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Alle Rezensionen zu Wibutee
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Eight Domestic Challenges
(2001, Jazzland/Universal 014.740-2)

Man muss etwas über den Entstehungsprozess des zweiten Wibutee-Albums wissen, um es zu verstehen: Das Rohmaterial kam bei Live-Sessions zustande. Dann nahmen die Musiker ihre Aufnahmen mit nach Hause und schnitten, kopierten und montierten die Loops und Fragmente in monatelanger Arbeit zur jetzigen Form zusammen. Saxofonist Håkon Kornstad improvisierte dann wiederum darüber und lieferte »Soundbytes«, die Wibutee in die Klanglandschaft integrierten. Assistiert hat dabei Ko-Produzent Reidar Skår, auch schon für Molværs legendäre Jazz-Modernismen mitverantwortlich.

Ganz im Gegensatz zu anderen Jazz-CDs entstanden diese »acht Herausforderungen« also nicht bei Improvisationen, sondern bei dem, was man sonst »Post-production« nennt. Das Ergebnis ist ein sehr beat-lastiger Befreiungsschlag, der Tradition von TripHop, Jungle und Dub entwachsen und emanzipiert durch Einflüsse von Noise, zeitgenössische Klassik und Avantgarde-Elektronika. Anspruchsvoll, zukunftsweisend und verdammt innovativ. (lha)



Siehe auch:
Eivind Aarset
Nils Petter Molvær
Håkon Kornstad
Ingebrigt Håker Flaten

 Wibutee: Eight Domestic Challenges

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.wibutee.net

   

Playmachine
(2005, Jazzland/Universal 06024.98668177)

Sie haben sich seit ihrem Debut »Newborn Thing« deutlich elektronifiziert, die Jungs von Wibutee – und das nicht immer zum Vorteil. Denn nach Erhöhung des Frickelfaktors, und nach Verzicht auf die Stimme von Live Maria Roggen ist der Sound jetzt distanzierter, kühler, leider unspannender, wenn auch komplexer.

Der packende, erdige, trockene Drive der ersten Stunde, der vom Ohr direkt in die trommelnden Fingerspitzen ging, kommt hier nur noch selten auf, genau wie diese fiese Portishead-Melancholie, die hier erst im neunten Track »Figment« so richtig vom Hirn ins Herz durchschlägt. So erzeugt Wibutees Highspeed-Funk zwar eine schöne Grundnervosität. Aber nur mit mehr Songs wie dem zarten »Mummy« oder dem Aphex-Twinesken »Ear Traffic« hätte dieses Album ans Debüt heranreichen können. (sep)

   

Newborn Thing
(1999, Jazzland/Universal 547.033-2)

Lounge? Verhuschtes Ambient? Nichts da, der erste Track von Wibutees erster CD führt gefährlich aufs Glatteis. Spätestens beim Titeltrack knallt einem die trockene Mischung aus TripHop, Funk, Jazz und Verschrobenheit in den Kopf und die Füße. Assoziationen sind da viele, an die knarzige Düsternis von Portishead, an die Lässigkeit von Jazzanova, die brachiale Power von Foetus, die verwinkelten Songstrukturen von Jaga Jazzist.

Aber das sagt alles nicht viel; aus der Kombination und vor allem mit der kühlen, intimen, plaudernden und säuselnden Stimme von Live Maria Roggen obendrauf entsteht ein ziemlich eigener, eigensinniger, eigenartig schöner Stil, der trotzdem Finger und Fußspitzen zucken lässt – nichts dagegen zu machen. Auf Bugge Wesseltofts Jazzland-Label ist ist dieser »Future Jazz« einfach hörbar zuhause. (sep)



Siehe auch:
Jaga Jazzist
Live Maria Roggen
Live Maria Roggen & Helge Lien
Come Shine



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