklavier und Improvisation zu studieren.

Gemeinsam mit Johansen und dem 1988 geborenen Bassisten Christian Meaas Svendsen (Duplex, Mopti, Large Unit...) legt sie auf »MEMENTO« sechs originelle Eigenkompositionen vor. Produziert hat sie das Album gleich selbst, und Anders Thorén brachte es über sein neues Label AMP Music & Records heraus. Den »nordischen« Einfluss kann man hier und dort heraushören, doch die Stärke dieser hinsichtlich ihrer Länge relativ kompakten, in Bezug auf die Spielfreude und Fantasie hingegen ungemein spannenden und abwechslungsreichen CD liegt gerade darin, dass sie einen reizvoll individuellen, höchst erfrischenden Blickwinkel auf das Jazztrio-Genre wirft.

Ayumi Tanaka lässt nicht nur japanische Facetten zum Zug kommen, sondern beeindruckt auf eine wunderbar zeitgemäße Weise als grenzüberschreitende, ja Nationalitäten gänzlich überwindende Pianistin und Jazzautorin. Stücke wie »Tokoyo« nehmen durch ihre Unkonventionalität und dunkle Poesie gefangen und ziehen den Hörer an die Stuhlkante. »Flowers in the Dust« fasziniert durch seine gleichermaßen dynamische wie lyrische Erzählung, »Opened Eyes« reißt mit sprunghaften, freien Klavierfiguren mit, »Cymbals« wiederum durch intuitive, fragile Intimität, die an die großartigen Aufnahmen von Søren Kjærgaard und seinem internationalen Trio oder an Christian Wallumrøds famoses Ensemblealbum »OUTSTAIRS« (auf dem, wie sollte es anders sein, Per Oddvar Johansen ebenfalls mitwirkt) erinnern.

Eine zauberhafte Entdeckung, diese Pianistin, diese Band und diese CD, und das Album ist klug aufgebaut: Man wird mit gerade so viel entlassen, dass man unbedingt mehr hören möchte. »MEMENTO« ist ein starkes, eigenes Statement, Ayumi Tanaka eine kraftvolle neue Stimme in der »nordischen« Musik. Und dabei ist sie nicht mal nordisch. (ijb)



Siehe auch:
Thomas Strønen | Time is a Blind Guide
Tanaka / Lindvall / Wallumrød
Søren Kjærgaard, Ben Street, Andrew Cyrille
Mongrel

Ayumi Tanaka: Memento

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ampmusicrecords.com/at006



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