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Alle Rezensionen zu Jazz at Berlin Philharmonic VI
(Genre »Folk«, Land »Grenzgänger«)

 

Celtic Roots – Knut Reiersrud, Ale Möller, Eric Bibb, Aly Bain, Fraser Fifield. Tuva Syvertsen, Olle Linder,
(2016, ACT/Edel ACT9836-2)

Mit »CELTIC ROOTS« erscheint die zweite CD des Jahres 2016 aus der Serie der enorm erfolgreichen Konzertreihe »Jazz at Berlin Philharmonic« – und kein Ende in Sicht. Wie die bisherigen CDs präsentiert auch die ingesamt bereits sechste Ausgabe der Serie wieder einen gänzlich einmaligen Konzertabend, diesmal sogar noch spezieller als zuvor, denn am 8. März 2016 kamen sieben Musiker aus verschiedenen Ländern, Kulturkreisen und Generationen (zwischen 33 und 70 Jahren alt) und mit sehr unterschiedlichen stilistischen Schwerpunkten zusammen. Unter der Leitung von Knut Reiersrud, dem unermüdlichen norwegischen Grenzgänger mit Gitarren und anderen Saiteninstrumenten, spielten der schwedische Folkmusiker Ale Möller, der schottische Fiddler Aly Bain, der US-amerikanische Bluesmusiker und Singer-Songwriter Eric Bibb, der schwedische Schlaginstrumentalist Olle Linder, der schottische Jazzsaxofonist und Folk-Piper Fraser Fifield und als (leider) einzige weibliche Stimme die norwegische Sängerin und Hardanger-Fiedlerin Tuva Syvertsen, bekannt von den Valkyrien Allstars.

So bunt und vielseitig wie die Band war an dem Abend natürlich auch die Auswahl der Stücke. So fehlt dem Album gewissermaßen ein prägnanter Fokus, doch als mitreißender und an Spielfreude und Leidernschaft überbordender Konzertabend trifft die CD auch zu Hause im Wohnzimmer voll ins Schwarze. Schon Fifields Dudelsack-»Pslam«, der mit dem irischen Volkslied »Farewell« verknüpft wird und in das fantastisch schillernde »Mole in the Ground«, ein Traditional aus Nordamerika, mündet, dem wiederum kurzerhand das Shetland-Traditional »Da Silver Bow« als Instrumentalpart eingeflochten wird, ist eine glanzvolle Eröffnung. Dass die skandinavische Volksmusik mit jener der Shetland-Inseln verwandt ist, macht sich die Truppe geschickt zu eigen (fabelhaft in der über acht Minuten langen Mittelalter-Ballade »Two Sisters«), und so folgen in illustrer, freimütiger Abwechslung Melodien aus Schweden, Schottland, Norwegen und auch Nordamerika, wohin bekanntlich (nicht nur) die Iren und Schotten ihr musikalisches Kulturgut bei der Emigration mitgenommen haben. Dies bringt speziell das von schöner Melancholie getragene »St. James Infirmary« zum Ausdruck.

Dass die Danksagungen zuerst die Mitarbeiterin beim Norwegischen Volks- und Popularmusikarchiv anführen, passt zu diesem irisierenden Konzertprogramm, das ein opulentes Paradebeispiel für die Grenzen, Stile und Milieus übergreifenden Potentiale der Folk- und Jazzszene abgibt. Wenn »Jazz at Berlin Philharmonic« auch weiterhin mit derart spritzigen und fantasievollen Abenden (und hoffentlich anschließenden CDs) begeistert, darf die Reihe bitte noch lange fortgesetzt werden. (ijb)



Siehe auch:
Jazz at Berlin Philharmonic II – Norwegian Woods
Solveig Slettahjell - Knut Reiersrud with In The Country
Tuva Livsdatter Syvertsen & Valkyrien Allstars
Lena Willemark & Ale Möller

 Jazz at Berlin Philharmonic VI: Celtic Roots – Knut Reiersrud, Ale Möller, Eric Bibb, Aly Bain, Fraser Fifield. Tuva Syvertsen, Olle Linder,

Offizielle Website

Offizielle Website      www.actmusic.com/Kuenstler/Jazz-At-Berlin-Philharmonic



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