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Alle Rezensionen zu Morten Qvenild
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Personal Piano
(2015, Hubro/Grappa HUBROCD/LP2563)

Morten Qvenild, der ewig alterslose Jungspund, der mit Mitte, Ende 30 bereits mit mehr Fantasie und Ideen begeisterte und mehr gelungene Bandkarrieren hinlegte als die meisten anderen in einem gesamten Musikerleben, folgt Kollegen wie Christian Wallumrød, Erik Honoré oder Geir Sundstøl, welche im Laufe des vergangenen Jahres mit je einem verhältnismäßig späten, aber begeisterenden, persönlichen Solodebüt bei Hubro reüssierten.

Beim Punkt Festival 2014 in Kristiansand stellte der Pianist erstmals sein »HYPer(sonal) Piano Project« vor, dem er sich drei Jahre als Stipendiat an der Osloer Musikhochschule gewidmet hat. In Form eines unterhaltsamen Vortrags erläuterte Qvenild, wie er daran arbeitete, technische Methoden zu entwickeln, mit denen er sich selbst als Solist beim Improvisieren herausfordern kann. Er verdeutlichte, dass er zögerte, ein Solo-Piano-Album zu veröffentlichen, so lange er nicht wirklich einen neuen und vor allem ganz eigenen Ansatz zu bieten habe, schließlich gäbe es genügend Pianisten und Pianoalben, die hervorragende Soloalben aufgenommen hätten. Live am Flügel stellte er verschiedene, zumeist elektronische Tricks und Spielzeuge vor, von denen er sich als Solist am Piano so überraschen lassen könne, wie das sonst die Partner im Duo (SpaceMonkey), Trio (In The Country), Quartet (Finland) oder Quintett (Magic Pocket) tun würden; darunter »generate new musical material«, »adding (strange) references«, »shadowing« oder »ornamenting«.

Bei In The Country fehlte zuletzt ja leider ein wenig der kreative Funke; mit dem Wechsel zu ACT hatte die Band es sich gemütlich im eleganten, aber leider auch überraschend überraschungsarmen akustischen Triojazz eingerichtet, während in Qvenilds anderen Bands die Ideen sprühten und die Stilgrenzen ignoriert wurden. Wenn »PERSONAL PIANO« auch ein sehr vorwärtsdenkendes, freies Album wurde, so kann es man doch guten Gewissens als Pop-Platte bezeichnen. Sogar eine ebenso eigenwillige, höchst fantasievolle, geräuschige Coverversion von Calvin Harris' Rihanna-Hit »We Found Love« ist zu finden, und ja, Morten Qvenild singt sehr häufig auf diesem Album. Doch diese phänomenale Nummer (mit fünf Minuten das kürzeste Stück hier) ist nur eines von sieben kleinen Meisterwerken, die das norwegische Multitalent tatsächlich zu einem ebenso sehr persönlichen wie progressiven, einem ebenso eigenen wie berührenden Album verknüpft. (ijb)



Siehe auch:
In The Country
Finland
Susanna And The Magical Orchestra
SpaceMonkey

Morten Qvenild: Personal Piano

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://inthecountry.no



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