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Alle Rezensionen zu Sinikka Langeland & Arve Henriksen, Trygve Seim, Anders Jormin, Markku Ounaskari, Trio Mediaeval
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

The Magical Forest
(2016, ECM/Universal ECM 2448 | 477 6831)

Kaum ein Jahr nach ihrem letzten Album »The Half-finished heaven« schenkt uns ECM bereits ein weiteres Meisterwerk von Sinikka Langeland. Und wo auf diesen Seiten zuletzt noch die Rede davon war, dass jene CD »ihr Spiel auf der Kantele deutlicher in den Fokus rückt und so stärker als bislang ihr Soloalbum ist«, lässt sich nun festhalten, dass »THE MAGICAL FOREST« den umgekehrten Weg beschreitet. Das zeigt sich bereits auf den ersten Blick, denn anders als auf den Vorgängern fehlt hier das Naturmotiv auf dem Cover (was bei dem Titel ja überaus naheliegend gewesen wäre), stattdessen stehen die Namen der Mitwirkenden in gleicher Größe und Präsenz auf weißer Fläche.

Dabei stellt man schnell fest, dass nicht nur Langelands gewohntes Quintett mit den vier skandinavischen Kollegen, die allesamt eine Reihe eigener ECM-Meisterwerke vorzuweisen haben, beteiligt ist und – man kann es nicht anders sagen – für vertraute Brillanz sorgen: Die Norweger Arve Henriksen und Trygve Seim sowie der Schwede Anders Jormin sind Liebhabern nordischer Musik zwischen Jazz, Folk und kompositorischer Avantgarde bestens bekannt und benötigen sicher keine weitere Einführung. Der finnische Perkussionist Markku Ounaskari (*1967) ist zwar namentlich bislang nicht ganz so vertraut, legte zuletzt jedoch zwei begeisternde Alben mit tief bewegendem Jazz-Folk vor, »Kuára« und »Years«. Der entscheidende Unterschied zu Sinikkas bisherigem Werk liegt indes in der Mitwirkung des norwegischen Trio Mediæval, ihrerseits wiederum mit einer Reihe exzellenter Alben zwischen Alter, Neuer und Folk-Musik in Erscheinung getreten.

Und »The Magical Forest«, Sie ahnen es anhand der ausführlichen Einführung, gelingt nicht weniger, als den Diskografien aller Beteiligten einen meisterhaften Höhepunkt hinzuzufügen. Dies ist natürlich zu allererst Sinikka Langelands Kompositionen zu verdanken, die zum Teil auf überlieferten Melodien der Finnskogen-Region in Südostnorwegen, an der Grenze zu Schweden beruhen, wo die Musikerin seit Jahrzehnten lebt. Die spirituelle Dimension der Lieder zwischen Volksmusik und ebenso jazzig wie religiös durchzogener Renaissance-Musik mit »Kyrie eleison« und »Gloria in excelsis Deo« rührt unter anderem daher, dass die Suite 2012 als Auftragsarbeit für das Internationale Kirchenmusikfestival in Oslo entstand. Texte und Musik verbinden sich zu einer streckenweise metaphysischen Qualität, wie sie bereits Sinikkas Bach-Album »Maria's Song« mit dem Organisten Kåre Nordstoga und dem Bratscher Lars Anders Tomter prägte.

»Der magische Wald« ist natürlich Finnskogen, die nach dem »Finnenwald« benannte Region in Hedmark. Der Wald und die Region werden in den Texten auf poetische, sinnliche und auch märchenhafte Weise lebendig, und die ergänzenden Erläuterungen im Beiheft bereichern das ganze Album zusätzlich. Dass Sinikkas Gesang und der berückend-zeitlose Klangkosmos der Kantele im Zusammenspiel mit den Frauenstimmen des Trio Mediæval eine derart magische, überwirkliche Wirkung erzeugt, hätte man sich nicht ausmalen können, doch scheint es fast verwunderlich, dass nicht bereits früher ein solch innovatives Zusammenspiel stattgefunden hat. (ijb)



Siehe auch:
Sinikka Langeland
Trio Mediæval
Markku Ounaskari
Trio Mediæval & Arve Henriksen

Sinikka Langeland: The Magical Forest

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sinikka.no



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