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Alle Rezensionen zu Oslo Gospel Choir
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Joy
(2004, Kirkelig Kulturverksted FXCD 275)

Wo sind wir denn hier? In einer Kirche in Atlanta, Georgia, wo sich der Chor in den Hüften wiegt und die Stimmen gewaltig gen Himmel steigen? Weit gefehlt: in der norwegischen Hauptstadt! Bei näherem Hinhören klingt »JOY« eine Spur zu perfekt, um authentisch aus den Südstaaten zu kommen. Der allerallerletzte Kick, das ultimative Quentchen Soul fehlen. Was die Leistung des Oslo Gospel Choir jedoch in keiner Weise schmälern soll. Die Stimmen sind solistisch und zusammen eine Freude und würden den Norwegern in Atlanta Standing Ovations bringen.

Was sehr für die Truppe einnimmt: Der Chor singt nicht die altbekannten Klassiker nach, sondern schreibt eigene Stück, die aus der Feder von Leiter Tore W. Aas stammen. Und der Mann ist experimentiertfreudig. Streut hier eine Prise Calypso ein, schwenkt dort mit einem Schlenker in Richtung Rap, kommt aber nie vom rechten Weg ab. Und weiß auch, dass Gottesliebe und erotische Liebe einige Kleinigkeiten gemeinsam haben. »Love is a wonderful thing«. Würde ich jederzeit unterschreiben. (emv)

 Oslo Gospel Choir: Joy

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ogc.no

   

20 Years, 20 Songs
(2009, Kirkelig Kulturverksted FXCD 344)

Vor zwanzig Jahren hat Tore Aas in norwegischen Tagesezeitungen eine Annonce aufgegeben. Der Musiker und Komponist suchte nach Sängern, die mit ihm einen neuen Chor in Oslo gründen wollten. Die Resonanz war überwältigend: Mehr als 300 Interessierte kamen zum Vorsingen, 32 wurden genommen. Die Geburtsstunde des Oslo Gospel Choir hatte geschlagen. Mit ihrer disziplinierten, aber trotzdem leidenschaftlichen Interpretation von Gospel-Klassikern und zunehmend auch Eigenkomposoitionen von Chorleiter Haas ist das Ensemble in den vergangenen beiden Dekaden weit über Skandinavien hinaus bekannt geworden.

Zum 20. Geburtstag feiert das Ensemble sich selbst: Auf »20 YEARS 20 SONGS« sind auf einer Doppel-CD die Schmankerl-Meilensteine aus der Bandgeschichte versammelt. Die auch eine Entwicklung dokumentieren: weg von der puren Stimmgewalt, hin zu Experimenten mit elektronischer Verstärkung. Klassiker wie »Happy Day« dürfen ebenso wenig fehlen wie das überschäumend sprudelnde »Get Together«. Einziger Kritikpunkt: Die Aufnahmen sind fast schon zu glatt, zu perfekt ausgefallen. (emv)

   

En Stjerne Skinner I Natt
(2008, Kirkelig Kulturverksted FXCD 343)

Hand aufs Herz: Zu Weihnachten sind wir doch alle Traditionalisten. Wir lieben die gewohnten Rituale. Der Weihnachtmann bewahre uns vor allen bösen Experimenten! Dass wir uns zum Fest gerne der gewohnten Gewissheiten versichern, weiß der Oslo Gospel Choir ganz genau. Die Feier seines 20jährigen Bestehens bringt Norwegens führendes Vokalensemble mit »EN STJERNE SKINNER I NATT« (Heute Nacht scheint ein Stern) eine Weihnachtsplatte heraus: Bestückt mit den Highlights aus fünf Konzerten, die der Chor im vergangenen Jahr in der Osloer Konzerthalle gegeben hat.

Keine Frage: Der Oslo Gospel Choir bietet perfekten Wohlklang und abwechslungsreiche Unterhaltung zur besinnlichen Jahreszeit. Einen gelungenen Mix zwischen traditionellen Weihnachtsliedern aus aller Welt und handverlesenen Eigenkompositionen von Chorleiter Tore W. Aas. Nur eines bietet das Ensemble nicht: neue Interpretationen der alten Klassiker, wie sie etwa Solveig Slettahjell gerade erst in sanfter Aufbruchstimmung vorgelegt hat. So schmeckt diese Platte genau so wie Tante Marthas Vanilleplätzchen: Lecker, aber seit 20 Jahren gleich. (emv)



Siehe auch:
Solveig Slettahjell

   

We Lift Our Hands Part 2
(2006, GMI GMI-1225)

Eine Kirche. Und wir. Ein hingebungsvolles Gemeinschaftswerk, das fast schon zu perfekt ist. Der zweite Teil des legendären Gotteshaus-Konzertes des Oslo Gospel Choir im holländischen Gouda aus dem Jahr 2005 knüpft nahtlos dort an, wo Jesusliebe und stimmliche Großtaten bereits beim Händeheben erster Teil für rhythmisch wippende Kirchenbänke gesorgt hat. Mit einem bewährten Mix aus Klassikern und Eigenkompositionen. Schweißtreibend und perfektionistisch.

