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Alle Rezensionen zu View
(Genre »Beats«, Land »Finnland«)

 

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(2017, Vild Music/Cargo CARCD209)

Dass in Helsinki jüngst eine lebendige und qualitativ reiche Rapszene gewachsen ist, hat sich hierzulande noch nicht herumgesporochen. Während andere Rapper ihrer Muttersprache treu bleiben, haben Wortkünstler wie Noah Kin oder View mit englischen Texten auch ein internationales Publikum im Auge. Juuso Ruohonens egozentrische Mischung aus demonstrativ verletztlich ausgestellter Selbstanklage und sexuell aufgeladener Angeberei erinnert an seinen kanadischen Kollegen Abel Tesfaye alias The Weeknd, an dem er sich offenbar orientiert - aber auch dessen Landsmann Drake, der etwas sensiblere Frank Ocean und der Texaner Travis Scott können einem in den Sinn kommen. Ruohonen aka View ist jedoch nicht zimperlich, es geht um »Bad Habits«, um blutige Nasen, diverse Trips und Rauschzustände, teure Autos und Champagner, um Depression und Schmerz – und (natürlich) um (Hetero-)Sex.

Dass Views Texte und die von Joonas Laaksoharju produzierten Tracks deutlich am amerikanischen HipHop mit Popappeal orientiert sind (das Promovideo zur CD wurde gleich in New York City gedreht), mag erst einmal wenig überraschend klingen, doch als komplettes Album mit diversen Gästen bekommt »LEAVE A COMMENT« eine ziemlich bestechende Power. Käme View nicht aus Helsinki, sondern aus dem anglophonen Raum, er wäre längst bekannter. Was von alldem Pose und was »echtes« Leben ist, bleibt dabei – genretypisch – herzlich egal, denn die ebenso futuristische wie latent finstere Produktion, die griffig zeitgemäß daherkommt und sich mit druckvollen Bässen an Grime, Trap und Future-RnB anlehnt, und Views energischer Vortrag machen dieses abwechslungsreiche Debütalbum hörenswert. (ijb)

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Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.facebook.com/viewhki

   

Avalon
(EP, 2017, Vild Music/Cargo)

Helsinki muss eine dunkle, bedrohliche Stadt sein. Ein idealer Ort wie die mythische Apfelinsel Avalon ist die finnische Metropole jedenfalls nicht, wenn es nach dem 23-jährigen Rapper Juuso Ruohonen alias View geht. Der mit »AVALON« seine Debüt-EP vorlegt und uns in tiefschwarze urbane Landschaften entführt, in der nur die unbändige Wortgewalt des Doom-HipHoppers leuchtet. Unterstützt vom Produzenten Joonas Laaksoharju bewegt sich View geschmeidig wie ein Panther durch nächtliche Straßen. Berichtet von Ungerechtigkeit und Entfremdung. Und doch kann man sich diesem Endzeit-Weltbild nicht entziehen: Es umhüllt einem wie eine dichte dunkelgraue Wolke.

Unterstützung holt sich View bei den Elektrohipster-Mädels LMCDF und dem finnischen Rapster-Kollegen Noah Kin. Aber auch bei den scheinbar üppigeren Tracks wie »Lace«, das View mit LMCDF aufgenommen hat, will die dunkle Bedrohung nicht weichen: Es geht um das Überleben des Individuums in einer zunehmend feindlichen Welt. Aber irgendwie sind diese apokalyptischen Beschwörungen auch schon wieder cool! (emv)



Siehe auch:
LCMDF



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