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Alle Rezensionen zu Arild Andersen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Sagn
(1991, ECM/Universal 849.647-2)

Arild Andersen genießt den Status einer grauen Eminenz: Als Kontrabassist hat er auf unzähligen Einspielungen mitgewirkt, und solo ebnete er den Weg für die mittlerweile in Norwegen etablierte Verschmelzung von Folklore und Jazz. Aus diesem Grund setzte »SAGN« damals Maßstäbe, aber auch wegen des brillanten Zusammenspiels von Saxofonist Bendik Hofseth, Pianist Bugge Wesseltoft und Gitarrist Frode Alnæs, mit dem Andersen einige Jahre zuvor schon eine verführerische »Sommerbrise« zu Gehör brachte.

Trotz beachtlicher Alben auf hohem Niveau reichten jedoch spätere Aufnahmen des norwegischen Bassisten nicht mehr an die jazz-folkloristische Tragweite von »SAGN« heran. Zu einzigartig war die ergreifende Leistung von Sängerin Kirsten Bråten Berg, zu fantasievoll-einfühlsam die niemals aufdringliche Begleitung von Percussionist Nana Vasconcelos, als dass Andersen so ein Album noch einmal hätte wiederholen können. (peb)



Siehe auch:
Arild Andersen Group
Andersen / Vinaccia / Smith
Bertine Zetlitz
Radka Toneff

Arild Andersen: Sagn

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.arildandersen.com

   

Hyperborean
(1997, ECM/Universal ECM 1631, 537 342-2)

Diese für das Molde Jazz Festival konzipierte Aufnahme vereint die Klangfarben »nordischer« Saxofonisten wie Tore Brunberg und Bendik Hofseth mit denen des vierköpfigen Cikada String Quartetts. Leider wirken die Kompositionen etwas zerfahren und ohne Konzept; auch die einzelnen Songs untereinander verbinden sich nicht zur schlüssigen Erzählung. (peb)



Siehe auch:
Andersen, Vassilis Tsabropulos, John Marshall
Terje Rypdal
Ketil Bjørnstad
Carsten Dahl, Arild Andersen & Patrice Heral

   

Kristin Lavransdottir
(1995)

Zusammen mit Saxofonist Tore Brunborg, Keyboarder Reidar Skår und Drummer Paolo Vinaccia vertonte Andersen das preisgekrönte Drama von Sigrid Undset. Musikalisch zwischen expressivem Jazz, mittelalterlichen Tänzen und folkloristischen Motiven. Nicht ganz so schlüssig wie manch andere Andersen-Alben, was aber auch schlicht am eher untermalenden »Soundtrack-Charakter« liegt. (peb)



Siehe auch:
Masqualero
Tore Brunborg
Reidar Skår
Paolo Vinaccio

   

Arv
(1993, Kirkelig Kulturverksted/Indigo FXCD 133)

Mit »ARV«, einer Auftragskomposition zum 150jährigen Grieg-Jubiläum und als Nachfolger zu »SAGN« konzipiert, hielt sich Andersen wieder eng an die volksmusikalischen Wurzeln seines Landes. Der Titel »Erbe« ist also durchaus wörtlich zu verstehen. ECM konnte sich jedoch nicht zur Veröffentlichung entschließen, so dass »ARV« erst einige Jahre später über das Label KKV erhältlich wurde. Völlig unverständlich, denn die zwischen norwegischer Folklore und Kammerjazz schwebende Einspielung reiht sich nahtlos in die Gewichtsklasse von ECM-Meisterwerken wie Jan Garbareks »I TOOK UP THE RUNES« oder Lena Willemarks »NORDAN« ein.