Überraschungen werden hier kaum geboten, dafür Bewährtes für den Connaisser, der nicht gerne auf Abwege geraten will. Die Lichter scheinen, und wir geben dem Herrn unser Herz. Mit übersprudelnder Leidenschaft, die fein übertüncht, dass hier ein Drill an Disziplin das Fundament bildet. Das ist im Ergebnis schön und leidenschaftlich. Aber wenig überraschend. (emv)

   

Lys I Mørket
(2005, Kirkelig Kulturverksted FXCD 300)

Warum nur muss der Oslo Gospel Choir oft so dick auftragen? Freilich gab's schon schlimmere Aufnahmen dieser stimmgewaltigen Formation, doch auch dieser Weihnachtslied-Sammlung hätte etwas weniger Schminke gut gestanden. Die beiden speziell zu diesem Projekt eingeladenen Solisten Mia Gundersen und Bjarte Hjelmeland stimmen zusammen mit dem Chor in Norwegen gern gecoverte Lieder wie »Glade Jul«, »Det Lyser I Stille Grender« oder »Delig Er Jorden« an; dick ausgepolstert mit Streichern und einer schwelgend begleitenden Pop-Band.

Schön und in weiten Teilen stimmig ist LYS I MØRKET trotzdem – und zwar immer dann, wenn sich alle Protagonisten etwas zurückhalten und unbekanntere Songs hervorziehen: Der Ole Paus/Jonas Fjeld-Beitrag »Engler I Sneen«, das andächtige »I Den Kalde Vinter« oder besonders das von Kari Bremnes übersetzte altenglische Lied »Maria Vise« können einem die Advantszeit schon angenehm versüßen. (peb)



Siehe auch:
Ole Paus
Kari Bremnes

   

We Lift Our Hands
(2005, GMI GMI-1207)

Der Oslo Gospel Choir und sein Leiter Tore W. Aas sind Perfektionisten. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht. Überzeugende Live-Alben hat das Ensemble bereits abgeliefert. »WE LIFT OUR HANDS« nun ist das Best-Of eines Auftritts in einer Kirche in den Niederlanden. Alles ist perfekt: die Stimmen, die solistischen Einlagen und die Auswahl der Songs – eine Mischung von Klassikern wie »Open The Eyes Of My Heart« und Eigenkompositionen aus der Feder von Aas.

Und trotzdem fehlt hier etwas: die leidenschaftliche Hingabe, die unbedingte Spiritualität. Denn die ist live nicht ohne den Austausch mit dem Publikum möglich, das hier fast ausgeblendet wird. Allzu glatt fällt diese Aufnahme aus. Einer der führenden Gospelchöre Europas flirtet hier zum eigenen Schaden zu sehr mit dem Mainstream. (emv)

   

Salmeskatt
(2003, Kirkelig Kulturverksted FXCD 272)

Sind gute Gospels eine Frage der Hautfarbe oder des Breitengrades? Wer einmal den Oslo Gospel Choir hören durfte, wird diese Frage verneinen müssen. Der Chor, der sich unter Tore W. Aas seit einem Jahrzehnt seine Spitzenposition im Norden ersungen hat, riskiert hier einen Krebsgang: Statt traditioneller Gospels hat man sich traditionelle norwegische Choräle vorgenommen, die Kathedralenklang mit Gospelswing vereinen.

Ein mutiges Unterfangen, denn der schmale Grat zwischen Kitsch und Kunst muss ständig ausbalanciert werden. Und spätestens, wenn Ivar Kleive für ein paar Takte beim »Velt Alle Dine Veie« im Zwischenspiel alle Register seiner Orgelkunst zieht, kann man das Experiment durchaus als gelungen bezeichnen. Wie hieß dieser Choral noch auf Deutsch: »O Haupt, voll Blut und Wunden ...« (mls)



Siehe auch:
Eivind Aarset

   

Reaching Heaven
(1999, Master Music MMD-987)

An diesem Soulpop kann man sich wohlig Herz und Hände wärmen. Das geht ganz einfach, wenn der Oslo Gospel Choir mit inniger Stimmgewalt die Gottesliebe in den Mainstream holt. Immer präzise, ansprechend und modern arrangiert und so leicht verdaulich wie ein linksdrehender Öko-Joghurt.

