Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Dawda Jobarteh & Stefan Pasborg
(Genre »Jazz«, Land »Dänemark«)

 

Duo
(2016, ILK ILK257CD)

Für Neues, für wahrlich innovativen Jazz und all seine Grenzgebiete ist das Kopenhagener Label ILK Music seit rund 15 Jahren eine zuverlässige und stetig inspirierende Größe. Mit gleichbleibend hohem Einfallsreichtum gespeiste, mitreißende und zugleich progressive Alben mit allerlei Jazzspielarten findet man derzeit nirgendwo sonst, und da fügt sich nahtlos diese neue Scheibe ein: Stefan Pasborg (Ibrahim Electric, Delirium) hat bereits drei Dänische Musikpreise in der Tasche im Regal und trägt auch hiermit wieder sein Scherflein dazu bei, dass Kopenhagens Jazzszene als »melting pot« Europas gilt. Mehr als 30 Länder auf fünf Kontinenten hat der junge Mann bereits auf seinen Touren bereist, und so ist sein Stile, Herkünfte und Genres übergreifendes Duo mit dem 1976 in Gambia geborenen, mittlerweile in Dänemark lebenden Musiker Dawda Jobarteh mehr als naheliegend für Pasborg.

Wenn Sie nun erfahren bzw. auf dem Cover lesen, dass das Duo der beiden ausschließlich aus Schlagzeug und Kora (westafrikanische Stegharfe) besteht, werden Sie womöglich abgeschreckt – oder zumindest ein wenig desinteressiert – sein. Doch das wäre überaus bedauerlich, denn die Musik, die diese packende CD zu bieten hat, werden Sie sich kaum angemessen vorstellen können. Mitnichten handelt es sich um Ethno-, Eso- oder Entspannungs-»World Music«, auch wenn vier der neun Stücke als »traditional« verzeichnet sind. Die anderen fünf indes sind eigene Interpretationen von Charles Mingus, Ornette Coleman, Don Cherry und gleich zwei Stücken von Albert Ayler. Dessen »Bells« wird in den Händen von Pasborg und Jobarteh zu einer Art Noise-Hardrock, bei dem man schwören würde, dass einer eine E-Gitarre spielt.

Die Verbindung von (gar nicht ehrerbietig angeeigneten) Meistern der US-Avantgarde der Sechziger und Siebziger, sehr zeitgenössischem europäischen NuJazz und westafrikanischer Melodik (die schließlich in den letzten beiden Songs doch noch unverstellt zum Ausdruck kommen darf, wenn Jobarteh in der Tradition der Griots Volkslieder singt) macht dieses Duo zu einer einzigartigen, faszinierenden Fusion »Nordischer« und »Südlicher« Musik. (ijb)



Siehe auch:
Stefan Pasborg & Carsten Dahl
The Universal Quartet
Ibrahim Electric
Delirium

Dawda Jobarteh & Stefan Pasborg: Duo

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.pasborg.dk



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel