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Alle Rezensionen zu Wolfgang Plagge
(Genre »Klassik«, Land »Norwegen«)

 

Wolfgang Plagge: Ars Nova [A Reflection] – Liknarbraut
(2002, 2L 2l9)

Ein anonymes altnorwegisches Epos aus dem 13. Jahrhundert, genannt »LIKNARBRAUT«, erzählt von der Kreuzigung Jesu. Es ist die textliche Grundlage für den norwegischen Komponisten Wolfgang Plagge, der den uralten Text als reines Chorwerk in seiner Kompositionsreihe »Ars Nova« musikalisch ausgedeutet hat.

Gregorianische Klänge wechseln nahtlos in eine zeitgenössische Tonalität, schäumen dort dramatisch auf, ebben hier in lyrischer Klarheit ab und loten die alten Verse aus. Mal mit subtilen Pianissimo-Passagen, dann explosiver Energie – was auch den Verlauf der Zeit darstellen soll. Eine faszinierende Klangfülle entsteht nicht zuletzt durch die hervorragende Interpretation des Ensemble 96 unter Leitung von Øystein Fevang. Dieses Kammerchor-Ensemble ist ein Ableger des Philharmonischen Kammerchores Oslo und hat sich auf zeitgenössische Musik spezialisiert. Für Plagge eine Idealbesetzung. (mls)

Wolfgang Plagge: Wolfgang Plagge: Ars Nova [A Reflection] – Liknarbraut

 

Wolfgang Plagge: Ars Nova [The Medieval Inspiration]
(2002, 2L 2L5)

Allen soften Chill-Out-Klängen trotzt der norwegische Gegenwartskomponist (und Konzertpianist) Wolfgang Plagge (*1960) mit seiner vom Mittelalter inspirierten Musik. Musik, die konzentriertes, geduldiges Zuhören erfordert und den Hörer dann mit einer fast entschlackenden Frühjahrskur für die Ohren entlohnt.

In seiner ersten »Ars Nova«-Produktion wählt Plagge den strahlenden Sopran von Solveig Kringelborn und die äußerst differenzierten Trompetenklänge von Ole Edvard Antonsen, die er selbst in einer Sonate (Nr. 4) am Flügel begleitet. Die Vertonungen zweier mittelalterlicher Hymnen »Liber Sequentiarum« (Sopran/Trompete) und »Sólarljód« (Sopran/Piano) umrahmen diese lebendige Auseinandersetzung mit dem Mittelalter. Hinter der vordergründigen Bedeutung von »Ars Nova« steckt übrigens noch eine zweite: Nova – die Explosion eines gigantischen Sterns, der dadurch neue gebiert. So verhielt es sich nach Plagge auch mit der sterbenden Gregorianik, die in Folk und vielen anderen Facetten mündete. (mls)

Wolfgang Plagge: Wolfgang Plagge: Ars Nova [The Medieval Inspiration]

 

Wolfgang Plagge: Ars Nova [The Legacy]
(2002, 2L 2L6)

Klingt so das Erbe des Mittelalters? In seiner zweiten »Ars nova«-Produktion hält sich Gegenwartskomponist Plagge als Instrumentalist zurück und überlässt den Pianoschemel anderen. Der vielseitig interessierte Norweger mit holländischen Vorfahren verweist wiederum auf die mittelalterliche Wendezeit um 1300 und will mit einem »Concerto Grosso für zwei Pianos, Pauke und Brass Quintet« sowie »Musik für zwei Pianos« diese mehr als 700 Jahre alten Musiksequenzen bis in unsere Zeit transponieren. Er tut dies radikal und fordernd, mit großem Sachverstand, aber auch durchsetzt von zahlreichen Brüchen. so dass er manchmal den Blick auf die Komposition als Ganzes verliert.

Keine leichte Kost für Zuhörer – was sich schon durch die Besetzung andeutet: Das mazedonische Pianisten-Ehepaar Evgeni Koroliov und Ljupka Hadzi-Georgieva erhält Verstärkung durch Paukist Rolf Lennart Stensø und das Arctic Brass Quintet. Und da geht die Post ab ... (mls)

Wolfgang Plagge: Wolfgang Plagge: Ars Nova [The Legacy]

 

Ceros
(2005, 2L 2L 25)

Schlicht »CEROS« (griech.: »Horn«) betitelt, legt Froydis Ree Wekre, tatkräftig unterstützt von Piano, Geige und weiteren Hornkollegen, eine CD mit hierzulande wenig bekannten Werken des 20. Jahrhunderts für Horn vor. Deren aller Einsatz hat sich gelohnt: Zum einen erweisen sie sich als ebenbürtige Partner von Froydis Ree Wekre, andererseits verleihen sie der Aufnahme so manches Mal Spritzigkeit, Authentizität und Abwechslung. Besonders augenfällig wird dies gleich zu Beginn bei »Raga«, einem indisch inspirierten Stück von Wolfgang Plagge, oder noch deutlicher bei seiner zweisätzigen »Sonate NR. 4 OP. 115«, die das Hornsolostück »Monoceros« umrahmen. Während bei ersterem die Hornistin vor dem Hintergrund des ruhig angelegten Klavierparts ihre musikalischen Teile sorgsam entwickeln kann, weist vor allem der 1. Satz der 4. Sonate einen geradezu »tänzelnden« Charakter auf.

Nach dem viersätzigen »Trio« von Sigurd Berge für drei Hörner folgt ein sehr lyrisches »Trio« von Trygve Madsen, in der Besetzung für Violine, Horn und Klavier quasi das Pendant zu Brahms' legendärem Horntrio op. 40. Den Abschluss bildet »Into The Falcon's Eye«, mit über 11 Minuten das längste Stück der CD. Insgesamt ein gelungenes Beispiel für wenig »verkopfte« zeitgenössische Klassik. (ano)

Wolfgang Plagge: Ceros

 

Julevariasjoner
(2005, 2L 2L 32)

Ob er wohl von Bugge Wesseltofts Weihnachtsplatte, zunächst in Deutschland und nun inzwischen auch in Norwegen recht populär, inspiriert wurde? Der klassische Komponist und Pianist Wolfgang Plagge schloss sich in eine Kirche ein, zündete Kerzen an, stellte Weihnachtsplätzchen und Glühwein auf den Flügel – zumindest stellt man sich das so vor – und ließ sich andächtig treiben durch stille Evergreens wie »O Betlehem«, »Es ist ein Ros entsprungen« oder »Du Grønne Glitrende«.

Wegen der teils identischen Lieder und der ebenfalls besinnlichen Spielweise liegt ein Vergleich nahe mit Wesseltofts »IT'S SNOWING ON MY PIANO« und Iver Kleives »HYRDENES TILBEDELSE«, doch da schneidet Plagge schlecht ab. Zu gewöhnlich tönen seine Interpretationen; zu wenig echte Anteilnahme schwingt bei seinem Spiel mit. Seine »Julens vakreste melodier fra flygelet i Sofienberg kirke« – so der Untertitel – passen natürlich bestens zu einem stilvoll dekorierten Adventszimmer, aber die Referenzklasse erreichen sie bei weitem nicht. (peb)



Siehe auch:
Bugge Wesseltoft
Iver Kleive

Wolfgang Plagge: Julevariasjoner



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