Mit bewährten Begleitern wie Nana Vasconcelos oder Bugge Wesseltoft verwaltet Andersen hier mit visionärem Weitblick das volksmusikalische Erbe, indem er alte Melodien mit nordisch-ruhigen Jazz-Klangfarben ausmalt. Tragende Rollen spielen dabei besonders Saxofonist Bendik Hofseth - sein Ton erinnert wirklich verdammt an Garbarek - und die Sängerin Kirsten Bråten Berg, die immer dann gerufen wird, wenn Gesang so richtig traditionell klingen soll. Als Quellen dienten dem Bassisten übrigens die selben Noten, die auch Edvard Grieg als Basis für einige seiner Kompositionen verwendete. (peb)



Siehe auch:
Bendik Hofseth
Bugge Wesseltoft
Eivind Aarset
Kirsten Bråten Berg

   

If You Look Far Enough
(1993)

»If You Look Far Enough, Everything Is Water.« Dieses Zitat nahm Andersen als Leitmotiv für seine Aufnahmen, auf denen er sich von Perkussionist Nana Vasconcelos und Ralph Towner an der akustischen Gitarre begleiten ließ. Teils basierend auf norwegischer Folklore, teils als Filmmusik konzipiert, teils als Kontrabass-Solo ausgelegt wie im Paul-Simon-Song »Jonah«. (peb)

   

Green Shading Into Blue
(1978, ECM/Universal 1127)

Die dritte der frühen Andersen-Quartett-Aufnahmen ist wohl auch die beste. Wunderbar eingespielt sind die Musiker, das Klangbild offen und kristallklar. Selbstverständlich ist Jan Erik Kongshaug an den Reglern, die 70er-ECM-Ästhetik ist also garantiert. Juhani Aaltonen at his best: zärtlich und lyrisch mit der Flöte, mit Tenorsax mäandert er um Melodien und Harmonien, gelegentliche freie Ausbrüche inklusive und bei aller Vitalität durchdacht, immer am rechten Platz. Lars Jansson, der auch zwei gute Stücke beisteuert, ist der ruhigere Gegenpol, seine Vorliebe für Bill Evans ist durchaus erkennbar.

Pål Thowsen trommelt mit kontrollierter Leidenschaft, Arild Andersen hat alles im Griff und im Blick, spielt Themen unisono mit, lässt beiläufig herrliche Drops in den nächsten Takt fallen und soliert mit tollem Ton. Mehrere Stücke sind – vielleicht deswegen so gelungen? – Frauen gewidmet: in Janssons »Terhi« brilliert Aaltonen, mit »Ratka’s Samba« erinnert Andersen an die große Sängerin Ratka Toneff, in deren Quartett er jahrelang spielte. (tjk)

   

Shimri
(1976, ECM/Universal 1082)

»SHIMRI« ist ein Meilenstein des norwegischen Jazz und ein weiterer Schritt von Arild Andersen auf den Olymp des nordeuropäischen Jazz. Der Schwede Lars Jansson (Jg. 1951) sitzt jetzt am Piano und bringt mehr Ruhe ins Spiel; der wichtigere Besetzungswechsel betrifft jedoch den Bläser: Der große Finne Juhani Aaltonen (Jg. 1935) passt wesentlich besser zu Andersen und dessen Kompositionen als Riisnæs zuvor. Er hat einen kraftvollen Sound, herrlich hymnisch mit leichtem Vibrato hier und da, lässt ruhig und abgeklärt Töne stehen und driftet expressiv in freie Welten (»Dedication«).

Andersens Kompositionen sind weniger abstrakt als bei »CLOUDS IN MY HEAD«, man könnte sagen: nordischer. Er selbst hält sich solistisch zugunsten des Gruppensounds etwas zurück. (tjk)



Siehe auch:
Lars Jansson Trio
Juhani Aaltonen

   

Clouds In My Head
(LP, 1975, ECM/Universal 1059)

Viel Aufmerksamkeit und Kritikerlob erhielt der damals 29-jährige Bassist völlig zurecht für diese erste Aufnahme unter eigenem Namen. Schon damals erwies er sich als höchst virtuoser Instrumentalist mit mächtig knurrendem Ton und flinken Fingern.

In seinem Quartett sorgt der gleichaltrige Knut Riisnæs für melodische Flötentöne in dem latin-angehauchten »305 W 18 ST« und für kraftvolle, manchmal nervöse Linien am Tenorsaxofon. Drummer Pål Thowsen, ein Jahrzehnt jünger, besticht mit federnden Becken in den wenig swingenden, geraden Stücken, Pianist Jon Balke (auch erst 20) fügt sich ebenso prächtig in den Quartettsound ein. Die Stücke, alle von Andersen, changieren zwischen frei und hymnisch, verströmen nordische Kühle und Experimentierlust. (tjk)



Siehe auch:
Jon Balke
Knut Riisnæs



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