Zurückgenommen agiert das Ensemble hier, vom Bombast mancher aktueller Aufnahme ist das norwegische Vokalensemble hier noch weit entfernt. Das schmiegsame Piano hat seine gleichberechtigte Stimme im Chor. Diese Lobpreisungen des Herrn und die gesungenen Gebete sind nicht nur im höchsten Maße Papstbesuch-tauglich, sondern hier kann sich auch so mancher aufstrebende Nachwuchspopstar in Sachen professioneller Gesangskunst noch was abschauen. Dass Christen verklemmt und lustfeindlich sind – hat das je einer behauptet? (emv)

   

Get Up
(1994, RCA/BMG 74321.23891.2)

Die Ziele: den perfekten Wohlklang erreichen. Eine stimmliche Durchschlagkraft entwickeln, um eine ganze Philisterhorde in die Flucht zu schlagen – und gleichzeitig auf höchst sinnliche Weise den Herrn lobpreisen: Beim Oslo Gospel Choir hängt die Messlatte hoch. Aber keine Angst, die Sänger schaffen diesen Sprung souverän.

Dass das Gotteslob bisweilen etwas pompös klingt, ist dem Genre geschuldet. Aber bevor man sich zu sehr in den Südstaaten wähnt, zeigen die Norweger, dass sie Zeitrends gegenüber aufgeschlossen sind: Zwischendurch blitzt eine Discokugel auf, spielt der Chor mit Rap-Elementen oder macht zu Banjoklängen einen Abstecher ins Country-Territorium. Und ein Solosänger kann hier fast wie Robbie Williams balladenhaft schmachten. Definitiv kurzweilig. (emv)

   

Get Together
(1994, RCA 74321-238632)

Kann uns das freuen, dass der führende Gopelchor Norwegens auf dieser frühen Aufnahme mit frechen Bläsern dem Bigbandsound huldigt? Sich willig von den leichten Musen entführen lässt? Dass die Sänger mit »GET TOGETHER« problemlos in einer Samstagabend-Gala in einer Stadthalle auftreten könnten, und das Fernsehballett tanzt dazu? Nein, nicht wirklich. Das ist Unterhaltung auf hohem gesanglichen Niveau, aber die heikle Grenze zum Schlagersoul rückt bedenklich in Sichweite.

Wollen wir von den Osloern wirklich erfahren, dass wir nie einen besseren Freund als Jesus hatten? Die Freude über diese Amerikanisierung der Gefühle hält sich in Grenzen. Und obwohl die Film-Titanic erst sechs Jahre später auf der Leinwand unterging, ist der Song »Nearer My God To Thee« einfach grundpeinlich. Nett, viel zu nett, was das Ensemble hier vorlegt. Von der leidenschaftlichen Religiosität der echten Gospelmusik ist wenig zu spüren. Hier steht die Show im Mittelpunkt. (emv)

   

In This House
(1992, Stageway SWRCD 04092-2)

Da beben die Mauern von Jericho: Live kommt der Oslo Gospel Choir so stimmgewaltig daher, dass es das Publikum kaum auf den Sitzen gehalten haben dürfte bei dieser Aufnahme aus dem Jahr 1992. Warum das Ensemble in Europa zu den führenden Formationen gehört und sich auch vor Chören aus den USA nicht zu verstecken braucht – hier wird mit viel Gefühl und Seele, mit lustvoller Spielfreude und großen Einzelstimmen und einer nahezu perfekten Ensembleleistung der Beweis angetreten.

Klar ist, dass es bei Live-Auftritten um die Show geht: Experimentelles ist hier nicht zu hören, sondern vor allem Interpretationen der Allzeit-Klassiker wie »Oh Happy Day» oder »Amen«. Lust zum rhythmischen Fingerschnalzen macht »IN THIS HOUSE« aber allemal. (emv)

   

Live
(1990, Noah NOAH CD 9001)

Klar, dass sich Sänger auf der Bühne von ihrer Schokoladenseite zeigen wollen. Klar, dass ein Chor dem Publikum scheinbar beiläufig sein vielseitiges Repertoire demonstrieren will. Aber bitte, lieber Oslo Gospel Choir: Müsst ihr unbedingt drei so völlig unterschiedliche Stücke wie »Bridge Over Troubled Water«, das »Agnus Dei« und »Greensleeves« auf eurer ersten Live-Platte versammeln? Nur um dem Publikum Zucker zu geben?

An den Stimmen, der Ensemble-Leistung und den Arrangements gibt es auf dem Debüt-Album der Norweger nichts auszusetzen. Nur wirkt die Wahl der Songs wie aus dem »Best Of«-Kramladen zusammengestückelt. Auch der Sound klingt hier nicht so souverän wie bei späteren Aufnahmen. Gut gemeint ist noch nicht gleich richtig gut. (emv)



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