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Alle Rezensionen zu Juhani Silvola
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Strange Flowers
(2016, Periskop/Musikkoperatørene PSK104)

Wenn Sie [wie ich] seit langem bedauern, dass Trans Am nie wieder so tolle Platten gemacht haben wie einst in den 1990ern, dann sollten Sie unbedingt sofort diese CD kaufen! Gitarrist Juhani Silvola, Exilfinne in Oslo, mit seiner Ehepartnerin, der Schottin Sarah-Jane Summers, auch als akustisches Folkduo unterwegs, legt ein hörenswertes Solodebüt vor. Doch keineswegs gibt es hier eine satte Ladung solistischer Gitarrenexperimente wie bei Westerhus oder Svarte Greiner, sondern vielmehr spritzigen Alternative Rock, der durchweg mehr wie das Werk einer Band klingt. Hätte Silvola noch einen Sänger aufgenommen, »STRANGE FLOWERS« wäre ein sicheres Hitalbum für die IndieRock-Welt.

Doch das sollte ihm auch ohne Sänger nicht verwehrt werden. Der Trompeter Hayden Powell, der für seine Trio-LP »Roots and Stems« das eigene Label Periskop ins Leben gerufen hatte und darüber zuletzt die Doppel-CD »Circadian Rhythm & Blues« mit u.a. Trompeten-Solostücken herausbrachte, veröffentlichte Silvolas Platte nun als erstes »fremdes« Werk, für das er auch als ausführender Produzent verantwortlich zeichnet. Und man kann seine Begeisterung für Juhani Silvolas ambitionierten und originellen Blickwinkel auf die DNA zeitgenössischer Rockmusik vollkommen nachvollziehen, wenn man die CD auch nur anspielt.

Im radikalsten Fall begeistert Silvola mit einer Noise-Nummer, wie sie so ähnlich vor 20 Jahren auch Trans Am auf ihr Meisterwerk »Surrender to the Night« gepackt hatten. Darauf folgt mit »Nyctophonia« ein gleichermaßen sanft elektronisch aufgeladenes wie (von Sarah-Jane Summers' Geige) folkloristisch angehauchtes Stück entspannten Neo-Country-Pops. Keines der leider nur acht Stücke klingt wie ein anderes auf der CD: Es gibt treibenden Krautrock (»The Last Modernist«), ebenso wie rauhen Wüsten-Blues (»The Gods That Built This Place Were Mad«) und flirrenden Ambient-Folk (»All That Is Solid Melts Into Air«). Und doch ist »STRANGE FLOWERS« kein unschlüssiges Patchwork, sondern wird von Silvolas Stilgefühl und Charakter verdichtet. Ein absolut großartiges Gitarrenalbum. (ijb)



Siehe auch:
Sarah-Jane Summers & Juhani Silvola
Hayden Powell
Highasakite
Erlend Viken Trio

Juhani Silvola: Strange Flowers

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://periskopmusic.com



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