Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Palace Winter
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Waiting For The World To Turn
(2016, Tambourhinoceros/Indigo)

So hören sich smarte Romantiker heute an: Palace Winter bewegen sich auf ihrem Debütalbum »WAITING FOR THE WORLD TO TURN« geschmeidig zwischen Psychedelik, Pop und Post-Wave. Der australische Singer-Songwriter Carl Coleman und der dänische Produzent und Pianist Casper Hellager erheben die sanfte, schwärmerische Melancholie zur Kunstform. Leichtfüßige Elektronik küsst hier tanzbare Indieklänge mitten auf die Lippen. Das sind luftige Song-Gebilde, die Palace Winter präsentieren. Trotz aller hallender Psychedelik-Sounds: Von erdenschwerer Kiffer-Stimmung keine Spur! Im Gegenteil: Geschmeidiger 80er Brit-Indiepop im Smiths-Stil flirtet heftig mit den erzcoolen australischen Synthie-Prinzen Flash And The Pan. Und klingt doch völlig neu!

»WAITING FOR THE WORLD TO TURN« ist ein hochemotionales Album, das jedoch an keiner Stelle zu sehr auf die Tränendrüse drückt. Gefühle werden angedeutet. Man kann sich in ausufernden Tracks wie »Positron« auf wunderbare Weise verlieren. Zum Schluss lädt der mächtige Doppeltrack »Dependance/Independence« dazu ein, den Musikern in die Tiefen und wieder heraus zu folgen. Hoffnung geht ausgerechnet von hochartifiziellen Vocoder-Stimmen aus! Der Albumtitel bezieht sich übrigens auf die dunklen Stunden nach Mitternacht, in der sich die Welt weiterdreht, wärend wir im Schlaf am schutzlosesten sind. Palace Winter legen ein Album zum klugen Träumen vor. Zum entrückten Entschleunigen. Und zum traurigen Glücklichsein!
(emv)

 Palace Winter: Waiting For The World To Turn

Offizielle Website

Offizielle Website      www.palacewinter.com

   

Nowadays
(2018, Tambourhinoceros/Indigo)

So schnell kann man sich ein wenig entlieben: Hatte mich das Debüt von Palace Winter vor zwei Jahren noch hingerissen, so kehrt beim Zweitling »NOWADAYS« eine gewisse Ernüchterung ein. Caspar Hesselager und Carl Coleman sind nach wie vor Meister des schwärmerischen, synthieverliebten Indiepop und zelebrieren die Kunst des bittersüßen Überschwangs auf hohem Niveau. Herzen brechen hier in Cinemascope. Genau, das ist es, was bei diesen hochwertigen Eskapismus-Edel-Pop ein wenig stört: Er klingt bei allem Herzschmerz fast schon zu perfekt! Oder die ganzen niederschmetternden politischen und sozialen Entwicklungen der vergangenen 24 Monate haben dazu geführt, dass man diese hochglänzenden, hochemotionalen Herzschmerz-Hymnen wie »Take Shelter« einfach nicht mehr so goutieren kann wie zuvor. Weil man Lust hat, einfach mal laut loszuschreien und von schönen Gegenwelten nichts mehr wissen will.

Am besten gefällt »NOWADAYS« dann, wenn die beiden Herren aus Kopenhagen Fahrt aufnehmen und im lebhaften »The Ballroom« dem klassischen 80er-Indiepop ein Denkmal setzen. Jawohl, bitte auch mal ein paar Schweißperlen über die edlen Denkerstirnen rollen lassen! Melancholische Nachdenklichkeit wie im filigranen, sehnsüchtigen »Empire« ist eine feine, feine Sache. Aber irgendwann ist auch mal Zeit, sich von den Dramen im Inneren zu lösen und den sehr realen Dramen um uns herum ins Auge zu blicken. (emv)

Audio-Link



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel